Marco Wölfli: «Ich habe mein Ding durchgezogen»
Aktualisiert

Marco Wölfli«Ich habe mein Ding durchgezogen»

YB-Kult-Keeper Marco Wölfli springt erfolgreich für seinen jungen Nachfolger David von Ballmoos ein.

von
E. Tedesco
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In der 34. Minute trifft GC-Verteidiger Numa Lavanchy David von Ballmoos unbeabsichtigt am rechten Schienbein und fügt ihm eine tiefe Rissquetschwunde zu. Für den YB-Goalie gehts nicht mehr weiter.

In der 34. Minute trifft GC-Verteidiger Numa Lavanchy David von Ballmoos unbeabsichtigt am rechten Schienbein und fügt ihm eine tiefe Rissquetschwunde zu. Für den YB-Goalie gehts nicht mehr weiter.

Keystone/Valeriano di Domenico
Von Ballmoos muss noch in einem Zürcher Krankenhaus genäht werden. Wie lange er ausfällt, ist ungewiss.

Von Ballmoos muss noch in einem Zürcher Krankenhaus genäht werden. Wie lange er ausfällt, ist ungewiss.

FreshFocus/urs Lindt
Für den jungen YB-Keeper kommt Routinier Marco Wölfli zum Einsatz.

Für den jungen YB-Keeper kommt Routinier Marco Wölfli zum Einsatz.

FreshFocus/urs Lindt

4:0 siegt YB am Samstag im Letzigrund gegen GC. Aber einen Wermutstropfen hat der zweite Saisonsieg: Nach 34 Minuten bleibt David von Ballmoos nach einer vereitelten GC-Chance am Boden liegen. GC-Verteidiger Numa Lavanchy hat den YB-Goalie bei einem Zusammenprall am Fuss getroffen. Von Ballmoos zog sich eine lange Rissquetschwunde am rechten Schienbein zu und musste in einem Zürcher Krankenhaus genäht werden.

Routinier Marco Wölfli ersetzte Von Ballmoos ab der 38. Minute. Der Kult-Keeper wurde dann auch gleich nach der Pause geprüft, als Hopper Michal Fasko auf Wölflis Tor losstürmte (51.). Der Berner Kult-Keeper, der sich erst während der Pause richtig warmschiessen lassen konnte, parierte souverän. Es war eine Schlüsselszene des Spiels. Hätte Fasko die beste GC-Chance zum 1:1 verwertet, hätte die Partie vielleicht eine andere Wendung genommen.

Wölfli seit 2014 nur noch die Nummer 2

«Ich muss Marco Wölfli ein Kompliment machen», sagte Trainer Adi Hütter. «In dieser Schlüsselszene hat er stark gehalten und hat danach die Partie mit seiner ganzen Erfahrung super runtergespielt.» Dazu bekam der bald 35-Jährige in den letzten Jahren nicht häufig die Gelegenheit.

«Ich habe mein Ding durchgezogen»

YB-Kult-Keeper Marco Wölfli muss schon in der 2. Runde der Meisterschaft für seinen jungen Kollegen David von Ballmoos einspringen.

YB-Goalie Marco Wölfli nach seinem Einsatz gegen GC. (Video: 20 Minuten)

Der 22. August 2014 war für Wölfli nicht irgendein Datum. Der YB-Keeper wurde an diesem Tag 32 Jahre alt – und es war der Tag, an dem Wölfli den Medien Auskunft geben musste, warum er nicht mehr Stammgoalie ist. 24 Stunden zuvor hatte Trainer Uli Forte der langjährigen Nummer 1 im YB-Tor mitgeteilt, dass er in Zukunft auf den jungen Yvon Mvogo setzen würde. Wölfli fügte sich in seine Rolle, auch wenn der Schock gross war, wie er gegenüber der Medienrunde im Stadionrestaurant eingestand. Wenige Monate später verlängerte er seinen Vertrag bis 2019.

Yvon Mvogo wechselte im Sommer 2017 zu RB Leipzig. Ersetzt wurde er durch David von Ballmoos. Das nächste Torhüter-Talent im YB-Tor und der nächste junge Kollege. Der Wolf, der mit den Jungen tanzt, sicherte auch ihm seine Unterstützung zu wie er es schon bei Mvogo gemacht hatte, nachdem der erste Schlag verdaut war.

Fehlt Von Ballmoos auch gegen Kiew?

Wölfli holt sich auch nicht erst Gratulationen ab nach seinem Einsatz, sondern wollte sofort wissen, wie es seinem jungen Kollegen geht. «Ich habe dann gehört, dass es nicht schlimm ist und sich wohl nur um eine Schnittwunde handelt. Da bin ich schon mal froh», so Wölfli. Und zu seinem Einsatz sagt er: «Es war schön, wieder einmal zu spielen und das zu Null, denn das ist für mich fast das Wichtigste. Nach dem wir am Mittwoch erst in Kiew gespielt haben, war es nicht ganz einfach.»

Und zu seiner persönlichen Leistung und der Glanztat gegen Fasko? Wölfli: «Ich habe mein Ding durchgezogen – nicht mehr und nicht weniger.» Je nachdem könnte Wölfli am Mittwoch im Rückspiel in der Champions-League-Qualifikation gegen Dynamo Kiew (1:3) sogar noch einmal zu einem internationalen Highlight kommen. Es würde sich nicht dagegen wehren, aber in jedem Fall seinen jungen Kollegen unterstützen.

GC-Goalie Heinz Lindner ist nicht zu beneiden

Heinz Lindner kassiert in zwei SL-Spielen sechs Gegentore und kann doch nichts dafür, dass GC so schlecht startete.

GC-Goalie Heinz Lindner erlebt einen unglücklichen Start in die Super League. (Video: 20 Minuten)

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