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Mörgeli über seine Zukunft«Ich habe eine Begabung im Journalismus»

Nach seiner Abwahl stand Christoph Mörgeli das erste Mal Rede und Antwort. Er verriet, was seiner Ansicht nach zur Abwahl führte und was seine Zukunftspläne sind.

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Job an der Uni weg, im Nationalrat abgewählt – und das im Risiko-Alter von 55 Jahren. Experten schätzen seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt als gering ein. Trotzdem muss Christoph Mörgeli aber offenbar kein Arbeitslosengeld beziehen. Der abgewählte Nationalrat sagte Markus Gilli auf Tele Züri: «Finanziell bin ich abgesichert. Ich werde nie zum Staat gehen und um Geld bitten.»

Mörgeli erfuhr von seiner Abwahl in den Ferien mit seinen Kindern in Barcelona. «Das war nicht schön, auch nicht für meine Kinder», so der SVP-Scharfmacher. Seine Abwahl habe ihn denn auch überrascht. «Ich habe gedacht, dass ich sicher ein schlechteres Resultat mache als vor vier Jahren. Denn ich hatte schlechte Schlagzeilen. Aber dass es nicht für Rang 12 reicht, damit habe ich nicht gerechnet», sagte Mörgeli. Dieser Platz auf der Liste hätte für einen Sitz in Bern gereicht.

«Mörgeli kann man so haben, wie er ist, oder gar nicht»

Verantwortlich für seine Abwahl macht Mörgeli den Rechtsstreit mit der Universität Zürich. «Den Leuten haben die Schlagzeilen gereicht.» Auf die Frage, ob er den Konflikt mit der Universität nicht zu verbissen in der Öffentlichkeit ausgetragen habe, sagte der Medizinhistoriker: «Mörgeli kann man so haben, wie er ist, oder gar nicht. Das Volk hat sich offenbar für gar nicht entschieden.»

Trotzdem sieht Mörgeli den Verlust seiner Arbeitsstelle an der Uni und seine Abwahl aus dem Nationalrat als lehrreiche Episode seines Lebens: «Wenn Sie das nicht auch einmal erlebt haben, dann sind Sie auch nichts.»

«Da kann noch viel passieren»

Mörgeli sprach in der Sendung auch über seine Zukunftspläne. Er habe ja schon nach seinem Abgang bei der Uni eine eigene Firma gegründet und übe dort verschiedene Mandate aus. «Ich habe ausserdem mit Leuten gesprochen, um herauszufinden, wo meine Stärken liegen. Dabei wurde mir gesagt, ich sei gut darin, Sachen zu erforschen – und auch schreiben kann ich.»

Auch konkrete Vorstellungen hat der Ex-Nationalrat: «Vielleicht habe ich ja eine Begabung im Journalismus.» Den Posten von Roger Köppel als «Weltwoche»-Chefredaktor wolle er dann aber doch nicht übernehmen, dafür habe er zu wenig Zeit. Eine Rückkehr in die Politik schliesst Mörgeli zudem nicht aus. «Ich bin mit 55 Jahren noch etwas jung für den Ruhestand, da kann noch viel passieren.»

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