Aktualisiert 26.01.2019 00:01

Schweizer tötet Schüler (15)«Ich hatte einfach Lust, jemanden zu töten»

Für Rolf H., der 2006 wegen Mordes an einem Jungen vor Gericht stand, besteht keine Hoffnung auf Therapie. Er wird noch jahrelang hinter Gittern sitzen.

von
pal
1 / 3
Der heute 47-jährige Rolf H. musste am Donnerstag erneut vor dem Regionalgericht Oberland erscheinen. Es wurde darüber entschieden, ob seine Therapie weitergeführt wird.

Der heute 47-jährige Rolf H. musste am Donnerstag erneut vor dem Regionalgericht Oberland erscheinen. Es wurde darüber entschieden, ob seine Therapie weitergeführt wird.

Keystone/Anthony Anex
Wegen Mordes an einem Schüler wurde er zu Verwahrung auf unbestimmte Zeit verurteilt. Mit einem Bajonett stach der Täter 30-mal auf den jungen Schüler ein.

Wegen Mordes an einem Schüler wurde er zu Verwahrung auf unbestimmte Zeit verurteilt. Mit einem Bajonett stach der Täter 30-mal auf den jungen Schüler ein.

Keystone/Gaetan Bally/Symbolbild
Gerichtspräsidentin Salzmann erkennt keine Verbesserung des Täters und somit sieht das Gericht nur die Verwahrung.

Gerichtspräsidentin Salzmann erkennt keine Verbesserung des Täters und somit sieht das Gericht nur die Verwahrung.

Keystone/Gaetan Bally/Symbolbild

30-mal zugestochen und stranguliert – dieses Verbrechen beging Rolf H. mit Gleichgesinnten im Juli 2004 an einem 15-jährigen Schüler. Erst nach langen Ermittlungen wurden die Täter gefasst. H., den Tote sexuell erregen, wurde 2006 in Thun wegen Mordes zu einer Verwahrung auf unbestimmte Zeit verurteilt. «Ich hatte einfach Lust, mal jemanden zu töten», äusserte er damals vor Gericht.

Seither sitzt der heute 47-Jährige im Gefängnis. Er leidet nach eigenen Aussagen noch immer an «sexuellen Gewaltfantasien». Am Donnerstag musste er nun erneut vor dem Regionalgericht Oberland in Thun erscheinen. Es wurde darüber verhandelt, ob seine Therapie weitergeführt wird oder er verwahrt werden soll.

Keine Fortschritte

«Früher haben mich Gewaltbilder erregt, heute finde ich sie abstossend», erklärte der verurteilte Rolf H. Er sehe aber Fortschritte in seiner Therapie und stufe sich selber nicht mehr als gefährlich ein, wie das «Thuner Tagblatt» berichtet.

Der zu Rate befragte Gutachter sieht dies jedoch anders: In den letzten zehn Jahren habe H. kaum Fortschritte gemacht und es gebe wenig Hoffnung auf Verbesserungen. Die Rückfallgefahr sei entsprechend gross.

«Er war bestialisch»

Verteidiger Stefan Schmutz setzte sich für die weiterführende Therapie ein: «Er ist behandelbar.» Die Massnahmen seien bisher eher halbherzig umgesetzt worden, die Therapie habe darum bisher nicht angeschlagen.

Staatsanwalt Hans-Peter Schürch hingegen forderte, dass die Therapie nicht weitergeführt wird und H. verwahrt wird. «Er wird bei passender Gelegenheit wieder zuschlagen. Das müssen wir ver­hindern», sagte Schürch.

Das Gericht sprach sich schliesslich für die Verwahrung aus: «Er kann mit seinen Gefühlen nach wie vor nicht umgehen», so Gerichtspräsidentin Evelyne Salzmann. Einmal in Freiheit, würde er schnell wieder ein Opfer finden.

Stranguliert und erstochen

Der Fall sorgte international für Schlagzeilen. Zwei Männer boten 2004 einem 15-jähriger Schüler auf einer Internet-Plattform für Schwule Geld gegen Sex an und lockten ihn damit nach Donauwörth in Bayern. Dort strangulierten sie ihn und stachen über 30 Mal mit einem Bajonett in den Körper des türkischstämmigen Jungen. Einer der Täter: Rolf H. Er war damals in der Schweizer Armee in Ausbildung zum Berufsunteroffizier. H. musste sich 2006 vor dem Regionalgericht in Thun verantworten. Das Gericht verurteilte ihn zunächst wegen Mordes zu einer unbestimmten Verwahrung. Zwei Jahre ­später wandelten die Richter die Strafe in eine therapeutische Massnahme um.

Der Komplize wurde 2005 in seinem Heimatland zu lebenslanger Haft und Verwahrung verurteilt.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.