Hasswelle gegen Spaniens Morata - «Ich hoffe, deine Kinder sterben»
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Hasswelle gegen Spaniens Morata«Ich hoffe, deine Kinder sterben»

Spanien-Stürmer Alvaro Morata offenbart, dass er und seine Familie während der EM Opfer von üblen Drohattacken durch eigene Fans wurden.

von
Florian Gnägi
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Es ist bislang noch nicht die EM von Alvaro Morata.

Es ist bislang noch nicht die EM von Alvaro Morata.

AFP
Spaniens Stürmer verschoss gegen die Slowakei einen Penalty…

Spaniens Stürmer verschoss gegen die Slowakei einen Penalty…

AFP
… und wurde dafür unter der Gürtellinie angefeindet.

… und wurde dafür unter der Gürtellinie angefeindet.

Pool via REUTERS

Darum gehts

  • Alvaro Morata steht bei vielen spanischen Fussballfans im Zentrum der Kritik.

  • Nun verrät Spaniens Stürmer, dass er und seine Familie massiv bedroht und beleidigt wurden.

  • Morata ist froh, dass er auf die Dienste von Spaniens Teampsychologen bauen kann.

Ganze neun Stunden lang habe er nach dem Spiel gegen Polen nicht mehr schlafen können, gesteht Alvaro Morata. Der spanische Mittelstürmer äussert sich in einem Interview mit dem spanischen Radiosender «CopeE» ausführlich zu der massiven Kritik, die er in seiner Heimat seit einigen Wochen über sich ergehen lassen muss.

Die Anfeindungen richten sich seit kurzer Zeit nicht nur gegen Morata selber, sondern auch gegen seine Familie. «Ich habe Drohungen bekommen, meine Familie wurde beleidigt», sagte der 28 Jahre alte Vater von drei Söhnen und fügt an: «Leute haben mir geschrieben: Ich hoffe, deine Kinder sterben.»

Rückendeckung vom Trainer

Morata stand bei Teilen der spanischen Fans schon vor dem EM-Start im Kreuzfeuer der Kritik und musste bereits beim letzten Testspiel vor dem Turnier Pfiffe über sich ergehen lassen. Die Buh-Rufe setzten sich dann auch beim torlosen Auftaktspiel gegen Schweden fort. Nati-Coach Luis Enrique stützte seiner Nummer sieben in der Folge öffentlich den Rücken und erteilte ihm auch für die Partie gegen Polen eine Stammplatzgarantie.

Gegen Lewandowski & Co. konnte Morata wiederum keine Werbung in eigener Sache betreiben, besonders sein vergebener Nachschuss nach dem verschossenen Penalty seines Sturmpartners Gerard Moreno war Wasser auf den Mühlen seiner Kritiker. Vom Elfmeterpunkt scheiterte Morata dann im letzten Gruppenspiel gegen die Slowakei beim Stand von 0:0 selber. Obwohl das Spiel letztlich 5:0 zugunsten der Iberer ausging, konnten es sich einige Zuschauer in Sevilla nicht verkneifen ihren Stürmer und dessen Familie zu beleidigen: «Meine Frau und meine Kinder kamen ins Stadion mit Morata-Trikots und wurden von wildfremden Menschen angepöbelt»

Team-Psychologe als Unterstützer

Der Atlético-Angreifer ist trotz des verschossenen Penaltys stolz darüber, zumindest den Mut gehabt zu haben den Elfer zu schiessen, nachdem er beim Slowakei-Spiel bereits beim Einwärmen ausgepfiffen wurde: «Ein paar Jahre früher, wäre ich wegen so etwas am Boden zerstört gewesen.»

Mit ein Grund dafür, dass Morata mit solchen unschönen Situationen besser klarzukommen weiss, liegt auch im Betreuerstaff der Spanier. Der Mitfavorit auf den EM-Titel hat an diesem Turnier einen Psychologen mit im Team. «Er hilft uns sehr. Es tut sehr gut, einen Menschen zu haben, der einen versteht und einem jedes Mal zuhört», berichtet Morata, der dank des psychologischen Betreuers auch seine Flugangst besser in den Griff bekam.

Damit die spanische Nationalelf ihren Heimflug noch nicht antreten muss, wäre auch ein Morata in Topform nicht abträglich. Seine nächste Bewährungschance erhält der zurzeit glücklose Stürmer am Montag, wenn es für den dreifachen Europameister im Achtelfinal in Kopenhagen zum Duell gegen Kroatien kommt.

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