Usain Bolt: «Ich kann 9,40 laufen»
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Usain Bolt«Ich kann 9,40 laufen»

Mit 9,58 Sekunden pulverisierte Usain Bolt über 100 Meter seinen eigenen Weltrekord gleich um elf Hunderstel. Nach der jüngsten Fabelzeit will nun die ganze Welt wissen: Wieviel schneller kann ein Mensch noch laufen? Der Jamaicaner selbst glaubt die Antwort zu kennen.

von
pre

Usain Bolt hat es in Berlin allen gezigt. Um elf Hunderstel verbesserte der jamaicanische Ausnahmesprinter am späten Sonntagabends seinen eigenen Weltrekord über 100 Meter auf 9,58 Sekunden. Es ist der grösste Sprung seit der Einführung der elektronischen Zeitmessung im Jahre 1968. Damals, bei den Olympischen Spielen in Mexico City, lief Jim Hines 9,95 Sekunden. Erst 28 Jahre später war der Kanadier Donovan Bailey bei seinem Weltrekord elf Hundertstel schneller. Bolt brauchte dafür nur ein Jahr.

Schon bei seinem Weltrekord vor einem Jahr in Peking, als Bolt nach rund 80 Metern nur noch locker ins Ziel spazierte, fragte sich die gesamte Sport-Welt, was für eine Zeit wohl möglich sei. In Berlin hat der «Lightning Bolt» nun mal eine erste Antwort geliefert. Niemand zweifelt aber daran, dass der Olympiasieger und Neo-Weltmeister seine 41 Schritte noch schneller laufen kann. Schon gar nicht er selbst. «Ich kann 9,40 laufen», ist sich Bolt sicher. «Ich denke, da wird es aufhören. Aber man weiss nie, alles ist möglich. Wir werden einfach weiter um die Wette laufen.»

Kleine Steigerung noch möglich

Auch die Wissenschaft glaubt, dass es noch schneller geht. Mark Denny von der Stanford Universität hält 9,40 aber für unmöglich. Für den Mathematiker, der Sprintzeiten von Menschen sowie von Hunde- und Pferderennen analysiert, ist klar, dass schon früher Schluss ist. Im Gegensatz zu Hunde- und Pferderennen, wo die Zeiten schon seit längerer Zeit stagnieren, soll beim 100-Meter-Lauf der Männer noch ein wenig Steigerungspotential vorhanden sein. Durch die mathematische Prognose anhand seiner Zahlenkolonnen kommt Denny auf eine mögliche Bestzeit von 9,48 Sekunden.

Bolt stapelt vor dem nächsten Rennen tief

Bolt, der sich auch vor dem WM-Rennen eine Portion Chicken Nuggets genehmigte und für Titel und Weltrekord insgesamt 160 000 Dollar kassiert, weiss, dass er momentan gut in Form ist. Aber von der Form von Peking sei er definitiv noch weit entfernt. Natürlich will der 22-Jährige mit solchen Aussagen die Erwartungshaltung an ihn wieder etwas dämpfen und jene Euphoriker bremsen, die eine Wiederholung der Peking-Ereignisse mit drei Titeln in Weltrekordzeit als Selbstverständlichkeit ansehen.

«Ich habe diese Saison mit dem Training spät angefangen. Ausserdem hatte ich zwischendurch einen Autounfall, bei dem ich mich am Fuss verletzt hatte. Aber bei Meisterschaften bin ich immer bereit.» Das will Bolt auch am Donnerstag wieder zeigen, wenn er über 200 Meter seine zweite Goldmedaille an der WM in Berlin anstrebt.

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