Das hat euch 2021 bewegt - «Ich habe meinen Enkel im Bad zur Welt gebracht!»
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Das hat euch 2021 bewegt «Ich habe meinen Enkel im Bad zur Welt gebracht!»

Eine schwere Diagnose, eine unerwartet schnelle Geburt und eine lebensverändernde Begegnung: Drei Leserinnen erzählen, was ihre Herzen 2021 höher schlagen liess.

von
Gabriela Graber
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Mitten in der Nacht wurde V.S. plötzlich zur Hebamme – und Grossmutter!
Story 1

Mitten in der Nacht wurde V.S. plötzlich zur Hebamme – und Grossmutter!

Privat 
Das Kind ihrer Tochter kam früher als erwartet auf die Welt. 

Das Kind ihrer Tochter kam früher als erwartet auf die Welt.

Privat 
V.S. handelte völlig intuitiv. Doch wie durch ein Wunder klappte alles. 

V.S. handelte völlig intuitiv. Doch wie durch ein Wunder klappte alles.

Privat 

Darum gehts:

  • Für diese drei 20-Minuten-Leserinnen war 2021 ein Jahr voller grosser Gefühle:

  • Der Vater einer 25-jährigen Frau erkrankt an Krebs und zeigte sich in der Situation stärker denn je.

  • V.S. (55) wurde spontan zur Hebamme, als die Wehen ihrer Tochter plötzlich einsetzten.

  • M. (37) begegnete in Barcelona ihrem Seelenverwandten.

Anonym (25): «Papa hat den Krebs besiegt!»

«Papa hat Prostatakrebs. Diese Nachricht traf uns wie ein Schlag ins Gesicht. Das war im April. Eigentlich war es nur eine Routineuntersuchung… Ab dem Tag der Diagnose ging alles schnell: Das Krebsstadium war weit fortgeschritten, für weitere Abklärungen blieb keine Zeit und schon eine Woche später wurde er operiert und begann mit der Chemoterapie. Es folgten Wochen der Ungewissheit: War die Operation erfolgreich? Sind noch weitere Organe befallen? Doch während wir beiden Kinder und unsere Mama nervös und besorgt waren, blieb unser Vater ruhig: Er fing unsere Sorgen auf, hörte und sprach uns zu. Irgendwie verkehrte Welt, oder? Schon immer war er ein Mensch, der versuchte, in allem das Positive zu sehen - doch in so einer Situation war seine Haltung wirklich aussergewöhnlich. Er nehme Kraft daraus, dass er eine Familie habe, die ihn unterstütze, sagte er mir, als ich ihn einmal fragte, woher sein Vertrauen kommt.

«Wir konnten aufatmen»

Als dann endlich der Bescheid nach der OP kam, konnten wir aufatmen: Es war alles gut gegangen und der Krebs hatte sich nicht weiter ausgebreitet. Ich wusste: Jetzt würde es gut kommen, mein Vater würde wieder gesund werden.

Seit dieser Zeit habe ich grössten Respekt davor, wie mein Vater mit Schicksalsschlägen umgeht. Auch sind wir als Familie sehr viel näher zusammengerückt: Der Zusammenhalt war schon vorher da, aber ich war mir dessen gar nicht so bewusst gewesen. Mich hat diese Zeit geprägt: Ich schätze vielmehr die kleinen Dinge und bin jeden Tag dankbar, dass wir alle gesund sind.»

