Aktualisiert 31.12.2012 09:04

Doktor Sex

«Ich kann sie einfach nicht vergessen!»

Pablo hat sich in eine Frau verliebt, aber diese hat schon einen Freund. Alle Versuche sie zu vergessen, sind kläglich gescheitert. Was nun?

von
wer
Liebeskummer kann auch eine Party überschatten. (Symbolbild: Colourbox.com, Ssuaphoto)

Liebeskummer kann auch eine Party überschatten. (Symbolbild: Colourbox.com, Ssuaphoto)

Frage von Pablo (25) an Doktor Sex: Vor einem halben Jahr habe ich mich in eine Frau verliebt, die leider schon in einer Beziehung ist. Wir hatten ein paar schöne Abende zusammen aber sie hat mir von Anfang an klar gemacht, dass sie mit ihrem Freund glücklich ist und ihn nicht für mich aufgeben wird. Ich versuchte deshalb, sie zu vergessen, habe aber festgestellt, dass mir das nicht gelingt. Sie ist einfach zu perfekt. Was soll ich tun?

Antwort von Doktor Sex

Lieber Pablo

Das Leben ist nicht gerecht. Trotzdem wird es dir nichts bringen, mit dem Erlebten zu hadern. Was du beschreibst – eine unerwiderte Liebe nämlich – widerfährt unzählige Menschen jeden Tag irgendwo auf der Welt. Manche trifft es weit schlimmer als dich, der einfach «nur» die in seinen Augen scheinbar perfekte Frau verpasst zu haben scheint. Letztlich bleibt dir nur, den Tatsachen ins Auge zu schauen und zu lernen, mit dem Unabänderlichen konstruktiv umzugehen.

Etwas aktiv zu vergessen ist unmöglich, weil man sich zu diesem Zweck immer erst das vorstellen muss, woran man eigentlich gar nicht mehr denken will - um es danach wieder aus dem Kopf zu verbannen. Versuche daher gar nicht erst, irgendetwas zu tun, wenn Gedanken auftauchen, die mit dieser Frau zu tun haben. Lass die Bilder einfach kommen, aber mische dich nicht aktiv in die Geschichte ein und identifiziere dich auch nicht mit dem was du siehst. Nimm einfach zur Kenntnis was in deinem Kopfkino abläuft, ohne dass du Energie hinein gibst und beginnst, den Film zu gestalten. Wenn die Szenen verblassen, dann verhindere dies nicht, sondern schau weiterhin einfach zu, was als nächstes auftaucht. Mit der Zeit wird die Frau immer weniger präsent und bald schon vollständig von etwas anderem überlagert sein.

Gedanken sind wie Wolken: Sie kommen, sind da - flüchtig, stetig sich wandelnd – und vergehen, während sich schon eine andere ins Blickfeld drängt. Wenn du dir die Mühe machst, zu beobachten wie Gedanken entstehen, wirst du unschwer feststellen können, dass sie niemanden brauchen, der sie aktiv produziert. Sie sprudeln immerfort und erzeugen sich in einem nicht enden wollenden Prozess ständig selbst. Du wirst aber auch erkennen, dass sie nie Gegenwart sind, sondern sich immer aus der Vergangenheit speisen. Diese Tatsache kannst du dir zunutze machen, um dein momentanes Leiden zu lindern oder zum Verschwinden zu bringen. Indem du nämlich zusätzlich zur oben beschriebenen Übung versuchst, so bewusst und unmittelbar in der Gegenwart zu leben, dass die Vergangenheit und damit die mit ihr verbundenen Gedanken nur noch sehr am Rande Platz erhalten in deinem Alltag.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.