Aktualisiert 22.10.2013 07:20

Ex-Miss auf Diät

«Ich hatte einen Hintern so gross wie die Schweiz!»

Tanja Gutmann fühlte sich zu dick. Und ging laut eigenen Aussagen zeitweise auf «wie ein Chüechli». Dank einer speziellen Diät purzelten die Pfunde wieder.

von
Yves Schott

Ziemlich gross, hübsch - und vor allem dünn sollen sie sein. Frauen, die an einer Miss-Wahl teilnehmen. Dieses Profil erfüllt auch Tanja Gutmann, als sie 1997 zur schönsten Frau der Schweiz gewählt wird. Dank ihres perfekten Körpers startet Gutmann beruflich voll durch – modelt und arbeitet in den folgenden Jahren auch als TV-Moderatorin und Schauspielerin.

Doch durch die vielen Aufträge kommt das persönliche Fitness-Programm zu kurz. Die Folge: Die Kilos auf den Rippen werden immer mehr. «Ich bin aufgegangen wie ein Chüechli», scherzt die Bernerin im Nachhinein. Das habe sie besonders darum genervt, weil aufgrund ihres Missen-Titels seit je her immer nur ihr Äusseres im Zentrum des Interesses gestanden sei. «Was haben die Leute wohl gedacht? Schliesslich war ich mal gertenschlank – fühlte mich dann aber wie ein Walross.»

«Ich gefiel mir selbst nicht mehr»

Nicht besser wirds, als Gutmann für die Sat.1-Sendung «Die HolidayChecker» um die Welt jettet. Und während der Dreharbeiten kaum Gelegenheit hat, gesund zu essen. «Ich hatte einen Hintern so gross wie die Schweiz», bemerkt die 36-Jährige ironisch. «Ich gefiel mir selbst nicht mehr.»

Anfang dieses Jahres entschliesst sie sich, mit der «Body Wrap Style»-Methode abzuspecken. Dabei wird der Körper mit warmen, in Mineralöl-Lösung getränkten Bandagen umwickelt, während man gleichzeitig Sport treibt. Dem Kreislauf werden Höchstleistungen abverlangt. Hinzu kommt ein striktes Diätprogramm: Viel Früchte und Gemüse, Fett und Zucker sind tabu.

Der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten: Die Pfunde purzeln, innerhalb eines halben Jahres nimmt Tanja Gutmann rund zehn Kilo ab. Jetzt fühlt sie sich wieder pudelwohl. Das freut nicht nur sie selbst, sondern auch ihren Partner Siro Micheroli. Mit dem Fotografen ist die hübsche Brünette seit letztem August verlobt. Ein Hochzeitstermin steht noch nicht fest. Dabei würde sie in einem Brautkleid nun bestimmt eine noch bessere Figur machen.

Heinrich von Grünigen, was halten Sie von der «Body Wrap Style»-Methode?

Es gibt keine Langzeit-Studien, die deren Wirksamkeit beweist. Man nimmt kurzfristig vielleicht ab, weil man durch die Folien stark schwitzt. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ist es hingegen Voodoo.

Sie raten also davon ab, auf diese Weise abzunehmen?

Nun, schädlich ist die «Body Wrap Style»-Methode ja nicht. Aber es ist auch mehr als fraglich, was sie nützt. Der Placebo-Effekt ist in dieser Sache sicher nicht zu unterschätzen. Sprich: Die Leute reden sich den Erfolg selber ein.

Es gibt allerdings viele Menschen, die mit diesem System ihr Gewicht massiv reduziert haben?

Klar, weil sie gleichzeitig auch noch Sport treiben und ihre Ernährung umstellen. Dass sie alleine durch den «Body Wrap Style» abnehmen, scheint mir doch mehr als fraglich.

Heinrich von Grünigen ist Ehrendoktor der Universität Zürich und Präsident der Schweizerischen Adipositas-Stiftung.

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