Sandro Viletta: «Ich kann es selber noch nicht glauben»
Aktualisiert

Sandro Viletta«Ich kann es selber noch nicht glauben»

Der Engadiner Sandro Viletta realisiert noch nicht richtig, dass er in der Super-Kombination Olympia-Sieger wurde. Der Erfolg macht ihn aber stolz.

von
Herbie Egli
Krasnaja Poljana

Die Rätoromanen schlagen an den Olympischen Winterspielen in Sotschi richtig zu. Nachdem der Münstertaler Dario Cologna über 15 km klassisch seinen Titel verteidigt hatte, fuhr Sandro Viletta in der Super-Kombination zu Gold. Vor dem Rennen waren dem 28-jährigen Engadiner eher Aussenseiter-Chancen eingeräumt worden.

Viletta konnte in der Abfahrt nicht mit den Schnellsten mithalten. Als 14. büsste er beinahe 1,5 Sekunden auf den Norweger Kjetil Jansrud ein. Der Engadiner zauberte aber im Slalom in Rosa Chutor und fuhr die zweitbeste Laufzeit. Am Schluss verwies er den Kroaten Ivica Kostelic und den Italiener Christof Innerhofer auf den Silber- und Bronzeplatz. Den Moment, zuoberst auf dem Podest bei der Flower Ceremony im Zielraum zu stehen, genoss Viletta in vollen Zügen. «Ich kann es selber noch nicht glauben, dass es wirklich passiert ist. Ich freue mich extrem und hoffte immer auf einen solchen Tag, wie er heute eingetroffen ist», strahlte der frischgebackene Olympia-Sieger.

Vilettas Wetterverhältnisse

Dem Engadiner, der vor drei Jahren in Beaver Creek im Super-G seinen bisher einzigen Weltcup-Sieg feierte, spielte auch das Wetter in die Karten. Er liebt die Verhältnisse, wie sie bei seinem Triumph in Rosa Chutor herrschten. «Ich mag diesen Schnee. Als wir hierher flogen, wurde viel über die Wetterverhältnisse diskutiert, dass es sehr warm werden könnte. Ich hoffte darauf und mag solche Rennen, in denen Salz in die Piste gestreut wird», so Viletta. Beim Slalom herrschten am Start tatsächlich frühlingshafte 11 Grad Celsius, im Ziel waren es sogar 13 Grad.

Viletta kämpfte in den letzten drei Jahren oft mit Verletzungen und stand viel im Schatten seiner Teamkollegen. Nun krönt er seine Karriere mit einem Olympia-Sieg und hat noch lange nicht genug: «Mein Ziel ist die Heim-WM 2017 in St. Moritz.»

Deine Meinung