Hundekot im Weizenfeld: «Ich hoffe, Euch schmeckt es dann auch»
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Hundekot im Weizenfeld«Ich hoffe, Euch schmeckt es dann auch»

Auf Facebook tobt ein Streit über Hundebesitzer, die den Hundekot auf Wiesen- und Ackerland liegen lassen. Mit teils ekligen Folgen.

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Ein Mitglied der Gruppe «Du bisch vo Rynach (BL) wenn...» nervt sich, dass in der Ebene zwischen Reinach und Aesch Hunde ins Weizenfeld koten. Er teilt seinen Ekel mit einer Andeutung, dass die Hundehaufen das Getreide verderben, das wir nachher alle essen würden.

Ein Mitglied der Gruppe «Du bisch vo Rynach (BL) wenn...» nervt sich, dass in der Ebene zwischen Reinach und Aesch Hunde ins Weizenfeld koten. Er teilt seinen Ekel mit einer Andeutung, dass die Hundehaufen das Getreide verderben, das wir nachher alle essen würden.

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Den Bauern Susanna und Christian Schürch, die den einzigen Bauernhof auf Reinacher Boden betreiben, ist Hundekot auf den Wiesen tatsächlich ein Dorn im Auge.

Den Bauern Susanna und Christian Schürch, die den einzigen Bauernhof auf Reinacher Boden betreiben, ist Hundekot auf den Wiesen tatsächlich ein Dorn im Auge.

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Susanna Schürch erklärt, das Problem sei vor allem die Verbreitung von Bandwürmern. «Das betrifft nicht nur unsere Kühe. Auch der Mensch wird von den Würmern als Zwischenwirt benutzt», sagt sie.

Susanna Schürch erklärt, das Problem sei vor allem die Verbreitung von Bandwürmern. «Das betrifft nicht nur unsere Kühe. Auch der Mensch wird von den Würmern als Zwischenwirt benutzt», sagt sie.

Vincent Scherer

Ein Mitglied der Gruppe «Du bisch vo Rynach (BL) wenn...» nervt sich, dass in der Ebene zwischen Reinach und Aesch Hunde ins Weizenfeld koten. Er teilt seinen Ekel mit einer Andeutung, dass die Hundehaufen das Getreide verderben, das nachher zum Verzehr weiterverarbeitet wird.

Dem Bauernpaar Susanna und Christian Schürch, das den einzigen Bauernhof auf Reinacher Boden führt, ist Hundekot auf den Wiesen tatsächlich ein Dorn im Auge. «Hundekot ist hier immer ein Problem», sagt Bauer Schürch auf Anfrage. «Täglich hat es geschätzte 200 Hunde zwischen unseren Feldern. Wenn auch nur wenige Hundebesitzer die Hinterlassenschaften ihrer Tiere nicht mitnehmen, ergibt das bereits eine beträchtliche Menge.»

Seine Frau erklärt, das Problem sei vor allem die Verbreitung von Bandwürmern durch Fäkalien auf den Wiesen. «Das betrifft dann nicht nur unsere Kühe. Auch der Mensch wird von den Würmern als Zwischenwirt benutzt», sagt sie. Tatsächlich sind die Hinterlassenschaften der Hunde auf Weiden oder Ackerland ein ernst zu nehmendes Risiko für Vieh und Mensch. Hundekot würde einen Nährboden für Viren, Bakterien und Würmer bilden.

«Mehrheit nimmt Hundekot nur auf Wegen auf»

In der Kommentarspalte des Posts folgte eine Kontroverse über das Fehlverhalten von Hundehaltern. Eine Userin findet es unglaublich, dass es überhaupt Diskussionen gebe, wo man Hundekot aufnimmt und wo nicht. «Die Mehrheit nimmt nur auf den Wegen auf», schreibt sie empört.

Seit Anfang 2017 müssen Hundehalter keinen Sachkundenachweis mehr erbringen. In den Kursen für Hundehalter sei jeweils ein Landwirt eingeladen worden, um seine Sicht darzulegen, sagt C.V., Besitzerin einer Hundeschule in Reinach auf Anfrage von 20 Minuten. «Ich würde die Wiedereinführung des Obligatoriums für diese Kurse begrüssen, denn gerade auf stadtnahen Freiflächen verstecken sich Hundehalter zum Teil hinter ihrer Anonymität.» Die Leute kämen per Auto und lassen ihre Hunde springen, so C.V.. «Und dann brausen sie wieder davon, ohne sich um die Notdurft ihrer Hunde zu kümmern.»

Diese Ansicht deckt sich mit den Kommentaren auf Facebook: Die Wut der Reinacher Hundehalter gilt auch den sogenannten «Hundetouris». Das Bauernpaar Schürch möchte aber nicht darüber klagen, dass ihr Gut stark frequentiert wird. «Wir betreiben den Hof hier seit über 25 Jahren.» Die Hundehalter seien in dieser Zeit vernünftiger geworden. Ausserdem habe er schlicht keine Zeit, den Hunden nachzustellen, sagt Bauer Schürch.

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