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Fabian Schär«Ich hätte es mir anders gewünscht»

Die Nati bekommt es an der WM 2018 in der Gruppe E mit Brasilien, Costa Rica und Serbien zu tun. Das sagen die Nati-Cracks zu ihren Chancen.

von
E. Tedesco
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Granit Xhaka findet die Schweizer Gruppe «geil».

Granit Xhaka findet die Schweizer Gruppe «geil».

Keystone/Georgios Kefalas
Admir Mehmedi erwartet einen harten Kampf um Platz 2.

Admir Mehmedi erwartet einen harten Kampf um Platz 2.

Keystone/Laurent Gillieron
Fabian Schär freut sich aufs Duell mit Clubkollege Celso Borges, hätte sich sonst aber eine bessere Gruppe vorstellen können.

Fabian Schär freut sich aufs Duell mit Clubkollege Celso Borges, hätte sich sonst aber eine bessere Gruppe vorstellen können.

Keystone/Jean-christophe Bott

«Geil!», sagt Granit Xhaka und freut sich auf die WM im kommenden Sommer. Der Arsenal-Söldner ist vom Potenzial der Schweizer Nati überzeugt und auch von ihren Qualitäten. Xhaka taktiert erst gar nicht und sagt auf die Frage, ob ein Weiterkommen machbar sei: «Immer.»

«Ein geiles Los», sagt auch Admir Mehmedi. Aber der Leverkusen-Angreifer sieht die Sache pragmatischer. Für den Schweizer Internationalen ist Brasilien Favorit auf den Gruppensieg. «Der zweite Platz in der Gruppe wird hart umkämpft sein», so Mehmedi.

Gegen den Clubkollegen

Fabian Schär hatte Costa Rica auf seiner Wunschliste. «Ich freue mich auf das Duell und habe auf Costa Rica gehofft», so Schär. Und das hat einen speziellen Grund, denn der Nati-Verteidiger ist bei Deportivo La Coruña Teamkollege von Celso Borges – 72-facher Nationalspieler von Costa Rica. Wetten sind wohl programmiert. Dass die beiden Plausch daran haben, in Russland aufeinanderzutreffen, ist beim Telefongespräch mit Schär kurz vor dem Flug zum Ligaspiel in Sevilla rasch klar. Borges johlt und lacht im Hintergrund, sein «Svizzera» übertönt jedes Wort.

Über die anderen Gegner zeigt sich Schär indes nicht erfreut: «Wir hatten in der Vergangenheit immer ein wenig Losglück, diesmal haben wir eine der stärkeren Gruppen erwischt, dafür ist sie attraktiv mit dem ersten Spiel gegen Brasilien.» Zusammengefasst heisst das: «Ich hätte es mir anders gewünscht.» Für der Innenverteidiger, der lieber Gastgeber Russland aus Topf 1 gesehen hätte, ist auch Serbien aus Topf 4 ein unberechenbares und schwieriges Los.

Zakaria: «Würzige Gruppe»

«Mein Traumlos!», freut sich Michael Lang über Brasilien. «Das ist der attraktivste Gegner und der ganz klare Favorit in der Gruppe. Serbien ist ein unangenehmer Gegner mit vielen Topspielern und Costa Rica ein interessantes Los.» Für den FCB-Mann der Stunde, der in den letzten vier Pflichtspielen der Rotblauen sechs Tore erzielt hat, sind die Mittelamerikaner Aussenseiter. Zuletzt ist die Schweiz am 1. Juni 2010 in Sion auf Costa Rica getroffen. Die Nati verlor das Testspiel vor der WM in Südafrika 0:1.

Auch für Denis Zakaria ist Brasilien der Favorit, aber «dahinter ist alles offen», sagt Gladbachs Jungstar. «Die Schweiz hat sicherlich Chancen. Wir arbeiten seit mehreren Jahren sehr gut zusammen und an einer Weltmeisterschaft spielen zu können, ist das Ziel jeden Spielers. Ich freue mich, dabei zu sein. Es ist sehr motivierend, Bekanntschaft mit dem Turnier und mit Russland, einem Land das ich bisher nicht kenne, machen zu können. Dazu kommt eine würzige Gruppe, das ist umso besser.»

Haris Seferovic klingt nicht so euphorisch. Der Nati-Stürmer sagt: «Das ist eine schwierige Gruppe mit Brasilien als Favorit auf den Gruppensieg. Gegen Costa Rica und Serbien ist alles möglich, wenn wir stark auftreten wie in der Qualifikation und unsere Qualität ausspielen.»

Fernandes' Traum geht in Erfüllung

«Das erste Gruppenspiel gegen Brasilien bestreiten zu können, ist ein Kindheitstraum, der in Erfüllung geht. Objektiv betrachtet wird das eine sehr sehr schwierige Gruppe», sagt Gelson Fernandes. Mit grossen Gegnern in einem Auftaktspiel verbindet der Frankfurt-Söldner besondere Erinnerungen. An der WM 2010 erzielte er den Siegtreffer gegen Spanien. Fernandes weiter: «Costa Rica war 2014 WM-Viertelfinalist, und Serbien ist eine Mannschaft mit viel Qualität und guten Individualisten. Es ist eine grosse Herausforderung, aber gleichzeitig haben wir auch nichts zu verlieren. Es erwartet uns eine Challenge und wir werden alles dafür tun, um sie erfolgreich zu meistern.»

Dass die Nati mit der Herausforderung Brasilien umgehen kann, hat sie am 14. August 2013 schon einmal bewiesen – wenn auch in einem Testspiel. Für den 1:0-Sieg der Nati sorgte Dani Alves mit einem Eigentor. Bei den Schweizern feierte ein gewisser Fabian Schär sein Nati-Debüt.

Der Captain will «etwas reissen»

«Ich freue mich auf diese interessante, aber schwierige und komplizierte Gruppe», sagt Stephan Lichtsteiner. «Brasilien ist der klare Favorit. Wir werden wohl gegen Serbien und Costa Rica um den Einzug in die nächste Runde spielen. An unserer Zielsetzung halten wir aber klar fest. Wir gehen an die WM, um etwas zu reissen und die Schweiz bestmöglich zu vertreten», verspricht der Nati-Captain abschliessend.

«Das ist eine spannende Gruppe», sagt Yann Sommer, der Brasilien favorisiert. «Spannend, weil wir die anderen Gegner wie Costa Rica und Serbien weniger gut kennen oder schon lange nicht mehr gegen sie gespielt haben. Wir freuen uns sehr – auch ich persönlich, schliesslich ist das eine Weltmeisterschaft. Es wird eine gute Erfahrung gegen die Mittelamerikaner und Serbien zu spielen.»

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