Hundedrama in Florida: «Ich hol mir den Finger jetzt – sonst ist er weg»
Aktualisiert

Hundedrama in Florida«Ich hol mir den Finger jetzt – sonst ist er weg»

Der 11-jährige Fernando spielt mit Familienhund Sammy, als dieser ihm einen Finger abbeisst. Vater Luis fackelt nicht lang: Er erschiesst das Tier und reisst ihm den Magen auf. Zu spät.

von
phi

Den Letzten, so sagt man, beissen die Hunde. Das trifft auch auf Fernando zu, mit elf Jahren der Jüngste der Familie Brignoni in Manatee, Florida. Am 29. März verbrachte der Knabe den Abend im Garten, als ihn sein Vater gegen 18 Uhr schreien hörte. Papa Luis rannte sofort raus zu Fernando, der mit seinem zwei Jahre älteren Bruder Luis Junior am Käfig von Familienhund Sammy spielte.

Das sechs Jahre alte Tier ist eine Mischung aus der Rasse Alaskan Malamute und einem Wolf. Fernando hatte es gestreichelt, als der Vierbeiner plötzlich nach der Hand des Jungen schnappte – und nicht mehr locker liess. «Ich habe nach allem gegriffen, was mir in die Finger kam. Ich nahm einen Stock und schlug auf den Kopf des Hundes ein», erinnert sich Luis Junior im WTSP-Interview. «Er rannte weg und liess endlich die Hand meines Bruders los.»

«Du weisst nicht, was du für dein Kind alles tun würdest»

Das war auch der Moment, als Luis Senior dazu kam. Der 41-Jährige sah noch, wie sein Jagdgefährte den kleinen Finger im Maul hielt, dann verschluckte er ihn. Der Vater wusste, dass er nun schnell eine Entscheidung fällen – und ein lieb gewonnenes Familienmitglied dran glauben musste. Das Urteil fiel ihm trotz der tierisch traurigen Umstände leicht: «Du weisst nicht, was du für dein Kind alles tun würdest», erklärte er dem Lokalblatt «Bradenton Herald». «Du weisst gar nicht, woher du die Kraft nimmst.»

Dieser Hund ist ein Kameradenschwein

Luis Senior tut das, was ein Mann tun muss. «Ich sagte: ‹Ich muss den Finger finden.›» Da Sammy ihn aber schon verschluckt hatte, lautete die Devise: Nur über seine Leiche. «Ich holte meine Waffe und knallte ihn ab.» Die Tat fiel ihm schwer: «Es war ziemlich taff. Aber mein Sohn ist wichtiger als jedes Tier. In dem Moment dachte ich nur: Hol den Finger jetzt oder er ist weg», erläuterte er «Bay News 9».

Vier Hunde beissen 14-Jährige zu Tode

Finger und Filius fliegen ins Spital

Als der Sheriff eintraf, war das Familienoberhaupt gerade dabei, die Hündin aufzuschneiden.

Die blutige Familienauseinandersetzung ist ein dicker Hund: Wer will schon den besten Freund des Menschen im heimischen Garten ausweiden? Im Magen des Tieres fanden sie schliesslich den kleinen Finger und schickten ihn zusammen mit Patient Fernando per Helikopter ins Spital.

Das dicke Ende: Der tödliche Einsatz war umsonst. Die Ärzte konnten den Finger trotz Kühlung nicht wieder annähen, weil er zu versehrt war. Luis Brignoni Senior, ein gläubiger Christ, machte seinem Filius dennoch Mut. «Er hat vielleicht einen Finger weniger, aber die anderen vier sind in Ordnung. Weil Gott gut ist, hat er immer noch vier Finger, mit denen er genauso viel tun kann wie mit fünf.»

Der Sheriff des Bezirks Manatee hat den Fall mittlerweile als Unfall zu den Akten gelegt. Nach Sammys Ableben haben die Brignoni noch zwei Vierbeiner. Es sind hoffentlich Hunde, die bellen. Denn die, so sagt man, beissen nicht.

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