Facebook: «Ich könnte Mike Shiva pausenlos die Fresse polieren»
Aktualisiert

Facebook«Ich könnte Mike Shiva pausenlos die Fresse polieren»

TV-Hellseher Mike Shiva hat den Zorn der Facebook-Community auf sich gezogen. Über 11 000 User haben sich der Anti-Shiva-Gruppe angeschlossen. Sah er den Ärger kommen? 20 Minuten Online fragte für 4.50 Franken pro Minute nach.

von
Manuel Bühlmann

Experten wie der Zürcher Sektenkenner Hugo Stamm ist das Geschäftsgebaren des TV-Wahrsagers Mike Shiva schon lange ein Dorn im Auge: «Shiva gibt Binsenwahrheiten und psychologisches Pseudowissen ab, die auf jeden zutreffen können.» Für seine «telefonische Beratung und seine Prognosen» verlangt Shiva stolze 4.50 Franken (pro Minute!) von den Anrufern. Einmal am Draht, verwickelt er seine Kunden in ausführliche Gespräche. Seine Sendungen auf Super RTL Schweiz, Sat1 Schweiz und UI scheinen gut zu laufen. Mittlerweile soll Shiva in seinem Wahrsager- und Berater-Team 35 Personen engagiert haben.

Vor laufender Kamera wird hilfesuchenden Zuschauern, die oft auch über finanzielle Probleme klagen, noch der letzte Franken aus der Tasche gezogen. Gegen Shiva scheint rechtlich kein Kraut gewachsen zu sein.

Eine Facebook-Gruppe macht jetzt zumindest verbal ihrem Unmut Luft. Unter dem wenig schmeichelnden Arbeitstitel «Ich könnte Mike Shiva pausenlos die Fresse polieren» lassen sich über 11 700 Mitglieder über den geschäftstüchtigen Basler aus. Der Grundtenor ist einstimmig: Mike Shiva wird als «Scharlatan und Abzocker» abgestempelt.

20 Minuten Online versuchte Mike Shiva auf seinem Handy für eine Stellungnahme zu erreichen - der TV-Hellseher nahm jedoch nicht ab. Dafür wurde im Ansagetext der Combox eine kostenpflichtige Nummer (Fr. 4.50/Minute) mitgeteilt, unter welcher man Shiva persönlich erreichen könne. Nach dem Anhören eines mehrminütigen Textes kam dann die Ernüchterung: Mike Shiva ist offensichtlich nur während seiner Sendungen zu erreichen - das war die wohl teuerste Auskunft der Welt.

Der stets mit breitem Stirnband auftretende TV-Hellseher ist nicht der einzige Promi, der sich den Unmut der Community zugezogen hat. Auch die Zürcher Polizeivorsteherin Esther Maurer wird in einer eigens gegründeten Facebook-Gruppe teils unsanft angegangen. Nachdem sie die Teilnehmer des ersten Zürcher Botellóns als «im Hirn krank» bezeichnete, schoss die Anzahl der Gruppen-Teilnehmer auf knapp 3800 User. Sie wollen sich von der «zwinglianischen, real-sozialistischen Regelwut» Maurers nicht mehr bevormunden lassen und fordern ihre Abwahl.

Haben auch Sie schon Mike Shivas Dienste in Anspruch genommen? Mailen Sie uns Ihr Erlebnis an feedback@20minuten.ch

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