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Federer-Fan Tsonga«Ich hoffe, dass Roger gewinnt»

An der Pressekonferenz nach seinem lockeren Sieg gegen Jo-Wilfried Tsonga erhält Federer viel Lob. Er selbst holt dafür zum Rundumschlag gegen die Veranstalter aus.

von
Fabian Vogt

Nach seiner Niederlage gegen Roger Federer sprach Tsonga ein Mahnwort an die Gegner: «Immer wenn Roger verliert, sagen alle, seine Karriere ist vorbei. Aber wenn sein Selbstvertrauen da ist, ist es für jeden Spieler sehr schwer, ihn zu schlagen.» Warum er verlor, war Tsonga nicht klar: «Ich weiss nicht, ob er besser spielte als in Montreal oder ich schlechter. Aber ich habe mich nicht gut bewegt, daher war es einfach für ihn, Druck zu machen.» Und dann setzte er sogar noch einen drauf: «Ich hoffe, dass Roger gegen Novak gewinnt.»

Damit spricht der Franzose natürlich den Halbfinal an, welchen Federer gegen die Weltnummer 1, Novak Djokovic, bestreitet. Es ist bereits das 15. Duell der beiden in den letzten zwei Jahren, gegen keinen anderen Gegner spielte Fed-Ex in dieser Zeit häufiger. «Novak hat eine unglaubliche Saison und ist derzeit die grosse Herausforderung im Männertennis. Ich spiele gerne gegen ihn», sagte Federer. Dann war das Thema erledigt.

Der Spielplan als Ärgernis

Denn mehr zu reden gab die Tatsache, dass der US-Open-Final erneut am Montag ausgetragen wird, zum vierten Mal in Folge. Federer findet das eine gute Sache, «da das für die Spieler der unteren Tableauhälfte nur fair ist». Er kritisiert aber die Veranstalter der Grand Slams scharf: «An anderen Turnieren setzen sich Spieler und Organisatoren zusammen und versuchen, gemeinsam eine Lösung zu finden. Aber an den Grand Slams haben wir viel weniger zu sagen und das nutzen die Veranstalter aus.»

Damit spricht Federer vor allem die Spielansetzungen an, die seiner Meinung nach sogar für Wettbewerbsverzerrung sorgen: «Dass die erste Runde über drei Tage verteilt ist und es dann einen Super Saturday gibt, das geht einfach nicht. Es wurden sicher schon viele Partien gespielt, in denen ein Spieler einen grossen Vorteil hatte, weil er eine längere Pause hatte.» Und er enerviert sich weiter: «Es kommt nie vor, dass man innert zwei Tagen zweimal einen Fünfsätzer spielen muss, nur hier an den US Open. Ich glaube, dass heute das Wochenende mit Halbfinal am Samstag und Final am Sonntag ohne Dach nicht mehr möglich ist.»

Final am Montag

Federer weiss, wovon er spricht. Denn auf die Frage angesprochen, ob er letztes Jahr im Halbfinal daran dachte, im Falle eines Sieges schon einen Tag später gegen Nadal zu spielen, antwortet er: «Ja, das hatte ich schon im Hinterkopf. Dadurch habe ich vielleicht nicht so viel Energie wie üblich in zwei Sätze gesteckt, die ich dann auch verlor.»

Das Programm sieht nun vor, dass heute die beiden letzten Viertelfinals der Männer (Nadal-Roddick und Murray-Isner) gespielt werden. Am Samstag werden dann alle vier Halbfinals ausgetragen, bevor es am Sonntag zum Frauen-Final kommt, wodurch sich der Männer-Final auf den Montag verschiebt.

Leidet der Davis-Cup?

Das mag zwar für Spieler wie Nadal und Murray ein Vorteil sein, für Federer aber nicht. Denn bereits am kommenden Freitag steht Davis-Cup in Australien auf dem Programm und darüber ist Roger auch nicht wirklich glücklich: «Ich muss nun am Dienstag nach Australien fliegen, bin am Donnerstag dort und muss am Freitag spielen. Ist das gut? Nein.»

Falls Federer seine Form der zweiten Woche hier in New York beibehält, wird der harte Spielplan aber keine grosse Rolle spielen. Dann hat er nämlich sowohl an den US Open wie auch in Australien sehr gute Chancen, alle Partien zu gewinnen.

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