Aktualisiert 30.11.2018 16:51

Kundendienst«Ich habe nach dem Telefonat geweint»

«Täglich Geheule von Jammerlappen» oder «Sie beschimpfte mich als Kuh» – Leser erzählen von ihren Streitigkeiten beim Kundenservice.

von
dob/rkn
1 / 13
Das haben die Leser im Kundendienst schon erlebt.

Das haben die Leser im Kundendienst schon erlebt.

20 Minuten
20 Minuten
20 Minuten

Auf Twitter verlor ein DHL-Sprecher kürzlich die Nerven, nachdem sich ein Kunde in unhöflichem Ton über die Lieferzeit der Speditionsfirma beschwert hatte: «Die einzige Scheisse hier ist Ihr Rumgeheule», lautet der Beginn des Antwortposts.

Zwischen Service-Mitarbeitern und Kunden gibt es immer mal wieder Streit. Davon erzählen auch unsere Leser. Das sind ihre Geschichten:

«Sie wissen, dass wir uns nicht wehren können»

Verkäufer Luca (26): «Ich arbeite im Verkauf. Es kommt ein Kunde an die Fischtheke und ich grüsse ihn. Sein erster Satz: ‹Finden sie noch Kleider in ihrer Grösse?› Dann frage ich ihn, was es denn sein dürfe. Er antwortet: ‹Sie müssten sicher das ganze Buffet essen, damit sie satt werden.› In diesem Moment habe ich eine Arbeitskollegin gerufen, die dann weiterbediente. Am liebsten hätte ich dem Kunden alle Schande gesagt. Aber diese Leute wissen, dass wir uns nicht wehren können, da wir sonst eine Kündigung riskieren.»

«Acht Stunden Geheule von Jammerlappen»

Angestellter Max (18): «Ich arbeite im Kundenservice bei einem grossen Transportunternehmen. Dort anzurufen, ist nicht annähernd so schlimm, wie dort zu arbeiten. Acht Stunden am Tag hab ich Geheule von irgendwelchen Jammerlappen am Ohr. Und da erwartet man noch eine höfliche Stimme am Telefon?»

«Sie beschimpfte mich als Kuh»

Kundin Mel (40): «Eine Callcenter-Mitarbeiterin rief mich auf meinem Pikett-Handy vom Job an. Ich bat sie, doch bitte diese Nummer zu löschen, denn es handle sich um eine Leitung, die für Notfälle von Patienten frei sein sollte. Sie beschimpfte mich als Kuh und sagte, meine Patienten täten ihr leid. Ich war geschockt und fragte nach ihrem Vorgesetzten. Da legte Sie einfach auf.»

«Der Wortwechsel war abnormal»

Kunde Müller (49): «Mein Massagegerät ist explodiert, vermutlich innerhalb der Garantiezeit. Als ich anfragen wollte, ob ich noch Garantie darauf hätte, hiess es, ich solle es mal einsenden, dann werde man sehen. Ich weiss bis heute nicht, ob ich eine Garantie gehabt hätte, denn der Wortwechsel danach war einfach abnormal. Und ich bekam nie eine gescheite Antwort.»

«Sorry, ich bin nicht zuständig»

Leserin Brileineken: «Die neu gekaufte Kaffeemaschine funktioniert bereits nach einem Monat nicht mehr. Also habe ich den Kundendienst angerufen. 1. Versuch: Gespräch zwar angenommen, aber ohne Erklärung sofort aufgelegt, ohne sich überhaupt zu melden. 2. Versuch: Dasselbe, nur dass man sich wenigstens gemeldet hat vor dem Auflegen. 3. Versuch: Endlich geht jemand ran und hört sich mein Anliegen an. Schliesslich hiess es dann: Tut mir leid, da kann ich Ihnen auch nicht weiterhelfen, dafür bin ich nicht zuständig. Toller Kundendienst!»

«Ich bin nicht die Einzige, die weinte»

Angestellte Emma (21): «Ich arbeite im Kundendienst eines Schweizer Onlineshops, und es ist wirklich kein Zuckerschlecken. Darf es wirklich sein, als Schlampe beschimpft zu werden, nur weil der Chef gerade nicht zu sprechen ist? Ich bin nicht die einzige Mitarbeiterin, die schon nach Telefonaten geweint hat.»

Bleiben Sie über Wirtschaftsthemen informiert

Wenn Sie die Benachrichtigungen des Wirtschaftskanals abonnieren, bleiben Sie stets top informiert über die Entwicklungen der Business-Welt. Erfahren Sie dank des Dienstes zuerst, welcher Boss mit dem Rücken zur Wand steht oder ob Ihr Job bald durch einen Roboter erledigt wird. Abonnieren Sie hier den Wirtschafts-Push (funktioniert nur in der App)!

Social Media

Sie finden uns übrigens auch auf Facebook, Instagram und Twitter!

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.