14.09.2016 19:39

Weltraumpionier

«Ich habe immer noch grosse Angst»

Swiss-Space-Systems-Gründer Pascal Jaussi verarbeitet den Angriff vom 26. August – und stellt Fakten zur finanziellen Lage seines Unternehmens klar.

von
kat
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Pascal Jaussi, Gründer von Swiss Space Systems (S3), wurde am 26. August 2016 brutal von zwei Männern geschlagen, gewürgt und mit brennbarer Flüssigkeit übergossen – so schilderte er zumindest den Vorfall.

Pascal Jaussi, Gründer von Swiss Space Systems (S3), wurde am 26. August 2016 brutal von zwei Männern geschlagen, gewürgt und mit brennbarer Flüssigkeit übergossen – so schilderte er zumindest den Vorfall.

Keystone/Sandro Campardo
Anschliessend ist sein Auto in Brand geraten. Das Feuer war auch von weitem zu sehen, wie das Leser-Bild aus Estavayer zeigt.

Anschliessend ist sein Auto in Brand geraten. Das Feuer war auch von weitem zu sehen, wie das Leser-Bild aus Estavayer zeigt.

Leser-Reporter/Major22
Jaussis Raumfahrtunternehmen war Mitte Dezember von einem Waadtländer Regionalgericht in Konkurs geschickt worden.

Jaussis Raumfahrtunternehmen war Mitte Dezember von einem Waadtländer Regionalgericht in Konkurs geschickt worden.

Keystone/Jean-christophe Bott

Rund drei Wochen ist es her, seit Weltraumpionier Pascal Jaussi in einen Wald bei Aumont FR geschleppt, brutal verprügelt und angezündet wurde. «Ich habe immer noch grosse Angst», sagt der Gründer und CEO von Swiss Space Systems in einem Interview mit dem Westschweizer Magazin «L'illustre». Seine Wunden würden zwar gut heilen, doch brauche er immern noch zahlreiche Medikamente. Der 40-Jährige und seine Familie stünden unter professionellem Personenschutz.

Jaussi hat einen Verdacht, wer ihn attackiert haben könnte. Aufgrund der laufenden Untersuchung könne er der Öffentlichkeit jedoch nichts preisgeben, sagt er im Interview. Die Freiburger Untersuchungsbehörden ermitteln wegen Brandstiftung und Körperverletzung.

Doch bekräftigt er die Vermutung, dass der Angriff etwas mit den neuen Sateliten zu tun haben könnte, die sein Unternehmen derzeit fertigstellt. Diese haben einen hohen Wert. «Wenn Sie Zugriff auf den Weltraum haben, dann haben Sie die Informationen. Heute können wir wissen, was in Echtzeit geschieht, auf der ganzen Welt.»

Trotz Schulden nicht vor dem Aus

Erstmals seit der Attacke vom 26. August spricht Jaussi auch über die kursierenden Gerüchte über seine Firma. Trotz Schulden in der Grössenordnung von fünf Millionen Franken stehe das Unternehmen Swiss Space Systems finanziell nicht vor dem Aus, sagte er. Der Firma sei erst gerade ein Konkursaufschub gewährt worden und sie befinde sich ausserhalb einer Überschuldung.

Pascal Jaussi verwies dabei auf die bereits in einer Medienmitteilung vom Wochenende angekündigte Kapitalisierung von 29 Millionen Franken von einer der Tochterfirmen von S3. Das Geld soll in die Holding transferiert werden, um die Gläubiger auszuzahlen. Er werde sich für sein Unternehmen einsetzen und nicht aufgeben.

Anfang 2017 Parabelflüge

Er versicherte zudem, dass die Parabelflüge, in denen Privatpersonen die Schwerelosigkeit erleben können, Ende Januar beginnen sollen. In Zukunft soll der dafür eingesetzte Airbus A340 auf dem Rumpf ein Shuttle bis in 10'000 Meter über Meer tragen.

Die Raumfähre soll aus dieser Höhe bis in das Weltall vorstossen und kleine Satelliten in die Erdumlaufbahn schicken. Das Unternehmen preist die Lösung als besonders günstig an, weil das Shuttle wieder verwendet werden kann. (kat/sda)

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