Silvio Berlusconi: «Ich habe noch nie für Sex bezahlt»
Aktualisiert

Silvio Berlusconi«Ich habe noch nie für Sex bezahlt»

Italiens Ministerpräsident meldet sich nun auch zu Wort im Skandal um Partygast Patrizia D'Addario: Er habe noch nie für eine Frau bezahlt und könne es nicht verstehen, «wo die Befriedigung liegt, wenn man das Vergnügen der Eroberung verpasst».

In einem Interview, das am Mittwoch im zum Berlusconi-Imperium gehörenden Magazin «Chi» veröffentlicht wurde, äussert sich der italienische Premierminister zu den Aussagen des italienischen Models Patrizia D'Addario, die angeblich mit «vielen anderen jungen Damen» an zwei Partys in Berlusconis Privatresidenz Palazzo Grazioli gewesen war. Dafür seien ihr im vergangenen Herbst 2000 Euro versprochen worden. Da sie bei Berlusconi aber nicht übernachtet habe, habe sie nur 1000 Euro erhalten.

Berlusconi wies die Vorwürfe der 42-jährigen D'Addario vehement zurück. D'Addario sei wahrscheinlich «sehr gut bezahlt» worden, um ihn zu beschuldigen, sagt der Politiker. «Ich habe nie für eine Frau bezahlt», sagt er weiter, und er könne nicht nachvollziehen, was daran interessant sei, «wenn man das Vergnügen der Eroberung verpasst».

Zwei lästernde Partygirls

D'Addario hatte am Wochenende der italienischen Zeitung «La Repubblica» heimlich aufgenommene Tonbandaufzeichnungen gegeben, auf denen der Premierminister zu hören ist, wie er sie in seinem «grossen Bett» erwartet (20 Minuten Online berichtete). Wie italienische Medien nun erfahren haben, soll D'Addario der Staatsanwaltschaft sechs weitere Tonbänder zur Verfügung gestellt haben, auf denen zu hören ist, wie sie mit ihrer Freundin über Berlusconi lästert.

«Hast du gesehen, wie er mich streichelte, als wir auf dem Sofa sassen? Und hast du gesehen, wie er dann dich gestreichelt hat und mich dabei ansah?», soll D'Addario darin sagen. Ihre Freundin habe das «ekelhaft» gefunden. Auch Berlusconis Leibwächter dürften Augenzeugen der Liebesspiele des Politikers gewesen sein.

Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft der süditalienischen Stadt Bari im Umfeld des Unternehmers Giampaolo Tarantini, der die Frauen für den Besuch im Palazzo Grazioli bezahlt haben soll. Berlusconi habe von der Bezahlung der Frauen jedoch nichts gewusst, versicherte Tarantini. Er selbst habe den Frauen das Geld gegeben, aber nur, um ihnen die Anreise und andere Ausgaben zu ersetzen, sagte Tarantini.

«Traurig, aber ruhig»

Berlusconi äussert sich im «Chi»-Interview ausserdem zu seiner gescheiterten Ehe mit Veronica Lario: «Ich bin traurig, aber ruhig», beschreibt er seinen Zustand. Trotzdem wisse er nicht, ob «die Zeit jemals die tiefe Wunde heilen wird».

(kle)

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