16.10.2020 18:22

3 mit Sex«Ich habe Viagra geschluckt»

Ella treibt es mit einem Künstler – auf einem Buffet. Und isst dabei nicht nur Muscheln, Trauben und Trüffelmousse, sondern auch eine halbe blaue Pille.

von
Ella, Zora Schaad, Julia Ullrich
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Ella probiert an einer Vernissage eine kleine blaue Pille – und landet gemeinsam mit dem Fotografen auf dem Buffettisch. 

Ella probiert an einer Vernissage eine kleine blaue Pille – und landet gemeinsam mit dem Fotografen auf dem Buffettisch.

Illu: Anna Déer
Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau, WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln umgehen kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, im und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.
Lars

Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau, WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln umgehen kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, im und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.

Illu: Anna Déer
Sie ist single mit wechselnden Liebschaften. Verliebt sich wahllos. Sucht Mr. Right und vertreibt sich die Zeit mit amourösen Fettnäpfchen und seltsamen Begegnungen zwischen feuchten Laken.
Ella

Sie ist single mit wechselnden Liebschaften. Verliebt sich wahllos. Sucht Mr. Right und vertreibt sich die Zeit mit amourösen Fettnäpfchen und seltsamen Begegnungen zwischen feuchten Laken.

Illu: Anna Déer

Darum gehts

  • Ella ist verliebt – in einen sexy Franzosen.
  • Sex hatten die beiden allerdings noch keinen. Immer kam etwas dazwischen.
  • Bei einer Hinterhof-Vernissage passierte dann allerdings ein kleiner Ausrutscher: Ella landete mit dem Fotograf im Bett – oder besser gesagt auf dem Buffet.

Ihr wisst ja, ich habe einen Crush auf einen Franzosen, der aber irgendwie keinen Sex will. Oder jedenfalls nicht mit mir. Und weil Selbstliebe allein mich doch nicht so glücklich macht, habe ich ihn versehentlich betrogen. «DAS IST NICHT BETRÜGEN! IHR SEID JA GAR KEIN PAAR!» Bruce verdrehte die Augen, als ich ihm davon erzählte, und machte so eine wischende Handbewegung. Er darf nicht wissen, dass er dabei ziemlich tuntig aussieht. Und überhaupt, was hat er schon reden. Der weiss vor lauter Groupie-Vernaschen gar nicht mehr, wie sich true love anfühlt. Weil, wer truly in love ist, so wie ich, dessen Herz lässt doch eigentlich gar nicht zu, dass man mit anderen in die Pfanne hüpft, ganz egal, wie der Beziehungsstatus definiert ist?! Tja, ich jedenfalls habe es trotzdem gemacht. Und das kam so:

Juno hat mich vorletzten Samstag mitgeschleppt an die Vernissage von Antoine, so ein Fotograf, grad noch underground genug für halb legale Ausstellungen in Hinterhofgaragen oder Abbruchhäusern und doch schon so erfolgreich, dass der Gratisweisswein am nächsten Tag kein Kopfweh macht. Ich habe also ordentlich davon in mich reingeschüttet, und dazu habe ich mich über das Buffet hergemacht und viele ziemlich artsy aussehende Häppchen mit Balsamico-Perlen und Granatapfelkernen nachgeworfen.

«Ich lag auf dem Tischtuch zwischen Trauben und Trüffelmousse»

Irgendwann stand Antoine, der Künstler, neben mir und sagte, er habe noch nie eine Frau so leidenschaftlich essen sehen und ob er mich bitte fotografieren dürfe. Eine Viertelstunde später bin ich dann auf dem Tischtuch gelegen zwischen Trauben, Platten mit Trüffelmousse und Wasabi-Schaum, Sushi und Jakobsmuscheln. Es waren nicht mehr viele Leute da, aber die, die da waren, drapierten meine Haare, schoben mir Häppchen in den Mund und liessen den Träger meines Kleides nach unten gleiten, sodass die Schulter frei lag. Antoine fotografierte unablässig und schenkte zwischendurch allen Wein nach. Es war geil, die Luft knisterte vor Sex.

Dann waren plötzlich alle weg. Antoine hat seine Kamera abgelegt und ist, ohne viele Worte zu verlieren, zu mir aufs Buffet gestiegen, hat mich geküsst und mir den zweiten Träger von der Schulter geschoben. Irgendwann hat er kurz in der Tasche seines Blazers gekramt, dann hat er mich wieder geküsst. Sein Mund schmeckte bitter. «Was ist das?», fragte ich und er antwortete, ohne eine Spur Verlegenheit: «Viagra. Willst du auch?» Kann ja nicht schaden, dachte ich und stimmte zu, ohne lange zu überlegen.

«Nach mehreren Halb-Orgasmen war die Luft draussen»

Er reichte mir eine halbe blaue Pille und ich habe sie mit einem Schluck Tomaten-Safran-Essenz runtergespült. «So nach 20 bis 30 Minuten tritt die Wirkung ein», meinte Antoine, und auch, dass er dann immer eine richtig rote Birne kriege. Wir haben weiter rumgemacht, die Kleider neben uns auf den Boden geworfen, eine Weile nach einem Kondom gesucht, über seinen tatsächlich immer röter werdenden Kopf gelacht, und dann hatten wir Sex.

Auf dem Buffet, halb in der Morchel-Pastete. Ich war untenrum wunderbar durchblutet, alles fühlte sich etwas angeschwollen an, aber auf eine gute Art, sehr stimulierend. Auch Antoines Erektion war prima, keine Ahnung, wie die sonst ist, aber ich fand sie ideal. Nach einiger Zeit und einigen Stellungswechseln und ein paar Halb-Orgasmen meinerseits war dann irgendwie die Luft draussen. Antoine kam nicht. «Es geht nicht», meinte er schnaufend und schaute böse auf seinen Penis, der aufrecht wie eine Eins stand und aussah, als würde er uns auslachen. Ich dachte plötzlich an den Franzosen und fühlte mich schäbig und mir war ein bisschen schlecht.

«Die Bilder sind porno, aber keine Spur trash»

Mit einer Serviette wischte ich die Pastete von meiner rechten Pobacke und verabschiedete mich schnell.

Ein paar Tage später schickte mir Antoine die Fotos von mir auf dem Buffet. Der Mann kann was, die Bilder sind porno, aber keine Spur trash. Ich druckte eines der Bilder aus und schrieb hinten drauf: «Mon cher Français, ich will dich essen.» Dann steckte ich das Foto in ein Couvert. Bald habe ich genug Mut, den Brief abzuschicken, ganz, ganz bald.

P. S. Ich habe gegoogelt: Man sollte Viagra gar nicht nehmen, wenn man Alkohol getrunken hat. Musste ich Antoine natürlich grad mitteilen. Und euch auch, Schwestern und Brudis, passt auf!

Sex-WG

3 mit Sex

Ella, Lars und Bruce heissen in Wirklichkeit gar nicht so, und auch einige Angaben sind geändert. Wahr ist aber, dass sie leidenschaftlich gern durch die Keller und Clubs der besten Stadt dieses Landes tanzen. Die drei Singles lieben Techno, Rührei und die stabilen Betten ihrer WG. Und sie wissen: Falls sie sich je zu dritt darin vergnügen, ist das das Ende von allem – oder der Beginn von etwas noch Grösserem. 20 Minuten erzählen sie exklusiv von ihren Abenteuern.

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