Aktualisiert 12.06.2011 13:36

Dänen-Star Eriksen

«Ich kam einfach nicht an den Ball»

Xherdan Shaqiri war ausgezeichnet, Yann Sommer herausragend. Doch der Schlüssel zum Schweizer 1:0-Sieg im EM-Spiel gegen Dänemark war die Neutralisation von Christian Eriksen.

von
Sandro Compagno, Hobro

Christian Erkiksen, das 19-jährige Ausnahmetalent von Ajax Amsterdam, ist eine echte Nummer 10, glänzt durch eine tolle Übersicht, ist technisch stark und trickreich. In seiner Heimat gilt er als der neue Michael Laudrup, obgleich sein Vorbild Mesut Özil heisst. «Bei ihm wirkt Fussball so einfach», schwärmt Eriksen in der aktuellen Ausgabe der englischen Fussball-Bibel «FourFourTwo» vom Deutschen Internationalen in Diensten von Real Madrid.

Am Samstagabend hatte Christian Eriksen wenig Grund für Schwärmereien. Nach einer gefälligen ersten Halbzeit verschwand der Ajax-Star nach der Pause irgendwo im Stadion von Aalborg - ohne Bindung zu seinen Teamkollegen und mit sehr wenigen Ballkontakten. An der 20-minütigen Schlussoffensive der Platzherren war er nur marginal beteiligt. «Es gab verschiedene Situationen, in denen ich einfach nicht an den Ball kam», klagte Eriksen gegenüber der dänischen Website «bold.dk». «Ausserdem spielten wir zu langsam.»

Schweizer machen Räume eng

Besser könnte man nicht umschreiben, wie die Schweizer U21 die Dänen um ihre gefährlichste Waffe brachten: Fabian Lustenberger, Granit Xhaka und mit Abstrichen Fabian Frei machten im Zentrum die Räume für Eriksen derart eng, dass der kaum einmal in Ballnähe kam und schon gar nicht mit dem Ball am Fuss auf die Schweizer Viererkette losstürmen konnte.

Das war der Schlüssel zum Sieg. «Wir haben ihn mehrfach beobachtet und gesehen, dass von ihm immer Gefahr ausgeht», bestätigt Trainer Pierluigi Tami. «Unser Ziel war deshalb, die Räume zwischen unseren Linien sehr eng und das Zentrum dicht zu machen.» Mit Erfolg: «Eriksen war nur in jenen Zonen am Ball, wo er für uns nicht gefährlich werden konnte», so Tami: an den Seitenlinien oder weiter hinten im dänischen Mittelfeld.

Nur ein Zungenschnalzer

In der Tat kam der Spielmacher der Dänen nach der Pause nie und zuvor kaum zu gefährlichen Aktionen aus dem Spiel heraus. «Er hatte ein Dribbling in der ersten Halbzeit», erinnert Tami. Der Däne hatte nach einer guten halben Stunde seinen Gegenspieler Lustenberger getunnelt und für Kadrii aufgelegt. Ein Zungenschnalzer, aber es blieb der einzige während 90 Minuten. «Sonst konnten wir ihn meist doppeln», erklärt Tami. Gegen diese tadellose defensive Organisation war selbst für eines der grössten Talente Europas nichts auszurichten.

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