Aktualisiert 04.10.2019 08:16

Labradoodle-Erfinder

«Ich habe Frankensteins Monster freigelassen»

Der Labradoodle wurde einst als Blindenhund für Menschen mit Hundehaarallergie gezüchtet. Sein Erfinder bereut sein Werk heute.

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Gestatten, Sultan, der weltweit erste Labradoodle. Er erblickte im Jahr 1989 das Licht der Welt.

Gestatten, Sultan, der weltweit erste Labradoodle. Er erblickte im Jahr 1989 das Licht der Welt.

Guide Dogs Victoria
Verantwortlich für seine Geburt war Wally Conran. Um einen Blindenhund zu schaffen, der auch für Menschen mit Hundehaarallergie geeignet ist, hatte der Australier ...

Verantwortlich für seine Geburt war Wally Conran. Um einen Blindenhund zu schaffen, der auch für Menschen mit Hundehaarallergie geeignet ist, hatte der Australier ...

Screenshot Youtube/ COBBERDOGKING - Australian Cobberdogs
... Labrador Retriever und Pudel gekreuzt. Sein Plan ging auf: Der Labradoodle war von seinem Temperament her als Führhund geeignet und haarte nicht.

... Labrador Retriever und Pudel gekreuzt. Sein Plan ging auf: Der Labradoodle war von seinem Temperament her als Führhund geeignet und haarte nicht.

epa/Pavel Wolberg

Wally Conron hatte die besten Absichten, als er Ende der 1980er-Jahre den Labradoodle erfand: Der Hybridhund, für den der Australier Labrador Retriever und Grosspudel miteinander kreuzte, sollte jenen als Blindenhund dienen, die an einer Hundehaarallergie leiden.

Als Haustier sei er nicht gedacht gewesen, so der heute 90-Jährige in einem Podcast des australischen Senders ABC. Doch tatsächlich wurde der Mix zum Trendtier (siehe Bildstrecke oben) – nicht zuletzt dank Prominenten wie Schauspielerin Jennifer Aniston oder Profi-Golfer Tiger Woods.

Rücksichtslos gezüchtet

Genau da liegt laut Conron das grosse Problem. «Ich habe die Büchse der Pandora geöffnet und Frankensteins Monster freigelassen.» Während er selbst immer darauf bedacht gewesen sei, gesunde Welpen zu züchten, setzten andere eher auf Masse statt Klasse. So ebnete seine Erfindung den Weg für «unethische, rücksichtslose Menschen», die züchten, ohne an die Gesundheit ihrer Nachkommen zu denken, zitiert Cnn.com den Australier.

Laut Conron ist die Mehrheit der Labradoodles «entweder verrückt oder hat ein Erbproblem». Mit gesunden Tieren hätten diese kaum mehr etwas zu tun. In dem Podcast verachtete er insbesondere den Rottweiler-Poodle-Hybrid, bekannt als Rottle oder Rottie-Poo. Deren Züchter würden Pudel mit allen möglichen anderen Rassen kreuzen, ohne sich über die gesundheitlichen Konsequenzen für die Tiere Gedanken zu machen.

Spezielle Fellfarben ebenfalls hochproblematisch

Doch nicht nur Hybridhunde laufen Gefahr, aufgrund ihrer Züchtung gesundheitliche Probleme zu bekommen, sondern auch Vierbeiner mit speziellen Fellfarben. So zahlen etwa Labradore in der derzeit angesagten Färbung Charcoal einen hohen Preis. Um den Ton zu erzielen, wird den Tieren ein spezielles Gen eingesetzt, das – sofern es mutiert – zu einer chronischen Hautentzündung führen kann, die mit Fellverlust, stark juckenden Ekzemen und offenen Wunden einhergeht:

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Keine Frage: Labradore in anderen als den klassischen Farben sind schön und edel anzusehen. Doch für die aussergewöhnliche Färbung zahlen einige der Tiere einen hohen Preis. Um eine solche Farbe zu erhalten, implantieren Züchter den Tieren ein spezielles Gen. (Im Bild: ein Exemplar mit der Färbung Charcoal)

Keine Frage: Labradore in anderen als den klassischen Farben sind schön und edel anzusehen. Doch für die aussergewöhnliche Färbung zahlen einige der Tiere einen hohen Preis. Um eine solche Farbe zu erhalten, implantieren Züchter den Tieren ein spezielles Gen. (Im Bild: ein Exemplar mit der Färbung Charcoal)

Instagram.com/castorcontent
Das Dilute-Gen (engl. «to dilute»: verdünnen) sorgt für eine Aufhellung des Originalfellfarbtons. Dadurch wird aus Braun Silber, aus Schwarz Charcoal und aus Gelb der Farbton Champagner. (Im Bild: Labrador mit der Fellfarbe Champagne)

Das Dilute-Gen (engl. «to dilute»: verdünnen) sorgt für eine Aufhellung des Originalfellfarbtons. Dadurch wird aus Braun Silber, aus Schwarz Charcoal und aus Gelb der Farbton Champagner. (Im Bild: Labrador mit der Fellfarbe Champagne)

Instagram.com/torontolabradorpuppies
Doch das Gen, das weder bei Labradoren ... (Im Bild: silberfarbener Labrador)

Doch das Gen, das weder bei Labradoren ... (Im Bild: silberfarbener Labrador)

Instagram.com/kovaandkayda

Wie sich auch Rassehunde durch Züchtung verändert haben, zeigt dagegen die folgende Bildstrecke:

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