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Schweizer Drogenkurier«Ich habe solche Angst um ihn»

Die Frau des in Thailand verhafteten Kokain-Schmugglers Peter B. wartet in Phuket. Morgen darf sie ihren Mann im Gefängnis besuchen. 20 Minuten Online konnte vorher mit ihr reden.

von
job
Sitzt in Bang Kwang: Peter B. (Foto: Pukhet Wan)

Sitzt in Bang Kwang: Peter B. (Foto: Pukhet Wan)

Am Telefon macht Amornrat B., die Frau des verhafteten Schweizer Drogenkuriers, einen verstörten Eindruck. «Ich habe Angst, dass ihm etwas passieren könnte», sagt sie in knapp verständlichem Thai-Englisch. Die Frau des gescheiterten Drogenkuriers Peter B. wartet in Pukhet darauf, ihren Mann im Untersuchungsgefängnis besuchen zu können.

Gleich nach der Festnahme am vergangenen Montag reiste Amornrat von ihrem Heimatdorf in die Ferienmetropole, um ihrem Schweizer Mann beizustehen, wie die Lokalzeitung «Phuketwan» berichtete. Weil in Thailand just dann Feiertage anbrachen, konnte Amornrat Peter noch nicht besuchen. «Morgen werde ich aber zu ihm und mit ihm reden können», sagt die Thailänderin.

Essen wie Abfall vom Fischmarkt

Ein Besuch in einem thailändischen Gefängnis ist nicht wirklich mit einem Besuch in einem europäischen Gefängnis zu vergleichen. Ein «Spiegel»-Reporter beschrieb das 2001 folgendermassen: «Ohrenbetäubender Lärm schallt von den so genannten Tigerkäfigen herüber. Gut 200 Menschen drängen sich am Besuchstag vor den engmaschigen Draht- und Stahlverhauen. Fünf Minuten haben sie Zeit, um den Häftlingen, die sich hinter einem vier Meter breiten Gang drängeln müssen, Grüsse und Nachrichten zuzurufen.»

«Mehr als zehn Jahre verkraftet ein Mitteleuropäer vor allem psychisch nicht», sagte eine Betreuerin deutscher Gefangener dem Reporter. Die Gefängnisse in Thailand, schrieb der, seien die Hölle. Das Essen erinnere an den Abfall eines Fischmarktes. Schlafen könne man in den überfüllten Zellen nur im Stehen. Und mittags um zwei höre man Erschiessungen.

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