14.08.2019 02:51

Vorwürfe gegen SBB-Sicherheitsleute

«Ich hatte beim Zugriff enorme Schmerzen»

Sicherheitsmitarbeiter von Securitrans sollen «unnötig Gewalt» gegen einen Mann angewendet haben, behauptet dieser. Beide Seiten haben Anzeige erstattet.

von
jen
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Ein Mann klagt über das Vorgehen der Securitrans: «Sie haben mich zu Boden geworfen und sind mir auf Rücken, Arme und Schulter gekniet. Ich hatte enorme Schmerzen in der Schulter.»

Ein Mann klagt über das Vorgehen der Securitrans: «Sie haben mich zu Boden geworfen und sind mir auf Rücken, Arme und Schulter gekniet. Ich hatte enorme Schmerzen in der Schulter.»

Vom Einsatz habe er Schürfungen an Ellbogen und Knien davongetragen.

Vom Einsatz habe er Schürfungen an Ellbogen und Knien davongetragen.

Am Bahnhof Winterthur soll es am 5. August zu einem tätlichen Vorfall zwischen einem Mann und zwei Sicherheitsmitarbeitern von Securitrans gekommen sein.

Am Bahnhof Winterthur soll es am 5. August zu einem tätlichen Vorfall zwischen einem Mann und zwei Sicherheitsmitarbeitern von Securitrans gekommen sein.

Am Bahnhof Winterthur soll es zu einem tätlichen Vorfall zwischen einem Mann und zwei Sicherheitsmitarbeitern von Securitrans gekommen sein. Letztere arbeiten für die private Sicherheitsfirma im Auftrag der SBB.

Der betroffene Mann, der anonym bleiben möchte, habe am Nachmittag des 5. August auf einer Treppe vor einem Restaurant gesessen und auf seine Kollegin gewartet. «Dann kamen plötzlich zwei Sicherheitsmitarbeiter auf mich zu», erzählt der Mann seine Sicht der Dinge.

Einsatz körperlicher Gewalt?

Die beiden Securitrans-Männer hätten einen Ausweis sehen wollen. «Sie haben zuvor auf der gegenüberliegenden Seite einen Mann weggewiesen und mir vorgeworfen, ich hätte das Ganze gefilmt und somit das Recht am eigenen Bild verletzt.»

Laut dem Mann stimme das aber nicht. «Ich verweigerte die Herausgabe meiner Personalien und verlangte Ausweise der beiden Sicherheitsleute.» Diese hätten sie zuerst nicht zeigen wollen. Als der Mann weglaufen wollte, hätten ihn die beiden Securitrans «mittels Einsatz körperlicher Gewalt» daran gehindert.

«Insistierte auf mein Recht»

Der Mann klagt: «Sie haben mich zu Boden geworfen und sind mir auf Rücken, Arme und Schulter gekniet. Ich hatte enorme Schmerzen in der Schulter.» Vom Einsatz habe er Schürfungen an Ellbogen und Knien davongetragen. «Als sie mich endlich losliessen, entfernte ich mich von ihnen und insistierte immer wieder, dass sie kein Recht haben, meine Personalien einzusehen oder mich festzuhalten.»

Als sich zwei Polizisten der Kantonspolizei Zürich näherten, habe sich die Lage vorerst beruhigt. «Dann haben die Polizisten meine Personalien an die Securitrans gegeben. Das ist meines Erachtens nicht zulässig», sagt der Mann.

Anzeige erstattet

Zusammen mit seiner Kollegin habe sich der Mann auf die Wache der Kantonspolizei Zürich in Winterthur begeben und Anzeige wegen des Vorfalls mit den Sicherheitsleuten erstattet. «Ich bin erschüttert ob dem Vorgehen der Securitrans, denn ich habe mir zu keiner Zeit etwas zu Schulden kommen lassen.»

Die SBB will sich nicht zum Vorfall äussern. Ein Sprecher sagt aber, dass die Securitrans selber diesen Vorfall bei der Kantonspolizei Zürich zur Anzeige gebracht hat. «Wir äussern uns darum nicht zu einem laufenden Verfahren und verweisen an die zuständigen Untersuchungsbehörden.»

Festhalten erlaubt

Die Kantonspolizei Zürich bestätigt auf Anfrage, dass sich am 5. August ein Vorfall am Bahnhof Winterthur ereignet hat und Anzeige erstattet wurde. Sprecherin Rebecca Tilen: «Die Ermittlungen laufen.»

Zum konkreten Fall kann sich Tilen nicht äussern. Sie sagt aber, dass es grundsätzlich erlaubt sei, dass private Sicherheitsdienste im Dienst der öffentlichen Transportunternehmen, wie beispielsweise der SBB, nach Störungen oder Straftaten im Gebiet des öffentlichen Verkehrs, Personenkontrollen durchführen. Auch das Festhalten einer Person bis zum Eintreffen der Polizei sei prinzipiell jedem Bürger erlaubt, wenn es zuvor zu einer Straftat gekommen sei.

Zudem sagt Sprecherin Tilen, dass die Kantonspolizei Personendaten weitergeben könne, wenn eine Firma

durch die Person geschädigt worden sei oder wenn sie ein Hausverbot aussprechen wolle.

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