07.09.2020 13:18

Alex Frei wird Wil-Trainer«Ich habe es ausgeschlossen, Trainer des FC Basel zu werden»

Beim FC Wil übernimmt Alex Frei den Posten des Cheftrainers. Bei seiner Vorstellung gibt der 41-Jährige einen Einblick in seine letzten Tage beim FC Basel.

von
Samuel Waldis
«Wenn man die Entwicklung des Fussballs und der Gesellschaft anschaut, dann werden selbst Verträge nicht mehr wahnsinnig eingehalten», sagt Alex Frei bei seiner Vorstellung beim FC Wil und bezieht sich dabei auf seine letzten Tage beim FC Basel.

«Wenn man die Entwicklung des Fussballs und der Gesellschaft anschaut, dann werden selbst Verträge nicht mehr wahnsinnig eingehalten», sagt Alex Frei bei seiner Vorstellung beim FC Wil und bezieht sich dabei auf seine letzten Tage beim FC Basel.

Foto: Ennio Leanza/Keystone

Alex Frei sitzt in der Mitte, zu seiner rechten Dani Wyler, pensionierter Fernseh-Mann und jetzt Medienchef beim FC Wil, zu seiner Linken Vereinspräsident Maurice Weber. Hinter dem 41-jährigen Baselbieter ist auf einem grauen Vorhang das Logo des Ostschweizer Clubs aus der Challenge League drapiert, darunter prangt das Schlagwort «bärenstark».

Längst ist die Vermarktungsmaschinerie des Fussballs auch in der zweithöchsten Schweizer Liga angekommen, die Trainer werden auch hier nicht mehr in der Cafeteria des Vereinslokals vorgestellt. Schon gar nicht, wenn der neue Trainer Alex Frei heisst und dieser die Mikrofone und die Kameras gleich scharenweise anlockt.

Frei wird beim FC Wil der Nachfolger von Ciriaco Sforza, der vor wenigen Tagen beim FC Basel zum Cheftrainer ernannt worden ist. Bei den Baslern hatte Frei sein Arbeitsverhältnis als U21-Trainer vor zwei Wochen gekündigt. In Wil unterschrieb er einen Vertrag bis im Sommer 2022 und sagt: «Es ist die ideale Lösung für mich, um die ersten Schritte als Trainer einer Profimannschaft zu machen.»

Frei mag es, wenn ein Handschlag noch etwas zählt

Dabei war er doch eigentlich auf dem Weg gewesen, als erste Station gleich den FC Basel zu übernehmen. Frei galt lange als Favorit für den Job, der damalige Sportdirektor Ruedi Zbinden soll ihm im August einen Vertragsvorschlag gemacht haben. Aufgrund interner Unstimmigkeiten wurde daraus nichts.

Zbinden gab seinen Rücktritt bekannt, später verliess Frei den Verein und schrieb in seiner Kündigung: «Das anschliessende Verhalten und Vorgehen der zuständigen Personen widerspiegeln die seit längerem vorherrschenden, nicht mehr dem FC Basel entsprechenden Werte und Haltungen und den fehlenden Respekt gegenüber Mitarbeitern.»

«Das sind nicht meine Werte»

Alex Frei zu seinen letzten Tagen beim FC Basel

Als Frei bei der Vorstellung in Wil auf diese Werte angesprochen wird, sagt er: «Ich kann nur darüber reden, was ich beim FC Wil erlebt habe. Ein Wort zählt etwas, ein Handschlag zählt etwas. Ich hoffe, dass das in der heutigen Zeit noch immer Gang und Gäbe ist. Aber wenn man die Entwicklung des Fussballs und der Gesellschaft anschaut, dann werden selbst Verträge nicht mehr wahnsinnig eingehalten. Das sind nicht meine Werte. Aber ich habe eine tolle Zeit erlebt und ich werde nie öffentlich den Club FC Basel kritisieren.»

Frei betont im letzten Satz die Worte «den Club» besonders. Als wolle er damit sagen, dass er einzelne Basler Exponenten durchaus kritisieren würde.

Der Verein liegt ihm am Herzen, Frei wollte Trainer der 1. Mannschaft werden. Oder doch nicht? Zum Ende der Vorstellung in Wil sagte er noch: «Die Leute, die nahe mit mir zu tun hatten, die wussten, dass ich es ausgeschlossen habe, Trainer des FC Basel zu werden.»

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14 Kommentare
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Bambinodellacitta

08.09.2020, 06:35

Nachdem er seine ganze Karriere dem FCB zu verdanken hat schiesst er gegen den FCB. GC hat es sich mit Gerber vom FC Thun auch verspielt. Ihn hätte man gut brauchen können. Jedoch hat er die Grösse, diese Resentiments für sich zu behalten und konnte so, trotzdem Deals mit GC abschliessen. Professionell halt... Frei muss noch viel lernen.

Burgi

08.09.2020, 02:08

Frei der Schnorri.

Horber Sepp

07.09.2020, 17:35

Ich habe es auch ausgeschlossen, FCB-Trainer zu werden. Das Bier im Nordwesten schmeckt nicht gut. Die Pillen von Novartis schlagen bei mir nicht an.