Model Noëmi Manser: «Ich habe keine Lust mehr auf dieses sinnlose Spiel»
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Model Noëmi Manser«Ich habe keine Lust mehr auf dieses sinnlose Spiel»

Das Schweizer Model Noëmi Manser modelt für Übergrössen. Die Kategorisierungen gehen ihr aber brutal auf die Nerven.

von
lme
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In einem langen Instagram-Post äussert sich das Schweizer Model Noëmi Manser (28) über den Druck von Frauen im Modellbusiness, einem gewissen Rollenbild entsprechen zu müssen.

In einem langen Instagram-Post äussert sich das Schweizer Model Noëmi Manser (28) über den Druck von Frauen im Modellbusiness, einem gewissen Rollenbild entsprechen zu müssen.

Instagram/Noemimanser
«Das alles führt dazu, dass Mädchen unzufrieden sind und eine Andere sein wollen», schreibt Manser.

«Das alles führt dazu, dass Mädchen unzufrieden sind und eine Andere sein wollen», schreibt Manser.

Instagram/Noemimanser
Manser, die bei der Zürcher Agentur Visage und international bei IMG unter Vertrag steht, weiss, wovon sie spricht. Sie selber wird oft als Plus-Size-Model in eine Schublade gesteckt.

Manser, die bei der Zürcher Agentur Visage und international bei IMG unter Vertrag steht, weiss, wovon sie spricht. Sie selber wird oft als Plus-Size-Model in eine Schublade gesteckt.

Jorg Rozier

«Ich finde es schade, wenn Mädchen öffentlich schubladisiert werden», beginnt Noëmi Manser (28) den Post auf Instagram, auf dem sie fast nackt posiert und sich auf vielen Zeilen über die Kategorisierung der Frau, beziehungsweise der Figur der Frau, im Modelbusiness äussert. «Die Folge ist Unzufriedenheit und der Wunsch, ‹diese andere› zu sein», schreibt sie.

Noëmi Manser weiss, wovon sie spricht. Sie wurde selber jahrelang als erfolgreiches Curvy- oder Plus-Size-Model bezeichnet und lief mit ihren 1,81 Metern Körpergrösse und Massen von 93-76-102 für Topdesigner über den Laufsteg. Heute lebt sie in New York, arbeitet auch als Künstlerin und entwirft Stoffe für Modedesigner.

«Das Thema betrifft viele»

Der Instagram-Post ist Noëmi Mansers Reaktion auf die Frage des Magazins «Best of Nordwest», wie sie dazu stehe, dass sie als Curvy-Model betitelt werde. «Ich habe die Antwort auf Instagram auf Englisch übersetzt, da das Thema viele Personen betrifft», sagt sie zu 20 Minuten.

Manser arbeitet als Model, seit sie 15 ist. Sie sei immer wieder mit allerlei Oberflächlichkeiten konfrontiert worden. «Authentizität ist in diesem Business nicht gefragt», schreibt sie. «Du musst in eine Schublade passen, damit du dich gut verkaufst», analysiert Manser. «Natürlich ist es ein Geschäft. Aber was es mit dem Verstand der Mädchen macht, ist alles andere als gesund.»

«Ich habe einfach keine Lust, bei diesem sinnlosen Spiel mitzumachen»

Das Model aus Basel wird deutlich: «Ich finde es wichtig, darüber zu reden. Viele Mädchen leiden, oftmals unbewusst, unter dem Druck, einem bestimmten Bild entsprechen zu müssen. Der Druck kommt von vielen Seiten: Medien, Arbeit, Schule, Freunde, Familie, sogar Partner», sagt Manser zu 20 Minuten. Davon hat sie genug: «Ich habe schlicht und einfach keine Lust, bei diesem sinnlosen Spiel mitzumachen», sagt sie.

Sie konzentriere sich lieber auf Dinge, die für sie Sinn machen, wie innere Werte, Gesundheit, Kreativität und ethische Grundsätze. In ihrem Instagram-Appell bringt Noëmi Manser den Kern der Sache auf den Punkt: «Das Idealbild eines perfekten Körpers lebt nur in unseren Köpfen», sagt Manser.

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