«Schande von Basel»: «Ich kann es nicht mehr ungeschehen machen»
Aktualisiert

«Schande von Basel»«Ich kann es nicht mehr ungeschehen machen»

Im Hooligan-Prozess von Basel ist am Dienstag ein 23-Jähriger vor Gericht gestanden, der mit dem Zürcher Siegestorschützen Iulian Filipescu in körperlichen Kontakt gekommen war. Er gab vor Strafgericht zu, ausgeflippt zu sein, doch sei er zufällig in Filipescu geprallt.

Die Anklage forderte eine bedingte Geldstrafe und eine Busse.

Im Prozess um die «Schande von Basel» wurden am Dienstag drei weitere Angeklagte verhandelt, die beim Gewaltausbruch nach dem Meisterschaftsspiel vom 13. Mai 2006 vor allem aufgrund von Bildmaterial identifiziert worden waren. Darunter war am Nachmittag ein 23-Jähriger, der sich selbst an unregelmässigen Matchbesucher bezeichnete. Er gab zu, nach der Niederlage ausgeflippt und von der «Muttenzer Kurve» aufs Spielfeld gestürmt zu sein. Er habe eine Dummheit begangen und sei einfach hinter der Masse hergerannt.

Er bestritt zugleich, den Spieler Filipescu angegriffen zu haben. «Als ich sah, dass Filipescu mit Fackeln angegriffen wurde, wollte ich zu Hilfe eilen, dann bin ich umgefallen und von dessen gestrecktem Bein getroffen worden», gab er an. Er sei an sich eher ein ruhiger Typ und als Spitzensportler und Wasserballspieler in der Nati A wisse er, was Verlieren im Sport bedeute. «Es tut mir furchtbar leid, aber ich kann es nicht mehr ungeschehen machen», sagte er. Die Staatsanwaltschaft forderte für den nicht Vorbestraften eine bedingte Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 100 Franken und 750 Franken Busse wegen Landfriedensbruch, qualifizierter Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte.

Angreifer mit brennender Fackel

Am Mittwoch ist neben der einzigen angeklagten Frau auch einer der Täter geladen, die Filipescu mit brennenden Fackeln angegriffen haben sollen. Der Prozess startete am Montag. Bisher sind neun Personen verhandelt worden, zwei Geladene erschienen am Dienstag nicht vor Gericht. Für alle werden zum Teil hohe bedingte Geldstrafen und Bussen gefordert. Die Urteile werden am 6. November erwartet. (dapd)

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