Nach Todessturz: «Ich habe so gehofft, dass er verschlafen hat»
Aktualisiert

Nach Todessturz«Ich habe so gehofft, dass er verschlafen hat»

Nach dem Tod des 14-Jährigen, der am Pfingstmontag bei Burgdorf über eine Felswand gestürzt ist, zeigen sich dessen Schulgspändli schockiert.

von
Christian Holzer

«Wir werden dich alle vermissen» oder «Einfach nur traurig, so einen Klassenkameraden zu verlieren», schreiben die Jugendlichen auf das Facebook-Profil ihres verstorbenen Freundes G. K.* Der 14-Jährige stürzte am Pfingstmontag von der Gysnauflühe und konnte nur noch tot geborgen werden. Nach Angaben von Mitschülern war er zuvor mit einem Freund aus Deutschland auf den rund 100 Meter hohen Sandsteinfelsen gestiegen, um ihm die schöne Aussicht zu zeigen. Dort rutschte der Bub mit griechischen Wurzeln aus, verlor im steilen Gelände den Halt und stürzte in die Tiefe.

Am Unglücksort trauern am Tag danach Klassengespändli um G. K. Sie hätten vernommen, dass jemand gestorben sei, jedoch nicht wer: «Ich habe so gehofft, dass er bloss verschlafen hat, als sein Platz am Morgen leer blieb», sagt eine Mitschülerin. Ein Telefonanruf der Mutter hätte schliesslich traurige Gewissheit gebracht.

Beliebter Treffpunkt

Ob Bräteln oder Waldparty – die Flühe ist ein beliebter Treffpunkt bei jungen Burgdorfern. Das Gelände ist jedoch steil und unberechenbar. «Die Jugendlichen unterschätzen im Trubel oft die Gefahren des Waldes», sagt Oberförster Werner Kugler. Es sei aber der erste tödliche Unfall. Damit es auch der letzte bleibt, prüfe die Burgergemeinde Burgdorf nun allfällige Sicherungsvorkehrungen.

*Name der Redaktion bekannt

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