Aktualisiert 02.10.2012 17:02

Espen-Coach Saibene

«Ich hatte keine Ahnung davon»

St.-Gallen-Trainer Jeff Saibene wusste nichts von Oscar Scariones und Pa Modous Penaltyplänen im Spiel gegen GC. Die beiden entschuldigten sich auf der Heimreise für ihren missratenen Trick.

von
E. Tedesco

Der Elfmeter von St. Gallen gegen GC. (Quelle: SF)

«Ich hatte keine Ahnung was die beiden ausgeheckt hatten», sagt Espen-Coach Jeff Saibene am Tag nach dem Spitzenkampf zwischen GC und St. Gallen (1:0). Gemeint ist der missratene Penalty-Trick von Oscar Scarione und Pa Modou. «Keiner im Team hat irgendetwas davon gewusst, deshalb waren alle überrascht. Die beiden Spieler haben sich gleich auf der Heimreise im Mannschaftsbus von sich aus bei den Kollegen entschuldigt», so der St.-Gallen-Trainer. Die Szene sei zwar ungewöhnlich gewesen, dennoch versteht der Luxemburger nicht, warum so ein Wirbel darob veranstaltet wird.

Die Antwort ist simpel: Weil es ungewöhnlich war. Und auch, weil wohl kaum einer im Stadion mit der Fussballregel 14 vertraut war, die besagt, dass die Ausführung nicht regelkonform war. Zur Erinnerung: In der Partie zwischen GC und dem FC St. Gallen (1:0) hat sich der Espe Scarione den Ball für den auszuführenden Strafstoss gesetzt, aber anstatt zu schiessen, sich aus dem Strafraum entfernt und für Pa Modou Platz gemacht. Dieser kam aus dem Hinterhalt angebraust und schoss GC-Keeper Roman Bürki direkt in die Hände (siehe Video oben).

Trick ist auf dem Mist der Spieler gewachsen

Nur wenige Stunden später traf sich die Mannschaft am Dienstagmorgen zum Auslaufen. Bei der kurzen Nachbetrachtung des Spiels wurde auch der Penalty-Trick thematisiert. Saibene: «Diese Variante ist auf dem Mist der beiden Spieler gewachsen. Wir haben die Szene noch einmal angesprochen und damit einen Schlussstrich darunter gezogen.»

Trotzdem sieht der Coach in der Aktion nicht nur Negatives. «Auch wenn der Trick in die Hose gegangen ist, erkenne ich doch die Kreativität meiner Spieler positiv an. Wir trainieren oft Freistoss- und Eckball-Varianten. Viele sind von mir vorgegeben, aber es kommt auch vor, dass Spieler ihre Ideen einbringen, was ich grundsätzlich sehr begrüsse. Wir brauchen mündige Spieler und solche, die sich mit der Materie befassen. Und zu diesen gehört vor allem auch Scarione. Er kommt immer wieder mit Ideen an und will etwas ausprobieren, das er irgendwo gesehen hat. Was mich erstaunt, ist lediglich, dass es gerade diese beiden Spieler waren, denn es sind nicht zwei, die täglich miteinander Essen gehen».

Serie gerissen, jetzt kommt Lausanne

Saibene zieht noch einen weiteren Vorteil aus dem Ganzen. «Wenigstens kennen nun alle meine Spieler diese Fussballregel 14 ...», sagt der FCSG-Trainer und lacht. «Ich auch.» Und auch die erste Saisonniederlage haben die Ostschweizer abgehakt. «Wir wussten alle, dass es irgendwann so weit sein wird. Jede Serie reisst einmal. Für mich zählt, dass wir nicht schlecht gespielt haben», so Saibene.

Und schon am kommenden Wochenende kann sich der bisher überraschend aufspielende Aufsteiger rehabilitieren. «Wir konzentrieren uns jetzt voll auf Lausanne. Nach unserer Niederlage in Zürich und Lausannes Punktgewinn gegen Basel haben wir keinen Grund diesen Gegner zu unterschätzen.»

GC-Präsident André Dosé zum St.-Gallen-Penalty (Video: 20 Minuten Online)

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