St. Gallen: «Ich habe mich im Ferrari nur blöd gefühlt»

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St. Gallen«Ich habe mich im Ferrari nur blöd gefühlt»

Weil er einen Ferrari mehrmals stark beschleunigt haben soll und den Motor habe aufheulen lassen, muss ein Ostschweizer vor Gericht. Er bestreitet alles.

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taw
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Am 19. Februar 2016 gegen 21.20 Uhr sass der Beschuldigte am Steuer eines Ferrari F430 Spider.

Am 19. Februar 2016 gegen 21.20 Uhr sass der Beschuldigte am Steuer eines Ferrari F430 Spider.

Wikimedia/M 93
Mitten in der Stadt St. Gallen soll er das Auto bei diversen Lichtsignalanlagen stark beschleunigt haben und den Motor bei niedrigen Gängen aufheulen lassen.

Mitten in der Stadt St. Gallen soll er das Auto bei diversen Lichtsignalanlagen stark beschleunigt haben und den Motor bei niedrigen Gängen aufheulen lassen.

Wikimedia/M93
Einmal habe er den Sportwagen derart beschleunigt, dass die Reifen quietschten.

Einmal habe er den Sportwagen derart beschleunigt, dass die Reifen quietschten.

Wikimedia/Beademung

«Ich bin ein sehr korrekter Mensch und halte nichts von Lügen», so der Beschuldigte auf Anfrage von 20 Minuten. Dennoch muss er sich am Dienstag vor dem Kreisgericht St. Gallen verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm mehrfache Verletzung der Verkehrsregeln vor. Dagegen erhob er Einsprache. Ihm droht eine Busse in Höhe von 400 Franken.

Am 19. Februar 2016 gegen 21.20 Uhr sass der Mann am Steuer eines Ferrari F430 Spider. Mitten in der Stadt St. Gallen soll er das Auto bei mehreren Lichtsignalanlagen stark beschleunigt haben und den Motor in niedrigen Gängen aufheulen lassen.

Zudem habe er laut Strafbefehl das Fahrzeug in der Verzweigung Oberer Graben/Bahnhofstrasse gewendet und die Fahrt in entgegengesetzter Richtung fortgesetzt, ohne vorher zu blinken. Wieder habe er den rund 500 PS starken Sportwagen beschleunigt, diesmal jedoch so stark, dass die Reifen quietschten. Anschliessend soll er in den Durchgang Oberer Graben/Neugasse eingebogen sein und dabei das allgemeine Fahrverbot missachtet haben.

«Wollen mir eins auswischen»

Es sei das erste Mal gewesen, dass er sich hinters Steuer eines Ferraris gesetzt habe, so der Mann. Er habe es einfach einmal ausprobieren wollen. Der Wagen gehöre seinem Cousin, dieser sass mit ihm im Wagen. «Was mir vorgeworfen wird, habe ich nicht getan», so der Beschuldigte auf Anfrage. Das sei völlig abwegig: «Wer macht schon so etwas mitten in der Stadt?»

Hätte er den Sportwagen richtig ausreizen wollen, wäre er auf die Autobahn gegangen. Wegen der Assistenzsysteme sei es gar nicht möglich, derart zu beschleunigen. Vielleicht sei seine Fahrweise etwas ruppig gewesen, weil er bei einem neuen Auto das Gasgefühl nicht so habe. Und ein Sportwagen sei eben laut.

Er vermutet, das man ihm eins auswischen will. «Als wir das Auto parkierten und ausstiegen, bemerkten wir ein Auto hinter uns», so der Beschuldigte. Darin seien zwei junge Polizisten gewesen. «Als Erstes haben sie uns gefragt, woher wir den Wagen haben. Als würden sie in Frage stellen, dass wir uns das leisten können.» Und obwohl es Zeugen gebe, die bestätigen könnten, dass die Vorwürfe haltlos sind, sei niemand befragt worden. Die Polizisten hätten auch keine Beweise für ihre Vorwürfe.

Nie wieder Ferrari

Er hofft, dass die Verhandlung zu seinen Gunsten ausgeht. Eine Konsequenz zieht er für sich aber schon im Vorfeld: «Ich setze mich nie wieder in den Ferrari.» Die Fahrt habe nur etwa fünf Minuten gedauert, aber er habe sich im Auto einfach nur «blöd und unwohl» gefühlt.

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