Aktualisiert 02.08.2012 14:08

Nach dem Doppel-Aus«Ich hoffe, auch in Rio mit Roger zu spielen»

Das Schweizer Tennis-Doppel ist auf dem Weg zur Titelverteidigung früh gescheitert. Trotz grosser Enttäuschung schaut Stanislas Wawrinka bereits nach vorne.

von
Monika Reinhard
London

Die Enttäuschung ist Roger Federer und Stanislas Wawrinka deutlich anzusehen, als sie nach ihrer Zweitrunden-Aus im olympischen Doppel den Pressekonferenz-Saal betreten. Zu bitter ist die Dreisatz-Niederlage gegen die Israeli Jonathan Erlich und Andy Ram. 6:1 ging der erste Satz noch an die Schweizer. Den zweiten Durchgang mussten «Fedrinka» im Tie-Break abgeben. Und im dritten Satz wurden sie zum einzigen Mal in diesem Turnier gebreakt - gleichbedeutend mit dem Aus. 6:1, 6:7, 3:6 schliesslich das Resultat.

«Wir haben einen starken ersten Satz gespielt. Die Bedingungen waren schwierig, es war windig und schattig. Aber das hat unser gutes Spiel nicht beeinflusst», so Federer. «Wir hatten es wirklich auf unseren Rackets und es ist schade, dass wir nicht ein paar Chancen mehr kreieren konnten, um den zweiten Satz zu holen. Sie haben dann besser ins Spiel gefunden, als sich der Schatten verzog. Trotz allem haben wir ein gutes Turnier gespielt.»

Es sei einfach nicht gut gelaufen, so die Weltnummer 1, «und sie haben gerade dann getroffen, wenn sie es gebraucht haben. Deshalb ist es eine harte Niederlage.» Irgendwo könne man das schnell abhaken, weil es Rasentennis sei. «Gleichzeitig ist es ja nicht irgendein Turnier, wo man einfach sagen kann: Gut, nächste Woche spielen wir in Toronto wieder zusammen und alles ist vergessen. Es ist doch Olympia und hier wollten wir etwas erreichen. Das haben wir leider nicht geschafft. Darum ist eine grosse Enttäuschung da.»

«Im Doppel kann alles sehr schnell gehen»

Ähnlich tönt es auch bei Stanislas Wawrinka. «Ich bin enttäuscht, das ist klar. Wir haben nicht schlecht gespielt. Ich glaube sogar, wir haben ganz gut gespielt», sagt er. «Im Doppel kann es sehr schnell gehen, vor allem auf Rasen. Jetzt müssen wir das akzeptieren.» Und der Romand blickt sogar bereits wieder nach vorne: «Wir haben schon eine Medaille gewonnen und ich hoffe, dass ich auch in Rio mit ihm (Roger Federer, Anm. d. Red.) spielen kann.» Ob Federer 2016 als 35-Jähriger aber noch aktiv ist, ist allerdings mehr als fraglich.

Der Baselbieter konzentriert sich jetzt voll und ganz aufs Einzel. Schliesslich fehlt hier noch die Olympia-Medaille in seinem Palmares. Dass die Schweizer Delegation bisher noch nicht gerade erfolgsverwöhnt war und ausgerechnet am Nationalfeiertag einen «Black Wednesday» einfuhr, beeinflusst das Tennis-Ass allerdings nicht. «Es löst sicher immer etwas aus, wenn andere Sportler eine Medaille gewinnen. Das löst dann mal den Druck von den Medien. Es wird positiv geschrieben und man wird gefragt: Was meinst du zum Gold, Silber oder Bronze von diesem oder jenem.» Momentan soll es leider nicht so sein, deshalb müsse man sich gedulden. Federer: «Ich hoffe, es kommt noch. Und von meiner Seite her hoffe ich, dass ich jetzt im Einzel etwas bewirken kann, da es ja nun im Doppel leider nicht geklappt hat.»

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.