Stefan Gubser: «Ich habe gerne schräge Filme»
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Stefan Gubser«Ich habe gerne schräge Filme»

Der neue Luzerner «Tatort» geizt nicht mit deftigen Bildern. Im Interview spricht Stefan Gubser über schwer verdauliche Szenen und seine persönlichen Krimi-Vorlieben.

von
Yves Schott
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Nach der Sommerpause geht es wieder los: Die Schweizer Stefan Flückiger (Reto Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer) ermitteln in Luzern.

Nach der Sommerpause geht es wieder los: Die Schweizer Stefan Flückiger (Reto Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer) ermitteln in Luzern.

SRF/Daniel Winkler
In «Ihr werdet gerichtet» jagen die beiden Ermittler einen Serienkiller, der Selbstjustiz übt.

In «Ihr werdet gerichtet» jagen die beiden Ermittler einen Serienkiller, der Selbstjustiz übt.

SRF/Daniel Winkler
Ebenfalls wieder mit dabei: Flückigers Vorgesetzter Eugen Mattmann (Jean-Pierre Cornu).

Ebenfalls wieder mit dabei: Flückigers Vorgesetzter Eugen Mattmann (Jean-Pierre Cornu).

SRF/Daniel Winkler

Der Schweiz gehörte der Abschluss – und nun macht sie auch gleich den Auftakt. Der Luzerner «Tatort» mit dem Titel «Ihr werdet gerichtet» beendet die Sommerpause der TV-Krimiserie. Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer) ermitteln wieder. Erst am 5. Juli gingen sie in «Schutzlos» auf Verbrecherjagd.

Im neuesten Fall hat sich Regisseur Florian Froschmayer gar nicht erst bemüht, explizite Bilder zu vermeiden. Es fliesst reichlich Blut, die Stimmung ist bedrückend. Flückiger und Ritschard verfolgen diesmal einen Täter, der sich offensichtlich in der Rolle des selbstgerechten Serienkillers gefällt. Die Opfer des Schützen sind denn auch ausschliesslich Schläger, Raser und Vergewaltiger.

Selber ein Krimi-Fan

Als seinen härtesten Einsatz würde Stefan Gubser «Ihr werdet gerichtet» jedoch nicht bezeichnen. «Der Fall, der mir bisher emotional am meisten nahe ging, war ‹Skalpell›», sagt er im Interview mit 20 Minuten. Thema waren damals transsexuelle Kinder.

Manche Szenen würden ihn allerdings schon an seine Grenzen bringen, gibt der 58-Jährige zu: «Situationen, die man selber noch nie erlebt hat. Wenn man als Polizist zum Beispiel zu einem Angehörigen muss, dessen Frau gerade ermordet wurde.» Trotzdem ist Gubser keiner, der privat Abstand vom «Tatort» braucht. Er schalte sonntags, sofern er zu Hause sei, immer den Fernseher ein. «Erstens habe ich auch privat gerne Krimis und zweitens interessiert mich vor allem, was für Geschichten die anderen ‹Tatort›-Macher erzählen.»

«Filme aus Wiesbaden sind die mutigsten»

Ein Lieblings-Ermittlungsteam hat der Zürcher zwar nicht. Er räumt aber ein: «Besonders gut gefallen mir die Filme vom Wiesbadener ‹Tatort› mit Ulli Tukur in der Hauptrolle. Ich habe gerne schräge Filme. Ich finde, es sind die mutigsten Filme in der Reihe ‹Tatort›.»

Mutig bedeutet aber nicht immer auch gut. Er merke schnell, wenn eine Folge schwächle. «Das befürchtet man als Schauspieler manchmal schon beim Lesen des Drehbuchs», erklärt Gubser lachend. Aber: «Bei Filmen ist es so wie bei Büchern, Bildern oder in der Musik: Nur wenige Arbeiten stechen wirklich aus der Masse hervor, und trotzdem steckt in jeder Arbeit sehr viel Herzblut und Leidenschaft von allen Beteiligten.»

«Tatort: Ihr werdet gerichtet», am Sonntag, 6. September um 20.05 Uhr auf SRF 1.

Erste Filmszenen sehen Sie in unserer Diashow.

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