Camille Lothe - «Ich konnte drei Wochen nur Flüssignahrung zu mir nehmen»
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Camille Lothe«Ich konnte drei Wochen nur Flüssignahrung zu mir nehmen»

Die Präsidentin der Zürcher Jung-SVP stürzte mit einem E-Trottinett. Dabei zog sie sich einen dreifachen Unterkieferbruch zu.

von
Bettina Zanni
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Camille Lothe, Präsidentin der Zürcher Jung-SVP, machte ihren Unfall am Donnerstag in einem Instagram-Post publik. Darin freut sie sich über ihren Masterabschluss.

Camille Lothe, Präsidentin der Zürcher Jung-SVP, machte ihren Unfall am Donnerstag in einem Instagram-Post publik. Darin freut sie sich über ihren Masterabschluss.

Screenshot/Instagram
Anfang Juli stürzte sie mit einem E-Trotti. 

Anfang Juli stürzte sie mit einem E-Trotti.

Tamedia AG
Lothe: «E-Trottis sind gerade in der Stadt ein praktisches Verkehrsmittel, jedoch besteht gleichzeitig auch eine gewisse Gefahr.»

Lothe: «E-Trottis sind gerade in der Stadt ein praktisches Verkehrsmittel, jedoch besteht gleichzeitig auch eine gewisse Gefahr.»

20min/Thomas Hagnauer

Darum gehts

  • Eine Bodenschwelle wurde der Zürcher Jung-SVP-Präsidentin Camille Lothe zum Verhängnis.

  • «Ich stürzte kopfüber und schlug mit dem Gesicht auf dem Boden auf», sagt sie.

  • «Nur ein kleiner Moment der Unachtsamkeit kann zu einem schlimmen Unfall führen», warnt sie.

Auf dem Nachhauseweg mit dem E-Trottinett hatte Camille Lothe Pech. «Als ich mit dem Trotti über eine Bodenschwelle fuhr, stürzte ich kopfüber und schlug mit dem Gesicht auf dem Boden auf», sagt die Präsidentin der Jungen SVP Kanton Zürich. Die Schwelle habe sie im Dunkeln nicht gesehen. Passiert sei es Anfang Juli im Zürcher Kreis 5.

Im Spital stellten die Ärzte einen dreifachen Unterkieferbruch und ein Schädel-Hirn-Trauma fest. «Dazu erlitt ich mehrere Platzwunden und es wurden mehrere Zähne beschädigt.» In einer rund vierstündigen Operation habe der Kiefer zusammengeflickt werden müssen. «Mir wurden sechs Metallplatten eingesetzt. In sechs bis neun Monaten werden sie mit einer weiteren Operation entfernt.»

Kleiner Moment der Unachtsamkeit reiche

Nach einer Woche wurde die Politikerin aus dem Spital entlassen. Essen war unmöglich. «Drei Wochen konnte ich nur mit einem Strohhalm Flüssignahrung zu mir nehmen.»

Seit dem Unfall steht für die 27-Jährige fest: «E-Trottis sind gerade in der Stadt ein praktisches Verkehrsmittel, jedoch besteht gleichzeitig auch eine gewisse Gefahr.» Viele Menschen unterschätzten die Geschwindigkeit und die E-Trottis seien oft in einem fragwürdigen Zustand. «Dabei kann nur ein kleiner Moment der Unachtsamkeit zu einem schlimmen Unfall führen.»

Publik machte die Politikerin ihren Unfall am Donnerstag in einem Instagram-Post, in dem sie sich über ihren Masterabschluss in Politikwissenschaft freut. «Endlich darf ich voller Stolz mein Masterzeugnis in der Hand halten. Nach meinem Unterkieferbruch vor zwei Monaten war vieles für mich unklar.» Seit August arbeite sie am Institut für Politikwissenschaft. «Glücklicherweise konnte ich meine Stelle trotz des Unfalls antreten.»

Über 100 Unfälle mit E-Trottis

Mit E-Trottis kommt es immer wieder zu Unfällen. Im Jahr 2020 registrierte die Polizei in der Schweiz 148 Unfälle mit Leichtverletzen, 58 mit Schwerverletzten und einen Todesfall, wie der «Tages-Anzeiger» schrieb. Laut der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) hat der unkomplizierte Verleih von E-Trottinetts in den Städten die Unfallzahlen in die Höhe getrieben. Die meisten Unfälle geschähen in der Nacht oder während der Dämmerung.

Im norwegischen Oslo verunfallten viele Nutzerinnen und Nutzer vor allem nachts auf dem Nachhauseweg, weil sie alkoholisiert waren oder aufgrund der schlechten Sichtbarkeit. Um Unfälle zu vermeiden, führte die Stadt im September eine Sperrstunde für die Trottis ein: Zwischen 23 Uhr und 5 Uhr können keine öffentlichen Elektroroller mehr ausgeliehen werden.

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