Sawiris: «Ich habe keine Angst vor den Islamisten»
Aktualisiert

Sawiris«Ich habe keine Angst vor den Islamisten»

Der Hotelbauer Samih Sawiris sieht trotz der heftigen Unruhen in Ägypten keine Gefahr für seine millionenschweren Hotelprojekte.

von
Valeska Beck

Sein Mega-Hotelprojekt in Andermatt (siehe Box) ist bei weitem nicht das einzige Gross-Investment. Sawiris hat in Hotels in islamischen Ländern wie Ägypten, Oman oder Jordanien insgesamt 750 Millionen Franken investiert.

Herr Sawiris, Sie besitzen zahlreiche Hotelanlagen in Ägypten. Fürchten Sie angesichts der aktuellen Ausschreitungen um Ihre Investments?

Samih Sawiris: Nein. Es wird erst zum Problem, wenn sich die Proteste wiederholen.

Waren Sie auch nicht besorgt, als an Neujahr Islamisten Christen in Ägypten angriffen?

Jeder Tote ist dramatisch. Die Mehrheit der Moslems war sehr betroffen. Das zeigt, dass die fundamentalistische Minderheit die Massen nicht gewinnt.

Sie investieren Millionen in islamischen Ländern. Befürchten Sie nicht, dass nach den Unruhen Fundamentalisten an die Macht kommen?

Nein. Ich investiere in Ägypten mehr als in Andermatt. Das würde ich nicht tun, wenn ich Angst vor den Fundamentalisten hätte.

Warum sind Sie so gelassen?

Christen hatten nie Probleme mit Moslems. Schlimm ist, dass die Fundamentalisten immer lauter werden. Deshalb glauben viele, dass alle Ägypter fundamentalistisch sind.

Wollen Europäer deshalb nicht mehr nach Ägypten kommen?

Das kann ich nicht beurteilen. Aber gut informierte Leute ­wissen, dass es in den touristischen Gegenden keine Spur von Fundamentalismus gibt.

Trotzdem: Die westliche Kultur ist freizügig, der Islam gilt als konservativ. Gibt es keine Konflikte in Ihren Hotels?

Absolut nicht. Die Durschnittsmoslems sind viel grosszügiger als viele Christen. Der Islam verbietet Alkohol, aber nicht, dass andere ihn trinken. Auch Bikinis am Strand sind kein Problem.

Vermarktung soll besser laufen

Vermarktung soll besser laufen

Das Swiss Alps Resort in Andermatt umfasst sechs Hotels im 4- und 5-Sterne-Segment, rund 500 Wohnungen in 42 Häusern sowie 25 Villen und einen Golfplatz. Die Vermarktung ist bisher harzig angelaufen: Bis Ende 2010 wurden erst Wohnungen und Villen im Wert von 102 Mio. Franken verkauft oder reserviert. Daraus soll jetzt mehr werden: Im laufenden Jahr will der ägyptische Investor Samih Sawiris das Verkaufsvolumen auf 120 Mio. Franken steigern, wie er gestern in Zürich sagte. Bisher wurden für das Projekt Andermatt 136 Mio. Franken ausgegeben. In diesem Jahr sind Ausgaben von 100 Millionen Franken geplant.

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