19.11.2020 04:55

Solidarität zwischen Generationen«Ich habe immer gemeint, dass wir Älteren den Jungen egal sind»

Im Lockdown im Frühling haben Pfadi und Jungwacht-Blauring für Senioren eingekauft. Dafür werden sie nun offiziel ausgezeichnet.

von
Dominic Wipfli
1 / 4
Pfadi und Jungwacht-Blauring gewinnen den Anerkennungspreis  «Quartierleben 2020». Hier überreicht Stadtrat Martin Merki (links) symbolisch den Preis, der mit 5000 Franken dotiert ist.

Pfadi und Jungwacht-Blauring gewinnen den Anerkennungspreis «Quartierleben 2020». Hier überreicht Stadtrat Martin Merki (links) symbolisch den Preis, der mit 5000 Franken dotiert ist.

Stadt Luzern
Die Mitglieder der Jugendorganisationen haben während des Lockdowns täglich bis zu 40 Einkäufe für Senioren getätigt, die zur Risikogruppe gehören.

Die Mitglieder der Jugendorganisationen haben während des Lockdowns täglich bis zu 40 Einkäufe für Senioren getätigt, die zur Risikogruppe gehören.

Stadt Luzern
Über Whatsapp organisierten sich die Gruppen untereinander.

Über Whatsapp organisierten sich die Gruppen untereinander.

Stadt Luzern

Darum gehts

  • Pfadi und Jungwacht-Blauring gewinnen den Anerkennungspreis «Quartierleben 2020».

  • Die Organisationen haben während des Lockdowns über 600 Einsätze geleistet für ältere Personen.

  • Der Stadtrat zeigt sich begeistert über den Einsatz.

Die Gewinner des Anerkennungspreises Quartierleben 2020 heissen Pfadi St. Michael, Pfadi St. Anton, Pfadi Seppel, Jungwacht-Blauring St. Anton, Kinder- und Jugendchor St. Anton-St. Michael und Blauring St. Johannes. Sie leisteten während des Lockdowns im Frühling hunderte Einsätze zugunsten älterer Bewohnerinnen und Bewohner in den Quartieren, lobte die Stadt am Montag in einer Mitteilung. Mit dem Anerkennungspreis, der mit 5000 Franken dotiert ist, würdigt die Stadt das wirkungsvolle Engagement zugunsten lebendiger Quartiere.

Zwischenzeitlich seien pro Tag bis zu 40 Einkäufe für die Quartierbewohner und Quartierbewohnerinnen getätigt worden. Stadtrat Martin Merki sagt: «Während dem Lockdown im Frühling haben diese
Jugendorganisationen Ausserordentliches geleistet. Sie haben einen Einkaufsdienst für ältere
Quartierbewohnerinnen und Quartierbewohner aufgezogen und mehr als 600 Einsätze geleistet.»

«Jetzt kommen die und helfen uns»

Die Pfadi und Jungwacht-Blauring (Jubla) Gruppen hätten gezeigt, dass sie auch in schwierigen Zeiten der Gesellschaft zur Verfügung stehen können, teilte die Stadt weiter mit. Die Pfadi und Jubla hätten sich via Whatsapp selber quartierbezogen organisiert. Merki: «Der Einsatz der Jugendorganisationen hat gezeigt, dass Solidarität in einer Pandemie auch mit Distanz möglich ist. Passend dazu zitiere ich die Aussage einer älteren Dame, die sich bedankt hat: ‹Ich habe immer gemeint, dass wir den Jungen egal sind - und jetzt kommen
die, und helfen uns.›»

Eine der Helferinnen war die 16-jährige Katrin Wyss von der Jungwacht-Blauring St. Anton. Die Kantischülerin hat rund ein Dutzend Einkäufe für die Quartierbewohner erledigt. «Ich fand es eine super Idee, dass junge Leute aus dem Quartier älteren aus dem Quartier helfen,» sagt sie. Ein weitere Helfer war der 17-jährige Kantischüler Silvan Ineichen. Er sagt: «Ich habe mir gedacht: Wenn wir wegen dem Lockdown ja eh schon zuhause hocken müssen, können wir die Zeit doch grad sinnvoll nutzen.» Er war dafür zuständig am Telefon die Aufträge entgegenzunehmen und diese zu koordinieren.

Hast du oder jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.