Sänger Marco Kunz: «Ich kann nicht gut vorlesen – für meine Kinder mache ich es trotzdem»
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Sänger Marco Kunz«Ich kann nicht gut vorlesen – für meine Kinder mache ich es trotzdem»

Am kommenden Mittwoch findet der Schweizer Vorlesetag statt. Mundart-Musiker Marco Kunz ist Botschafter und spricht mit uns – wie solls auch anders sein – übers (Vor-)Lesen.

von
Toni Rajic
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30 prominente Schweizerinnen und Schweizer fungieren als Botschafterinnen und Botschafter des Schweizer Vorlesetags 2022 am Mittwoch, 18. Mai. Sie lesen an diesem Tag während diverser Projekte vor. Neben Marco Kunz (36) sind das …

30 prominente Schweizerinnen und Schweizer fungieren als Botschafterinnen und Botschafter des Schweizer Vorlesetags 2022 am Mittwoch, 18. Mai. Sie lesen an diesem Tag während diverser Projekte vor. Neben Marco Kunz (36) sind das …

ZVG/Amanda Nikolic
… Schauspielerin Sarah Spale (41), … 

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Barbara Hess/Pictura.ch
… Bühnenpoetin und Kabarettistin Patti Basler (46), …

… Bühnenpoetin und Kabarettistin Patti Basler (46), …

Instagram/pattibasler

Darum gehts

Marco Kunz, welcher Lesetyp bist du: modern mit dem E-Reader oder klassisch Bücher aus Papier?

Ganz klar: oldschool mit Büchern! Ich liebe es, Bücher in den Händen zu halten und blättern zu können – nicht zuletzt, weil ich immer wieder zurückspringe, um Passagen nochmals zu lesen. Ich verbringe jetzt schon so viel Zeit am Handy, mit elektronischen Medien. Ein E-Reader on top würde mich fertigmachen.

Kaufst du Bücher oder leihst du sie in der Bibliothek aus?

Beides. Wobei ich Bücher eher von Freunden als in der Bibliothek ausleihe. Gleichzeitig gebe ich aber auch gerne Stücke aus meiner Sammlung weiter. Es gibt aber auch Werke, bei denen finde ich es wichtig, dass man sie im eigenen Regal hat. Manchmal sind es keine Bücher von weltbekannten Autorinnen oder Autoren, sondern Geschichten, die man immer und immer wieder liest.


Du bist Botschafter des Schweizer Vorlesetags – welche Gefühle verbindest du mit dem Vorlesen?

Es sind schöne Erinnerungen, die bei diesem Gedanken hochkommen. Wir waren daheim drei Kinder und unser Mami hat uns vor dem Schlafen vorgelesen. Unsere Lieblingsgeschichte hatte eine Illustration, die durch ihre Erzählweise angefangen hat zu leben. Ähnliche Situationen gab es auch in der Schule, wenn wir am Boden liegen durften und sich im Kopf ein Film gebildet hat, während der Lehrer vorgelesen hat.

Wie wichtig ist Vorlesen?

In Filmen, in Videos, in Werbungen oder auch auf Social Media wird uns eine fertige Welt präsentiert. Ich glaube, das Lesen wird in der digitalen Zeit immer wichtiger – vor allem für Kinder. Dies fördert die Fantasie und lässt die Welt schön bunt und fröhlich wirken. Zudem lernen sie, dass sich Worte in den Gedanken zu einem Manifest entwickeln können. 

Du hast zwei Kinder, zweijährig und wenige Monate jung – liest du ihnen vor?

Sehr viel sogar. Vor allem Emil, dem Älteren. Aktuell ist die Geschichte um die Steinböcke Gian und Giachen aus Graubünden und das Munggamaitli Madlaina bei ihm hoch im Kurs.

Was ist der Vorlesetag?

Was macht gutes Vorlesen aus?

Es muss mit Passion und Lust gemacht werden, das wirkt sich auf die Tonalität und den Drive aus und tut der Geschichte gut. Ich bin kein guter Vorleser, nichtsdestotrotz mache ich es. Wichtig ist, die Scham abzuwerfen und den Kids vorzulesen. Beim Singen ist es dasselbe: Nur weil man das Gefühl hat, es nicht zu können, muss und darf man es nicht per se lassen – schon gar nicht, wenn es Freude bereitet.


Was liegt bei dir momentan auf dem Nachttisch?

Nichts, ich habe momentan keins, weil die Kleine und ihr Bettchen noch bei uns im Zimmer sind. (lacht) Wenn ich eines hätte, würde ein Buch, das mir meine Schwester geschenkt hat, darauf liegen. Das ist ein richtig dicker Schinken, mit dem ich länger beschäftigt sein werde. Ich freu mich darauf, wenn die Kids alt genug sind, um selbst ins Bett zu gehen, damit ich für meine Bücher mehr Zeit habe.

Welches ist dein liebstes Buch?

Der Roman «Middlesex» von Jeffrey Eugenides. Er beinhaltet alles, was man über die Menschheit wissen muss, und weckt das Bewusstsein, dass wir nicht alle gleich sind. Man wird während der ganzen Erzählung mit neuen Sachen konfrontiert, das liebe ich.

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