13.11.2020 16:39

3 mit Sex«Ich habe mit meinem Chef geschlafen»

Ella gab den Avancen ihres Ex-Ex-Ex-Chefs nach. Ist sie deswegen eine Büro-Schlampe? Nope! Aber leider auch kein durchtriebener Sex-Vamp.

von
Ella
Julia Ullrich
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Der Chef von Ella macht ihr Avancen. Mit einem Plan im Kopf fügt sich Ella diesen und geht mehrmals mit ihrem Boss aus. 

Der Chef von Ella macht ihr Avancen. Mit einem Plan im Kopf fügt sich Ella diesen und geht mehrmals mit ihrem Boss aus.

Illu: Anna Déer
Sie ist Single mit wechselnden Liebschaften. Verliebt sich wahllos. Sucht Mr. Right und vertreibt sich die Zeit mit amourösen Fettnäpfchen und seltsamen Begegnungen zwischen feuchten Laken.
Ella

Sie ist Single mit wechselnden Liebschaften. Verliebt sich wahllos. Sucht Mr. Right und vertreibt sich die Zeit mit amourösen Fettnäpfchen und seltsamen Begegnungen zwischen feuchten Laken.

Illu: Anna Déer
Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau, WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln umgehen kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, inner- und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.
Lars

Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau, WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln umgehen kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, inner- und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.

Illu: Anna Deér

Darum gehts

  • Ella hat während des Studiums von ihrem Chef etwas zu viel Aufmerksamkeit bekommen.

  • Sie schmiedet einen Plan und will ihn mit seinen eigenen Waffen schlagen: Sex gegen eine Festanstellung.

  • Doch daraus wird nichts: Schnell merkt sie, dass auch ihr Chef ein Herz hat, und verwirft ihren Plan.

Fast jede Frau kennt es: Komplimente, Berührungen, Sonderbehandlungen von Männern, die in einer Machtposition stehen und diese nutzen, um sexuelle Gefälligkeiten zu erlangen. Es sind Lehrmeister, Professoren, Trainer, Chefs, die Grenzen sprengen – und damit erschreckend oft erfolgreich sind.

Es ist nicht leicht, Nein zu sagen. Weil es zu oft eine Lose-lose-Situation ist: Sage ich Nein, bin ich mit mir selbst im Reinen und kriege Applaus von meinen Feministinnen-Friendos – der Preis dafür ist allerdings die Rache des Zurückgewiesenen: schlechte Noten, Mobbing, Jobverlust. Sage ich Ja, gelte ich sofort als die, die sich hochgeschlafen hat. Billige Schlampe, willige Büromatratze. Dazu kommt die Scham vor mir selbst.

«Mein Plan? Ich setze auf die Umkehrtaktik!»

Ich weiss, wovon ich spreche: Been there, done that. Mehr als einmal habe ich mich vor allem deshalb betatschen und bespringen lassen, weil ich mich geschmeichelt fühlte, von einem «wichtigen Herrn» als rammelswertes Objekt betrachtet zu werden. Oder ich bin mit einem in die Pfanne gestiegen, aus Angst, dass ich nicht mehr in seiner Gunst stehe, wenn ich ablehne oder mich wehre.

Mit Danilo wollte ich es schlauer anstellen. Er war der Chef der PR-Agentur, ich der ich als zarte Bachelorstudentin jobbte. Na ja, zart, war schon damals nicht die Wahrheit, aber ich gab mich gern so. Und Danilo fuhr voll drauf ab. Er lobte mein «natürliches Aussehen» und fand es toll, dass ich zur Arbeit den Berg raufpedalte. Wie erwartet, wurde er bald zudringlich und legte mir die Hand auf meine, wie er es nannte, «strammen Velo-Schenkel». Zusammen mit Juno schmiedete ich einen Plan. Die Umkehrtaktik! Bumerangstrategie.

«Mein Boss und ich landeten in einem Kingsize-Bett»

Ich begann, gezielt mit Danilos Avancen zu spielen. An meinen Arbeitstagen flocht ich Zöpfe, absichtlich ein bisschen unperfekt. Wie ein Bauernmädchen, das vor der Schule noch schnell den Stall machen musste und dabei die Frisur zerzauste. Ich schminkte rote Apfelbäckchen und trug gerne flatternde Blümchenkleider. Dass ich abends mit Ledermini oder Lack-Leggins clubben ging, erzählte ich meinem Boss nicht. Er fand mich UNWIDERSTEHLICH. Mein Plan, mich von ihm verführen zu lassen und am Ende vernichtende Whatsapp-Nachrichten vorweisen zu können, die ihn zwingen würden, mich von der Aushilfsstudentin zum Junior Project Manager zu befördern, ging auf. Fast. Danilo und ich gingen zweimal was trinken, einmal was essen, ich erhielt Dutzende sehr eindeutige Nachrichten, und beim dritten Date landeten wir in einem Kingsize-Bett in einem Boutiquehotel in der Altstadt.

Ich wusste, nun hatte ich genug in der Hand gegen ihn, dass er mir jeden Wunsch erfüllen musste. Doch es ging nicht. Danilo war ein wunderbarer Liebhaber: fantasievoll, zärtlich und viel erfahrener, als alle meine vorherigen Männer zusammen. Bis heute unerreicht ist seine Technik, mit der er meine Schamhaare kraulte (kurze rote Löckchen, extra für ihn wachsen lassen) und gleichzeitig meine Klitoris massierte. Und er war ein guter Gesprächspartner, interessiert, mitfühlend, intelligent. Danilo gefiel mir immer besser, gleichzeitig fand ich ihn daneben. Er erzählte mir von «seiner Vera», die von Depressionen geplagt sei. Er wolle sie schon länger verlassen, bringe es aber in ihrem Zustand nicht übers Herz. Er wirkte so ehrlich verzweifelt, dass ich ihn gleichzeitig umarmen und ohrfeigen wollte. Bloss ihn unter Druck setzen oder bei der Geschäftsleitung verpfeifen, wie ich es ursprünglich vorgehabt hatte – das wollte ich nicht mehr.

«Mein Ex-Boss wurde zum Zügelhelfer»

Wie heisst es so schön: Bad situations make good stories. Ich bin dann nicht Projektleiterin geworden. Und auf eine schnieke Affäre mit einem erfahrenen Lover habe ich mich auch nicht eingelassen. Auch wegen Vera. Stattdessen habe ich gekündigt mit einem Gefühl, das mehr an die Traurigkeit eines schalen Biers erinnerte als an die Unbezwingbarkeit des durchtriebenen Vamps, der ich eigentlich sein wollte.

Immerhin: Als ich aus meiner alten WG aus- und bei Bruce und Lars einzog, habe ich Danilo als Zügelhelfer engagiert. Er musste den Nussbaumschrank meines Grossmamis tragen. Gärn gscheh, Alte!

Sex-WG

3 mit Sex

Ella, Lars und Bruce heissen in Wirklichkeit gar nicht so, und auch einige Angaben sind geändert. Wahr ist aber, dass sie leidenschaftlich gern durch die Keller und Clubs der besten Stadt dieses Landes tanzen. Die drei Singles lieben Techno, Rührei und die stabilen Betten ihrer WG. Und sie wissen: Falls sie sich je zu dritt darin vergnügen, ist das das Ende von allem – oder der Beginn von etwas noch Grösserem. 20 Minuten erzählen sie exklusiv von ihren Abenteuern.

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