Bewaffneter Überfall auf Beiz: «Ich hoffte nur, dass er nicht abdrückt»
Publiziert

Bewaffneter Überfall auf Beiz«Ich hoffte nur, dass er nicht abdrückt»

Ein unbekannter Mann überfiel am Wochenende das Restaurant Sodbach im freiburgischen Heitenried. Bei Wirt Thomas Aebischer sitzt der Schock noch immer tief.

von
pal / miw

Der Wirt Thomas Aebischer erzählt von dem Raubüberfall (Video: pal)

Am Montagmorgen erreichte ein Telefonanruf die Redaktion von 20 Minuten. Am Apparat: die Freiburger Polizei. Die Ordnungshüter hatten eine Bitte: Bezüglich eines Überfalls auf ein Restaurant in Heitenried FR wäre man über die Veröffentlichung des Zeugenaufrufs dankbar. Der Raub ereignete sich am Freitagabend nach Feierabend im Restaurant Sodbach.

Maskierter Mann

20 Minuten besuchte Sodbach-Wirt Thomas Aebischer am Montagnachmittag. Nach Feierabend habe er mit seiner Frau und der Serviertochter noch etwas getrunken, erzählt er. Als die Serviertochter um circa 0.45 Uhr nach Hause wollte, sei es geschehen: «Plötzlich kam ein maskierter Mann schreiend ins Restaurant hereingestürmt», so Aebischer. Er habe ein Gewehr in der Hand gehabt und Geld gefordert. «Ich hatte Angst und hoffte nur, dass er nicht abdrückt», so Aebischer.

Nachdem man ihm Geld ausgehändigt habe, habe der Räuber ihm befohlen, sich neben seine Frau an den Tisch zu setzen. «In diesem Moment attackierte er uns mit Pfefferspray», sagt der Wirt. Kurz bevor der Mann gegangen sei, habe er ihnen noch ein zweites Mal in die Augen gesprüht. «Die Serviertochter hat er verschont», so Aebischer. Doch die Angestellte habe zuvor den grössten Schock erlitten, da sie beim Herausgehen direkt auf den Täter getroffen sei: «Sie hatte panische Angst, hyperventilierte und schlotterte nur noch.» Noch heute sitze der Schock tief.

«Gefährdung für die Öffentlichkeit»

Warum ist die Freiburger Polizei auch zwei Tage nach dem Verbrechen derart auf die Bevölkerung angewiesen? Laut Raphaël Hermann, Sprecher der Kapo Freiburg, könnte der bewaffnete Mann eine Gefährdung für die Öffentlichkeit darstellen. «Wenn jemand mit einem Gewehr einen Überfall macht, muss diese Person so rasch wie möglich gefasst werden», sagt Hermann.

Der Vorfall sei zudem alles andere als alltäglich. «Wir haben derzeit keine konkreten Anhaltspunkte», so der Polizeisprecher. So ermittle die zuständige Equipe der Kripo derzeit noch in alle Richtungen.

Keine Spur

Gesucht wird derzeit nach einem Mann europäischen Typs im Alter zwischen 25 und 35 Jahren, der eher klein und zierlich wirke. Die Anweisungen soll er in einem schweizerdeutschen Dialekt gegeben haben – «eventuell Zürichdeutsch», wie die Polizei mitteilt. Er trug schwarze Trainingshosen und eine schwarze Jacke mit einer grauen Kapuze.

Trotz der detaillierten Angaben über das Äussere des Täters konnte dieser nicht aufgespürt werden. Wäre es auch möglich, dass der Überfall inszeniert wurde? Hermann: «Wir müssen mit allen Versionen rechnen.»

Deine Meinung