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Homeoffice vs. Büezer«Ich komme mir als Bauarbeiter zweitklassig vor»

Der Bundesrat empfiehlt, wo immer möglich Homeoffice zu machen. Doch Bäcker, Bauarbeiter und andere Büezer haben diese Möglichkeit nicht. Einige sind sogar froh, nicht von zu Hause aus arbeiten zu müssen.

von
Joel Probst
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Wenn möglich sollen alle Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten, empfiehlt der Bundesrat. Doch für viele Büezer ist Homeoffice keine Option.

Wenn möglich sollen alle Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten, empfiehlt der Bundesrat. Doch für viele Büezer ist Homeoffice keine Option.

Symbolbild: KEYSTONE
So zum Beispiel für Samuel Rüedi. Der 25-jährige Bäcker steht nach wie vor jeden Tag in der Backstube – wenn auch mit Maske.

So zum Beispiel für Samuel Rüedi. Der 25-jährige Bäcker steht nach wie vor jeden Tag in der Backstube – wenn auch mit Maske.

Symbolbild: KEYSTONE
Trotzdem ist der Bäcker zufrieden: «Im Homeoffice wäre ich nicht viel sicherer», ist er überzeugt. Zudem würde ihm der Kontakt zu den Arbeitskollegen fehlen.

Trotzdem ist der Bäcker zufrieden: «Im Homeoffice wäre ich nicht viel sicherer», ist er überzeugt. Zudem würde ihm der Kontakt zu den Arbeitskollegen fehlen.

Symbolbild: KEYSTONE

Darum gehts

  • Der Bundesrat empfiehlt wo immer möglich Homeoffice.

  • Doch viele Büezer haben diese Möglichkeit nicht.

  • «Ich komme mir zweitklassig vor», sagt ein Bauarbeiter.

Wenn möglich sollen alle Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten, empfiehlt der Bundesrat. Doch viele Büezer können nicht im Homeoffice arbeiten. So auch Samuel Rüedi. Der 25-jährige Bäcker steht nach wie vor jeden Tag in der Backstube – wenn auch mit Maske. Trotzdem ist der Bäcker zufrieden: «Im Homeoffice wäre ich nicht viel sicherer», ist er überzeugt. Zudem würde ihm der Kontakt zu den Arbeitskollegen fehlen: «Das Zwischenmenschliche geht im Homeoffice kaputt.»

R.R. hingegen arbeitet schon seit dem Lockdown im Homeoffice: «Ich bin nur einmal in der Woche am Abend im Geschäft, um Unterlagen zu bringen. Ich finde diese Lösung ideal, da ich nicht jeden Tag pendeln muss.»

«Schutzkonzepte werden nicht immer eingehalten»

Davon kann A.H., der Innenausbau auf der Baustelle macht, nur träumen: «Durch die ganze Pandemie komme ich mir zweitklassig vor», sagt er. Die Situation auf dem Bau sei angespannt: «Es gibt Schutzkonzepte, aber sie werden nicht immer eingehalten.»

Ähnlich sieht es P.M., der als Automechaniker arbeitet: «Wir sind jeden Tag draussen, machen uns schmutzig und müssen diese Corona-Situation ohne Ausgleich ertragen.» Er wünscht sich, dass die Büezer wieder mehr anerkannt werden: «Die Welt wird nicht im Büro am Laufen gehalten.»

«Bin viel entspannter»

C.K. arbeitet bereits seit Februar im Homeoffice: «Mir gefällt es, es könnte von mir aus für immer so bleiben», sagt sie. «Ich bin viel entspannter. Es zeigt sich, dass diejenigen, die im Büro gut arbeiten, auch von zu Hause aus gut arbeiten.»

Die Polygrafin N.P. hingegen kann nicht von zu Hause aus arbeiten. Doch sie ist sogar froh darüber: «Ich wüsste nicht, ob ich zu Hause gleich produktiv arbeiten könnte wie vor Ort.»

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BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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321 Kommentare
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Elisa1970

28.11.2020, 19:40

Nur weil man einen Bürojob hat, heißt es nicht automatisch Homeoffice für alle. Z.B. in Österreich wird auch zu Homeoffice aufgerufen, aber kaum ein Justizmitarbeiter von der Kanzlei darf in Homeoffice arbeiten!

So vergehen die Stunden

28.11.2020, 18:47

Binn es mir gewohnt von der Arbeit bei zarlando zu Schauen was ich brauche. Bin ganz hinten wo keiner es sieht!

Intensiv-Pflegefachfrau

28.11.2020, 18:14

Momentan haben wir genug Arbeit, auch wenn wir fach keine regulären Patienten haben. Alle haben Angst, sie würden sich anstecken und schieben die Operationen auf später. Bei uns im Team haben wir auch schon einige die ausgefallen sind und sich in Quarantäne befinden. Aber das geht auch wieder vorbei. Hauptsachen in der Pflege gibt es endlich Verbesserungen und nicht das ewige Gerede, dass man etwas machen sollte.