Grenzöffnung: «Ich hoffe, viele Deutsche machen hier Ferien»
Aktualisiert

Grenzöffnung«Ich hoffe, viele Deutsche machen hier Ferien»

Die Grenzöffnung sei für den Schweizer Tourismus enorm wichtig, sagen Politiker von links bis rechts. Noch sei aber nichts fix.

von
Daniel Waldmeier
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Die Grenzen der Schweiz sind momentan geschlossen. Eher als erwartet dürfte es nun eine Öffnung der Grenzen geben.

Die Grenzen der Schweiz sind momentan geschlossen. Eher als erwartet dürfte es nun eine Öffnung der Grenzen geben.

KEYSTONE
Bundesrätin Karin Keller-Sutter steht in Kontakt zu den Innenministern der Schweizer Nachbarländer. Alle hätten dasselbe Ziel: eine Normalisierung der Situation an den Grenzen.

Bundesrätin Karin Keller-Sutter steht in Kontakt zu den Innenministern der Schweizer Nachbarländer. Alle hätten dasselbe Ziel: eine Normalisierung der Situation an den Grenzen.

Die Öffnung könne jedoch nur unter strengen Bedingungen statt finden. Hier im Bild der deutsche Innenminister Horst Seehofer.

Die Öffnung könne jedoch nur unter strengen Bedingungen statt finden. Hier im Bild der deutsche Innenminister Horst Seehofer.

Keystone

Badeferien an der Côte d'Azur oder eine Städtereise nach Wien könnten bald wieder möglich sein: Die Schweiz hat sich mit Frankreich, Österreich und Deutschland im Grundsatz darüber verständigt, in den nächsten Wochen wieder «eine normale Situation an der Grenze zu haben».

Möglich erscheint eine Grenzöffnung Mitte Juni. Bis dann jedenfalls sollen die Schengen-Mitgliedsstaaten - und damit auch die Schweiz – auf Anraten der EU-Kommission auf einen Verzicht von nicht dringenden Reisen dringen. Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz sprach in der Nachrichtensendung «10vor10» des Schweizer Fernsehens SRF am Dienstagabend von einer Öffnung «im Juni».

Voraussetzung sei, dass die Fallzahlen tief blieben. Das Departement von Karin Keller-Sutter (FDP) bestätigte entsprechende Medienberichte gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Tourismus hofft auf deutsche Feriengäste

Parlamentarier von links bis rechts reagieren positiv auf die Ankündigung. CVP-Nationalrat Nicolo Paganini etwa spricht von einer erfreulichen Nachricht: «Der Druck, die Grenze wieder zu öffnen, ist zuletzt grösser geworden, vor allem auch angesichts der sinkenden Corona-Fallzahlen.» Wichtig sei, dass die Länder Abmachungen träfen, um die Grenze bei einem Rückfall wieder zu schliessen.

Freuen darf sich laut Paganini, der auch Präsident des Schweizer Tourismus-Verbandes ist, die Tourismusbranche: «Ich hoffe, wir können viele Deutsche motivieren, in der Schweiz Ferien zu machen. Die Schweiz ist auf ausländische Touristen angewiesen.» Natürlich drohe nun auch Konkurrenz durch die Nordsee oder die Côte d’Azur, aber: «Ich bin sicher, dass sich viele in der Schweiz sicher fühlen und in der Heimat Ferien machen.»

«Grenzöffnung muss von strikten Kontrollen begleitet sein»

Auch SVP-Nationalrat Franz Grüter, Mitglied der Aussenpolitischen Kommission, sagt: «Wir können die Grenzen nicht ewig geschlossen halten.» Unvorstellbar sei aber, einfach zur Normalität überzugehen. «Der Druck der Tourismusindustrie ist riesig. Eine Grenzöffnung muss aber von strikten Kontrollen begleitet sein.» Grüter verweist auf seine Erfahrungen bei Auslandsreisen. «In China gabs Temperaturchecks, ich musste einen detaillierten Fragebogen ausfüllen.» Er hoffe, dass Bundesrätin Karin Keller-Sutter entsprechende Vorkehrungen treffe.

Derweil sagt SP-Fraktionschef Roger Nordmann, man dürfe sich nicht zu früh freuen. «Die Grenzöffnung ist noch nicht fix. Wenn es klappen würde, wäre das aber eine super Nachricht, für den Tourismus in der Schweiz, aber auch in Frankreich und vielleicht sogar in Italien.»

Zuletzt hatten auch die deutschen Grenzstädte eine Öffnung der Grenzen gefordert, weil die Schweizer Einkaufstouristen schmerzlich vermisst werden.

(SDA)

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