Aktualisiert 10.12.2017 07:54

Albian Ajeti

«Ich habe erst aus Respekt nicht gejubelt»

Der Erfolg in St. Gallen hat Albian Ajeti zu seiner «alten Liebe» zurückgeführt. Zwei Monate später schiesst er seine ehemaligen Kollegen im Alleingang ab.

von
E. Tedesco, Basel

Albian Ajeti traf beim 3:0-Sieg gegen St. Gallen doppelt - ausgerechnet gegen seine ehemaligen Kollegen. (Video: 20 Minuten)

Es lag irgendwie in der Luft. Nicht nur die überfällige Führung des FCB nach einer halben Stunde. Albian Ajeti kam erst zu drei sehr guten Möglichkeiten, die vierte sass dann.

Renato Steffen eroberte den Ball, Alexander Fransson lieferte die perfekte Vorlage und Ajeti stand zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort und traf mit seinem Kopfball nach 26 Minuten zum 1:0. Auf den üblichen Torjubel verzichtete der FCB-Stürmer. «Ich habe mir vorgenommen, wenn ich eine Tor schiesse, aus Respekt gegenüber meinen ehemaligen Kollegen nicht zu jubeln», sagt Ajeti zu der Szene. Respekt kam nur von ihm. Aus der St. Galler Fankurve nicht, denn von dort wurde Ajeti mit Schimpf und Schande eingedeckt.

Am 2. Oktober war der 20-Jährige vom FC St. Gallen zum FCB gewechselt. Im zweiten Anlauf, denn im Sommer waren erste Bemühungen von FCB-Sportdirektor Marco Streller um den ehemaligen Basler Junior geplatzt, musste Rotblau finanziell nachlegen. Bei welcher Summe die Ostschweizer schwach wurden, ist offiziell nicht bekannt. Mit Bonuszahlungen im Erfolgsfall (Überwintern in der Champions League und das Double) könnte der einst eigene Stürmer dem FCB geschätzte 4 Millionen kosten.

Und dann jubelte er doch noch

Seinen Abgang in Basel im Winter 2016 forcierte Ajeti, weil er nur wenig spielte. Er unterschrieb bei Augsburg. Allerdings reichte es für den Stürmer in der Bundesliga lediglich zu einem 36-Minuten-Einsatz, weshalb er sich nach einem halben Jahr an den FCSG ausleihen liess. In der Ostschweiz fand er zur Form zurück, erzielte in 29 Partien zehn Tore. Im Frühjahr statteten ihn die Ostschweizer dafür mit einem 5-Jahres-Vertrag aus und übernahmen Ajeti für eine Million Franken definitiv vom FC Augsburg.

«Sie haben wohl gedacht, dass wir müde sind»

Das sagt Renato Steffen über den souveränen Start-Ziel-Sieg gegen den FC St. Gallen. (Video: 20 Minuten)

Das sagt Renato Steffen über den souveränen Start-Ziel-Sieg gegen den FC St. Gallen. (Video: 20 Minuten)

Er habe beim FCSG viel gelernt, sei reifer geworden. Zudem habe er noch immer viele Freunde dort. Am Samstag musste er erstmals seit seinem Abgang in der Ostschweiz wieder gegen seine ehemaligen Kollegen ran – und schoss sie fast im Alleingang ab. Denn nach dem Führungstreffer war es wieder Ajeti (65.), der mit einem Schuss aus der Drehung zum 2:0 traf. Diesmal aber jubelte der Basler, konnte seine Emotionen nicht mehr zurückhalten. «Beim zweiten Treffer habe ich mich mehr gefreut wie beim ersten», so Ajeti. «Emotionen gehören halt zum Spiel.»

Die alte Liebe

«Es war schon ein spezielles Gefühl gegen den FC Basel zu spielen und jetzt war es genau gleich, denn ich hatte eine schöne Zeit in St. Gallen», sagt Ajeti. Und genauso wie am 20. September beim 2:1-Sieg der Espen gegen Rotblau hatte Ajeti damals auch getroffen – vor etwas mehr als zwei Monaten halt gegen den FCB und für St. Gallen.

Und was sagen die Ostschweizer zum Doppelpack ihres ehemaligen Angreifers gegen sie? «Ein Ajeti hätte uns auch gut getan», sagt Trainer Giorgio Contini. «Die Zweckgemeinschaft in St. Gallen hat ihn zu seiner alten Liebe zurückgeführt.»

«Wir wollte es defensiver angehen»

Das sagt FCSG-Trainer Giorgio Contini nach der 0:3-Niederlage in Basel. (Video: 20 Minuten)

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