Bewohner verärgert: «Ich kam fast nicht mehr in meine Wohnung»
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Bewohner verärgert«Ich kam fast nicht mehr in meine Wohnung»

Während des Flohmarkts in Kreuzlingen TG haben Bewohner Mühe, zu den Haustüren ihrer Wohnblöcke zu kommen. Dem Veranstalter ist das Problem bekannt.

von
mwa
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Hier hat sich die Leser-Reporterin letztendlich «durchgequetscht». Sie soll dabei vom Standbesitzer blöd angemacht worden sein.

Hier hat sich die Leser-Reporterin letztendlich «durchgequetscht». Sie soll dabei vom Standbesitzer blöd angemacht worden sein.

Leser-Reporter
Auf dem Trottoir sollen überall Kisten und andere Waren stehen. Mit dem Kinderwagen komme man kaum mehr vorwärts.

Auf dem Trottoir sollen überall Kisten und andere Waren stehen. Mit dem Kinderwagen komme man kaum mehr vorwärts.

Leser-Reporter
In diesen Wohnblocks soll das Problem am grössten sein.

In diesen Wohnblocks soll das Problem am grössten sein.

Leser-Reporter

«Die Trottoirs sind immer alle vollgestellt. Man kommt kaum mehr zur eigenen Wohnungstüre», beschwert sich eine Leser-Reporterin. Am vergangenen Wochenende fand in Kreuzlingen TG der jährliche grenzüberschreitende Flohmarkt statt. Dieser geht bis auf Konstanzer (D) Boden. Der insgesamt 10,8 Kilometer lange und rund 1100 Stände umfassende Flohmarkt dauert jeweils 24 Stunden. Der Grossanlass hat auch dieses Jahr wieder 80'000 Besucher in die Ortschaften gezogen.

Doch nicht jeder ist über den Event erfreut: «Wir konnten kaum mehr in unsere Wohnblöcke, da die Stände den Eingang blockierten», schimpft die Kreuzlingerin. Am Samstagnachmittag kam sie mit ihrer Schwester inklusive Kinderwagen vom Einkaufen zurück. Laut ihr hatte man mit dem Buggy kaum eine Chance, nach Hause zu kommen. Gemeinsam hätten sich die beiden Frauen dann mühselig durch die Stände gequetscht und seien von einem der Standbesitzer «noch blöd angemacht» worden.

Frau bleibt zu Hause, da Durchgänge zu eng sind

Sie ist mit ihre Empörung nicht alleine: «Wir haben in den Wohnblöcken mehrere nicht mobile, ältere Bewohner. Für diese stellt sich der Markt jedes Jahr als Schwierigkeit dar», meint eine weitere Anwohnerin der Hauptstrasse. Eine Frau im Block könne nur noch mit einem Rollator gehen. Da sie damit nicht durch die engen Durchgänge der Stände kommt, verlasse sie während der Zeit des Anlasses das Haus nicht mehr.

«Wir haben noch einen Eingang durch die Garage, dafür muss man als Fussgänger aber einen Umweg machen», erzählt die Frau. Zudem führe der Weg durch die Garage gezwungenermassen über eine Treppe. Für ältere Menschen und Eltern mit Kinderwagen definitiv nicht optimal, finden einige der Bewohner.

Standbesitzer wurden schon mehrmals verwarnt

Andere bezeichnen die Aufregung als übertrieben: «Der Flohmarkt ist nur einmal im Jahr. Ich denke, für diesen einen Tag sollte das machbar sein.» Es sei schön, dass einmal etwas im «sonst so ruhigen» Kreuzlingen los sei. Diesen Event dürfe man sich nicht durch solche Dinge vermiesen lassen.

Beim Veranstalter selbst ist das Problem bekannt: «Es sind keine Beschwerden eingegangen, aber wir sehen, dass die Trottoirs regelmässig mit Kisten der Standbesitzer vollgestellt sind», sagt René Senn, Flohmarktleiter des Kreuzlinger Abschnitts. Mehrmals am Tag seien deshalb Angestellte unterwegs, die die Problemverursacher ermahnen oder mit dem Ausschluss aus dem Flohmarkt drohen. Die Policy ist einfach: Mindestens ein Zwillingskinderwagen muss ohne Probleme auf dem Trottoir Platz haben.

Fluchtweg muss immer frei sein

Eine Ausnahme gibt es allerdings: Während der Aufstell- und Abräumzeiten müssen die Besitzer ihre Ware für kurze Zeit auf dem Trottoir zwischenlagern. Senn: «Die Vorgaben der Stadt besagen, dass immer ein Fluchtweg bzw. ein Weg für Rettungsfahrzeuge frei sein muss.» Während dieser Zeit bittet er die Bewohner, den Umweg zu gehen und den Eingang über die Garagen zu benützen.

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