10.10.2020 10:38

3 mit Sex«Ich hatte Sex für Geld – mehrmals»

Lars erinnert sich an einen ungewöhnlichen Studentenjob – und bereut nichts.

von
Lars, Zora Schaad, Julia Ullrich
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Lars hatte vor einigen Jahren einen sehr geheimen Nebenjob: Um sich etwas Geld zum Studium dazuzuverdienen, hatte er für Geld Sex mit Männern. «Aber nur mit solchen, mit denen ich auch ohne Geld geschlafen hätte», sagt Lars. 

Lars hatte vor einigen Jahren einen sehr geheimen Nebenjob: Um sich etwas Geld zum Studium dazuzuverdienen, hatte er für Geld Sex mit Männern. «Aber nur mit solchen, mit denen ich auch ohne Geld geschlafen hätte», sagt Lars.

Illu: Anna Deér 
Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau, WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln umgehen kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, im und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.
Lars

Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau, WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln umgehen kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, im und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.

Illu: Anna Deér
Sie ist single mit wechselnden Liebschaften. Verliebt sich wahllos. Sucht Mr. Right und vertreibt sich die Zeit mit amourösen Fettnäpfchen und seltsamen Begegnungen zwischen feuchten Laken.
Ella

Sie ist single mit wechselnden Liebschaften. Verliebt sich wahllos. Sucht Mr. Right und vertreibt sich die Zeit mit amourösen Fettnäpfchen und seltsamen Begegnungen zwischen feuchten Laken.

Illu: Anna Deér

Darum gehts

  • Lars hat vor einigen Jahren hauptsächlich über einschlägige Schwulen-Dating-Apps Männer klargemacht.
  • Doch neben normalen Dates bekam er auch Geldangebote.
  • Lange zögerte er – doch irgendwann sagte er einem schwulen Paar zu. Dieses bot Lars 200 Franken für eine Massage.
  • Aus der Massage wurde schnell mehr und so hatten sie einen heissen Dreier.
  • Lars bemerkte, wie attraktiv das schnelle Geld neben dem Studium ist – und traf sich noch mit weiteren Klienten.
  • Insgesamt hat er so 15’000 Franken verdient. Schämen tut er sich für seinen damaligen Nebenjob nicht. Aber aus Angst, verurteilt zu werden, spricht er kaum darüber.

Es hat schleichend angefangen. Ich war frisch im Studium. Und erst gerade ausgezogen von zu Hause. Ein unbeschriebenes Blatt in einer neuen Stadt, fern von meinen Freunden und der Familie. Von Bruce und Ella noch keine Spur in meinem Leben. Ich habe gedatet, was das Zeug hält. Meine Dates habe ich über einschlägige Schwulen-Dating Apps organisiert. Meistens ist es bei einem One-Night-Stand geblieben. Auf diesen Apps habe ich Geldangebote erhalten. «Hey du, Lust auf Treffen? Ich bin grosszügig». Oder «200 Franken für einen Blowjob.» Ich habe die Angebote dieser komischen Typen immer ignoriert. Bis mir ein attraktives Touristen-Pärchen geschrieben hat. «Hey, du sexy Typ! Lust, uns ein paar deiner Lieblingsorte zu zeigen?»

Beide waren einige Jahre älter als ich damals. So Mitte dreissig. Gutaussehend. Ich war interessiert. In der Unterhaltung hat sich herausgestellt, dass sie massiert werden möchten und dafür auch Geld zahlen würden. «Du musst nichts machen, worauf du keine Lust hast. Und wir zahlen dir 200 Franken.» Ich fand den Gedanken aufregend und willigte ein. Zu einem Date mit den beiden hätte ich ohnehin nicht Nein gesagt. Warum also nicht dafür bezahlt werden?

«Nach der Massage hatten wir einen heisses Dreier»

Jeff war grösser als ich, Luke etwas kleiner. Beide gut gepflegt und voll die Normalos. Jeff arbeitete als Hairstylist und Luke bei einer Versicherung. Unsere Sightseeing-Tour bestand aus einem Parkspaziergang und Biertrinken in einer Kneipe, wo mich sicher niemand kannte. Danach bin ich mit ihnen in ihr Hotelzimmer gegangen. Jeff hat den Fernseher angemacht. Luke hat sich aufs Bett geworfen. Ein paar Bier aus der Minibar später hat Jeff angefangen, mich an der Hüfte anzufassen. Er hat mich zu sich gezogen und geküsst. Ich dachte nicht ans Geld, bis Jeff mich um eine Massage bat.

Ich habe beide jeweils 20 Minuten massiert. Dabei habe auch ich Lust empfunden. Langsam hat sich die Massage von Luke in Richtung Rummachen verändert, Jeff kam dazu. Wir hatten einen wilden Dreier. Nachdem alle mehrmals gekommen waren, wurde die Stimmung ruhig. Es war klar: Der Abend ist vorbei. Als ich Anstalten machte, aufzubrechen, streckte Jeff mir zwei Hunderternoten hin. Ich nahm das Geld an.

«Ich bin schneller in der Prostitution gelandet, als ich mir hätte vorstellen können»

Nach dem Treffen mit Luke und Jeff war das Eis gebrochen. Ich habe weitere Geldangebote angenommen, aber immer nur mit Männern, die ich optisch und charakterlich als passabel einschätzte. Die meisten wären meiner Meinung nach in der Lage gewesen, auch ohne Cash an Sex zu kommen. Sie waren einfach zu bequem dazu. Insgesamt habe ich dank diesen Männern sicher 15’000 Franken verdient. Das reichte für Schulbücher, WG-Miete und den einen oder anderen Drink im El Paso.

Ich bin nicht stolz auf meinen Nebenjob. Manchmal empfand ich Mitleid meinen Klienten gegenüber, die etwas einsam schienen. Aber Scham – Nein. Ich hatte ja nur Kunden, mit denen ich mir Sex grundsätzlich vorstellen konnte. Mir ist es immer gelungen, dieser befremdlichen Situation einen Tropfen Lust abzuringen. Die Tatsache, für Sex bezahlt zu werden, hat mich sogar etwas angeturnt.

Ich erhalte auch heute noch Geldangebote. Ich lehne diese freundlich ab. Von meinem Nebenverdienst während dem Studium wissen nur ganz wenige. Aus Angst, verurteilt zu werden, spreche ich kaum darüber. Ich bin schneller in der Prostitution gelandet, als ich mir hätte vorstellen können. Wie schnell es passierte und wie rasch die Hemmschwelle nach einem ersten Mal gesunken ist, macht mich heute noch nachdenklich.

Sex-WG

3 mit Sex

Ella, Lars und Bruce heissen in Wirklichkeit gar nicht so, und auch einige Angaben sind geändert. Wahr ist aber, dass sie leidenschaftlich gern durch die Keller und Clubs der besten Stadt dieses Landes tanzen. Die drei Singles lieben Techno, Rührei und die stabilen Betten ihrer WG. Und sie wissen: Falls sie sich je zu dritt darin vergnügen, ist das das Ende von allem – oder der Beginn von etwas noch Grösserem. 20 Minuten erzählen sie exklusiv von ihren Abenteuern.

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