Aktualisiert 04.04.2009 13:55

Roger Federer

«Ich hasse es einfach zu verlieren»

So hatte man Roger Federer seit Jahren nicht mehr gesehen: Sechs Games hatte die Weltnummer 2 gegen Novak Djokovic in Folge abgeben müssen, als er im Halbfinal von Miami die Contenance verlor und seinen Schläger mit voller Wucht auf den Boden schmetterte.

Roger Federer zeigte im Halbfinale von Miami wohl eine der schlechtesten Leistungen seiner Karriere. Sein miserabler Auftritt frustrierte die Weltnummer 2 so sehr, dass er in der Startphase des Entscheidungssatzes völlig die Beherrschung verlor und nach sechs verlorenen Games in Serie seinen Schläger mit voller Wucht auf den Boden schmetterte, als er eine einfache Vorhand ins Netz schlug. Seine ungewohnte Reaktion provozierte sogar Pfiffe beim Publikum, das den Schweizer zuvor die ganze Woche frenetisch unterstützte.

Erklärung für den Wutausbruch

Nach der Partie spielte Federer herunter, was passiert ist. Die schlechteste Leistung seit dem Durchbruch an die Spitze sei es nicht gewesen, denn «immerhin spielte ich gegen die Nummer 3 der Welt und gewann einen Satz». In den letzten Jahren hätte es andere, noch schlechtere Spiele gegeben. Auch Rackets habe er schon zertrümmert, «eines sogar ebenfalls hier in Miami gegen 'Rafa' 2004». Warum musste nach fünf Jahren wieder einmal ein Racket «dran glauben»? «Ich hasse es einfach zu verlieren», erklärte Federer seinen Wutausbruch.

Schwächen mit der Vorhand

Obwohl Federer auch nach dem «Ausbruch» die Niederlage nicht abwenden konnte, reagierte er am Schluss mit einer Prise Ironie auf die Abfuhr: «Djokovic spielte im ersten Satz dermassen schlecht. Ich staune, dass ich es fertig gebracht habe, noch schlechter zu spielen.» Nicht die Rückhand verursachte diesmal Probleme, sondern die Vorhand, eigentlich Federers Paradeschlag. Mit der Vorhand gelangen ihm bloss sieben Gewinnschläge, aber weit über 20 unerzwungene Fehler.

(pre/si)

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