Aktualisiert 02.10.2012 15:45

José Mourinho

«Ich hasse mein Privatleben»

José Mourinho hat als Trainer alles erreicht, was man erreichen kann. Doch der zweifache Familienvater leidet unter den Schattenseiten des Ruhms. Trotzdem will er noch bis 75 weitermachen.

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José Mourinho – einer der grössten Stars im Weltfussball – hat mit den Schattenseiten des Ruhms zu kämpfen. Der 49-jährige Erfolgstrainer von Real Madrid beklagt sich in einem Interview mit dem amerikanischen Fernsehsender «CNN» über sein Privatleben. Nicht nur er, sondern auch sein Sohn sei vor öffentlichen Hänseleien und Beleidigungen nicht gefeit.

«Ich hasse mein Privatleben. Ich hasse es, dass ich nicht ein normaler Vater sein kann, der mit seinem Sohn an ein Fussballspiel gehen kann», sagt Mourinho. Er wolle sich bloss mit den anderen 20 Vätern das Spiel seiner Sohns anschauen. Für den Real-Coach ein Ding der Unmöglichkeit. «Die Leute fragen nach Autogrammen, Fotos und dann kommen sie, um mich zu beleidigen.» Damit nicht genug: «Sie gehen sogar hinter das Tor meines Sohnes und verspotten mein 12-jähriges Kind», erzählt der zweifache Vater Mourinho.

«Möchte meine Karriere mit 70 oder 75 Jahren beenden»

Arrogant, erfolgshungrig oder provokativ: Nur selten geben die Medien ein positives Bild des exzentrischen Portugiesen wieder. «Das ist normal, weil die Leute glauben, dass sie mich kennen. Aber das tun sie nicht. Beschweren will er sich darüber nicht. «Ich will auch nicht sagen, dass die Leute falsch liegen. Die Leute sehen einfach, was sie sehen.» Man sehe ihn ja nie als Familienmensch, Freund oder wenn er sich privat mit seinen Spielern unterhalte.

Mourinho ist nicht nur dank seines Wirkens bei den besten Klubs eine internationale Berühmtheit. Der extravagante Portugiese steht auch durch zahlreiche Werbeverträge – unter anderem mit Braun, Adidas, Samsung, American Express, Millenium (Bank) und Nivea – ständig in der Öffentlichkeit.

Trotz seiner Wahrnehmung in der Öffentlichkeit will Mourinho noch lange Zeit Coach sein – egal, ob bei Real, wo er noch einen Vertrag bis 2016 hat, oder anderswo. «Ich hoffe, dass ich spätestens dann eine normale Person sein kann, wenn meine Karriere zu Ende ist», so der bald 50-Jährige. Der Erfolgstrainer hat genaue Vorstellungen davon, wie lange er noch an der Seitenlinie auf- und abtigern will: «Ich möchte meine Karriere mit 70 oder 75 Jahren beenden.» Dieser Aussage ist zu entnehmen, dass ihn seine Popularität nicht so sehr belasten dürfte.

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