V.S. (55) «Ich habe meinen Enkel zur Welt gebracht»

«Es war der 24. Juni , um ein Uhr morgens, als bei mir das Telefon klingelte. Es war meine Tochter: Mam, komm, das Kind kommt! Für den Geburtstermin war es eigentlich viel zu früh, aber ich stieg ins Auto, 20 Minuten später war ich bei ihr. Sie war im Bad - und hatte sichtlich schmerzhafte Wehen. Ich schaute nach - und tatsächlich: Das Köpfchen des Kindes war schon spürbar. Es ging blitzartig: Nach etwa drei Minuten war der ganze Kopf da, ich hatte knapp genügend Zeit, um Badetücher zusammenzusuchen und wenige Minuten später kam das winzige Wesen in die Tücher reingeflutscht! Ich trocknete es und rief die Ambulanz, die fünf bis zehn Minuten später anklopfte. Eine Ärztin versorgte meine Tochter, während der Sanitäter die Nabelschnur durchschnittan diese hatte ich mich nämlich nicht rangewagt. Überhaupt hatte ich keine Ahnung, was ich tat! Ich hatte die ganze Zeit intuitiv gehandelt. Meine Tochter wurde dann ins Spital gefahren, ich fuhr zu ihr - während mir langsam bewusst wurde, was alles hätte schiefgehen können. Doch das ist es nicht: Wie durch ein Wunder verlief die unerwartet rasche Geburt unproblematisch, der kleine Junge war gesund. Dieser Moment, als ich den Kleinen zum ersten Mal in den Armen hielt, als er mich anschaute und atmete, als ich seine kleinen, perfekten Finger sah… das war wirklich unbeschreiblich.»

M. (37) «Ich hatte die schönste Begegnung meines Lebens»

«Eine Prüfung, die Trennung von meinem Ex und obendrein noch die Corona-Pandemie: Ich hatte ein intensives Jahr hinter mir, war müde und ich verschloss mich zunehmend. Im Mai flog ich nach Barcelona, um Sonne zu tanken. Gleich am ersten Morgen startete ich den Tag mit einem Gang in die Hotelsauna und kühlte mich danach im Pool ab. Und da sah ich ihn: Einen Mann mit rabenschwarzen Augen und dunklen, kurzen Haaren. Der Unbekannte fragte mich um Feuer für seine Zigarette. Ich setzte mich zu ihm und wir redeten rund 20 Minuten. Unsere Connection war verblüffend. Es kam mir so vor, als hätten wir uns irgendwann schon mal getroffen. Dann musste er los. Wir tauschten die Nummern aus, und weg war er. Zwei Monate lang teilten wir per Videocall und Messages unsere Leben. Mit jeder Nachricht und jedem Anruf öffnete ich mich mehr, bis er schliesslich sämtliche Mauern, die ich um mein Herz gebaut hatte, einriss. Im Juli schaffte ich es, ihn zu besuchen. Kaum als ich aus dem Zug ausgestiegen war, küssten wir uns.

Das Wochenende mit ihm war wunderschön und als ich am Sonntag wieder in den Zug stieg, beschlossen wir, eine Fernbeziehung zu führen. Im Zug tauschten wir noch ein paar Nachrichten aus - doch meine letzte Nachricht an ihn blieb wochenlang unbeantwortet. Ich war wohl noch nie so traurig wie in dieser kontaktlosen Zeit.

«Er entschuldigte sich»

Im September meldete er sich wieder. Er leide an Depressionen, meinte er, und als ich mit dem Zug weggefahren sei, sei seine Lebensfreude mit mir weggefahren. Er entschuldigte sich zutiefst - wir schreiben noch ein paar Mal, dann verstummte er wieder.

Ich weiss, dass sein «Verschwinden» nichts mit mir zu tun hat. Darum konnte ich mit diesem Kapitel Frieden schliessen. Er hat mir geholfen, mein Herz wieder zu öffnen, als es mir schlecht ging und ich fand wieder zu mir selbst. Auch wenn es kein Happy End gab: Er ist die schönste Begegnung meines Lebens.»

Das hat euch dieses Jahr bewegt

Selbstlose Taten, schöne Stories und emotionale Momente: Wir haben euch nach euren Highlights des Jahres 2021 gefragt. Unzählige herzerwärmende Geschichten haben wir daraufhin von euch erhalten.

Du willst mehr davon? Dann schau hier vorbei:

Teil 3: «Ich habe meinen Enkel im Bad zur Welt gebracht!»

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