Tom Lüthi: «Ich jammere nicht. Das war sehr gefährlich»
Aktualisiert

Tom Lüthi«Ich jammere nicht. Das war sehr gefährlich»

Trotz einmal überschlafen: Tom Lüthi hält Marc Marquez' Attacke vom GP von Katar nach wie vor für unfair und gefährlich. Immerhin sieht er die Sache nun «etwas weniger emotional».

von
Klaus Zaugg

Marc Marquez drängt Tom Lüthi bei GP von Katar in der letzten Runde von der Strecke. (Video: YouTube)

Nach dem verlorenen Sieg und Platz 5 beim Saisonauftakt sagt Töffstar Tom Lüthi, warum die Aktion von Marc Marquez gefährlich war und seine Kritik kein Gejammer ist.

Sie haben nun den Zwischenfall überschlafen – sind Sie über die Aktion von Marc Marquez noch immer aufgebracht?

Tom Lüthi: Ich habe in der Nacht nach dem Rennen nicht gut geschlafen und ich habe meine Meinung nicht geändert. Es war eine gefährliche Aktion. Aber ich sehe die Sache jetzt etwas weniger emotional.

Wie beurteilen Sie diese umstrittene Aktion heute?

Ich lag in Führung und Marc Marquez überholte mich aus dem Windschatten heraus. Aber ich blieb auf der Höhe seiner Maschine. Bereits vor dem Anbremsen zog er nach links und liess mir bei Tempo 280 km/h keinen Platz mehr. Ich musste über die Randsteine ausweichen. Sonst wäre es zu einem Sturz gekommen.

«Logisch will ich Weltmeister werden»

Konnten Sie Ihre Sicht der Dinge der Renndirektion darlegen?

Ja, ich konnte dort meine Aussage machen. Man hat mir gesagt, dass es keine Sanktionen gegen Marquez gibt. Die Aktion sei am Limit, aber nicht über dem Limit. Diesen Entscheid muss ich akzeptieren. Obwohl ich anderer Meinung bin.

Nun können wir etwas polemisch auch sagen: Das ist halt Rennsport. Was soll das Gejammer?

Jammern gehört nun wirklich nicht zum Rennsport. Das stimmt. Aber wenn eine Aktion erstens unfair ist und zweitens die Sicherheit gefährdet, dann hat das nichts mit Jammern zu tun. Wenn einer bei Tempo 280/km von links gegen den Bremshebel drückt, dann ist das ganz einfach sehr gefährlich.

Es hätte möglicherweise nicht so kommen müssen, wenn Sie in der Anfangsphase des Rennens nicht von der Piste abgekommen wären und einen grösseren Vorsprung herausgefahren hätten.

Sie meinen die Szene mit Pol Espargaro?

Ja, genau die.

Wir haben beide spät gebremst und ich habe den Kürzeren gezogen. Das war ein fairer Zweikampf.

Trotz des verlorenen Siegs beim GP in Katar wissen Sie jetzt, dass Sie Rennen gewinnen und um den WM-Titel fahren können.

Ja, wir haben die Gewissheit, dass wir mithalten können. Vielleicht sind wegen unserer guten Test- und Trainingsresultate einige nervös geworden und haben zu anderen Mitteln gegriffen, um mich am Sieg zu hindern. Aber die Saison ist noch lang. Das nächste Rennen wird in Jerez gefahren. Dort fühle ich mich wohl und dort haben wir bei den letzten Tests vor der Saison sehr gute Zeiten erreicht.

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