Blatter dementiert: «Ich habe nie Schmiergelder bekommen»
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Blatter dementiert«Ich habe nie Schmiergelder bekommen»

Sepp Blatter versucht die Wogen zu glätten: In einem Interview unterstreicht der Fifa-Boss, dass er erst Jahre später von den Schmiergeldzahlungen an João Havelange und Ricardo Teixeira erfuhr.

von
kub

Joseph Blatter setzt sich gegen die Vorwürfe öffentlich zur Wehr, er habe Schmiergeldzahlungen innerhalb der Fifa gutgeheissen und davon profitiert. In einem Exklusiv-Interview mit dem «Sonntags-Blick» klagt der Präsident selber an: «Sie wollen mich weg.»

Von den Bezügen des früheren Fifa-Chefs João Havelange und des langjährigen Exekutiv-Mitglieds Ricardo Teixeira (bis vor Kurzem federführend in der brasilianischen WM-Kampagne) habe er erst später erfahren: «Nach dem Kollaps von der ISL im Jahr 2001. Es war die Fifa, die damals Strafanzeige erstattet hat und den ganzen ISL-Fall ins Rollen brachte. Wenn ich nun sage, es sei schwierig, die Vergangenheit an heutigen Massstäben zu messen, dann ist das eine generelle Feststellung. Ich heisse weder Bestechung gut, noch unterstütze oder rechtfertige ich sie.»

zu übernehmen, berichtet «Der Sonntag».

Deutsche Funktionäre fordern Rücktritt Blatters

Die Veröffentlichung der Gerichtsakten legt Blatter im «Sonntags-Blick» zu seinen Gunsten aus: «Das Schweizer Bundesgericht hat diese Woche all jene Leute Lügen gestraft, die Jahre lang behaupteten, ich hätte Schmiergelder empfangen. Es ist amtlich, was ich schon immer gesagt habe: Ich habe nie irgendwelche Schmiergelder bekommen.»

Speziell in Deutschland haben im Zuge der gerichtlichen Offenlegung des ISL-Skandals hochrangige Fussball-Funktionäre ihren Unmut geäussert. Liga-Chef und DFB-Vize-Präsident Reinhard Rauball forderte den Rücktritt Blatters: «Nach dem derzeitigen Stand sollte Sepp Blatter seine Amtsgeschäfte schnellstmöglich in andere Hände geben.» Der DFB-Vorsitzende Wolfgang Niersbach doppelte am Samstag nach: «Die Reaktion des FIFA-Präsidenten hat mich geschockt.» Der deutsche Verband distanziere sich von der Haltung Blatters klar.

«Sie wollen mich weg»

Blatter redet im Interview auch über die persönlichen Angriffe gegen ihn. Die «gleichen Leute» würden nun versuchen, ihn auf einer anderen Ebene zu attackieren: «Ok, er hat zwar kein Schmiergeld kassiert, aber er muss davon gewusst haben. Nein, nochmals: Erst nach dem Kollaps von ISL, Jahre später.» Der Walliser behauptet im exklusiven Gespräch: «Die Leute, die mich attackieren, wissen, dass es so ist, aber sie lassen nicht locker. Sie wollen mich weg.»

Laut der Zeitung «Der Sonntag» wusste Blatter seit 1997 von den Schmiergeldzahlungen an Fifa-Funktionäre. Im selben Jahr wurde ihm bei den Ermittlungen im Schmiergeldskandal der Sportvermarktungsgruppe ISL von der Staatsanwaltschaft eröffnet, dass eine Klage gegen seine Person nicht auszuschliessen sei. An der turbulenten Sitzung teilte man Blatter zudem mit, dass die Fifa entweder einwillige, vollumfänglich für das Unrecht einzustehen und die Deckung des Schadens inklusive Verfahrenskosten (kub/si)

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