Marco Rima: «Ich habe eine kapitale Falschaussage gemacht»
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Marco Rima«Ich habe eine kapitale Falschaussage gemacht»

Comedian Marco Rima sagt, er sei bei seiner Rede an der Corona-Skeptiker-Demo um eine Zeile verrutscht. Seine Aussage, dass niemand mehr an Corona sterben werde, sei «totaler Schwachsinn».

von
Daniel Waldmeier

Darum gehts

  • Nach einer umstrittenen Aussage an der Corona-Demo rudert Schauspieler Marco Rima zurück.
  • Auf Social Media erntet Andreas Thiel Kritik für seinen Stasi-Vergleich.

«Erinnert die von euch gewählten Politiker daran, dass nicht ihr ihnen, sondern sie euch zu dienen haben», sagte Schauspieler Marco Rima am Samstag in Zürich an der Kundgebung der Corona-Skeptiker. Auch rief er dem Publikum zu: «Das Leben bedeutet Risiko. Und ja, man kann an Corona sterben, muss man aber nicht. Die Wenigsten werden daran sterben, niemand wahrscheinlich in den nächstens Monaten.» Weil man in den letzten Monaten viele Erkenntnisse gewonnen habe, wie man mit dem Virus umgehen müsse.

Auf Facebook entschuldigte er sich nach dem Auftritt für die Aussage, dass wohl niemand am Virus sterben werde. «Das ist natürlich totaler Schwachsinn.» Er sei im Redetext um eine Zeile verrutscht und habe eine «kapitale Falschaussage» gemacht.

Rima: «Ich leugne Corona nicht»

Rima schreibt in einer Stellungnahme an 20 Minuten, dass der richtige Wortlaut der Rede folgender gewesen wäre: (…) Ja, man kann an Corona erkranken und daran sterben. Aber die wenigsten werden daran sterben, weil wir, wie schon erwähnt, viel aus den letzten Monaten gelernt und auch viele Erkenntnisse gewonnen haben.»

Zudem stellt Rima klar: «Ich leugne Corona nicht, und ich bin traurig, wenn Menschen mit oder an diesem Virus sterben. Ich leide aber auch mit allen anderen, wenn sie ihnen nahestehende Personen verlieren und loslassen müssen.»

Gleichzeitig weist er auf das Recht hin, seine Meinung frei äussern zu dürfen: «Ich versuche jeden Tag, für das Gute einzustehen und wünsche mir von ganzem Herzen Frieden für alle – aber ich scheue mich auch nicht davor, für eine Meinung einzustehen, wenn ich zum Beispiel mit einer Massnahme der Regierung (egal zu welchen Themen) nicht einverstanden bin.»

Anwesend war auch Influencer Gabirano. In einer Insta-Story dokumentierte er, wie die Polizei einen Demonstranten wegtrug. Zudem gratulierte er Rima zu seinem Auftritt.

Kritik an Thiels Vergleich

Zu reden gab auch der Auftritt von Satiriker Andreas Thiel. Dieser zog Parallelen zum Umgang mit Kritikern in der DDR, das Bundesamt für Gesundheit bezichtigte er der Stasi-Methoden.

Kritiker werfen Thiel eine absurde «Geschichtsvergessenheit» vor. Mit dem Vergleich verhöhne er «alle Stasi-Opfer», schrieb etwa ein Twitterer. Für Kabarettist Viktor Giacobbo ist die Meinungsäusserungsfreiheit kaum in Gefahr, wenn Thiel noch öffentlich «Schwurbeln» könne.

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