Margherita Missoni: «Ich konnte ja gar nicht rebellieren»
Aktualisiert

Margherita Missoni«Ich konnte ja gar nicht rebellieren»

Margherita Missoni ist mehr als nur eine hübsche Mode-Erbin: Schauspielerin, It-Girl und das Gesicht des neuen Missoni-Duftes. Wir haben sie zur gemütlichen Teestunde getroffen.

von
Christina Duss & Alexandra Kruse

Margherita Missoni empfängt uns auf dem Sofa einer Suite des Zürcher Nobelhotels Baur au Lac. Vor ihr steht ein Früchtekörbchen, in der Luft liegt der sommerliche Duft des neuen Missoni-Parfüms. Zeit für einen echten Girl-Talk.

Friday: Margherita, du bist in eine Modedynastie hineingeboren. Hast du als Teenie – was deine Klamotten betrifft – auch mal rebelliert?

Margherita Missoni: Ich konnte ja nicht! Meine Familie ist genauso modeverrückt wie ich. Die fanden alles, was ich trug, gut. Vor allem wenn es ausgefallen und wild war.

Also keine Eltern, die einen pinkfarbenen Irokesenschnitt ganz schlimm fanden. Das ist ja fast langweilig.

Ja, darum versuchte ich mich auch im Gegenteil. Eine Zeitlang ging ich nur im Klosterschülerinnen-Outfit in die Schule: hochgeschlossenes Blüschen, blauer Knierock. Aber auch das fanden sie toll ...mmh ...

Hand aufs Herz: Wie viel Einfluss hast du schon auf die Kleiderlinie von Missoni?

Ich bin oft bei den Anproben mit dabei. Meine Mutter legt Wert auf meine Meinung. Sagen wir mal so: Inoffiziell bin ich an Bord.

Schliesslich warst du ja schon als Kind immer mittendrin ...

Ja, das stimmt. Ich bin in einem grossen Landhaus aufgewachsen, in dem Mode das Thema Nummer eins war. Und ich bin ja sogar in der Zeit der Mailänder Modewoche geboren.

Du bist kürzlich von New York wieder zurück nach Europa, nach Paris, gezogen. Warum?

Wisst ihr, mit der Zeit wurde ich dort in die Rolle eines It-Girls gedrängt. An Partys zu gehen wird plötzlich zum Beruf. Aber das ist mir zu wenig. New York ist auf die Dauer wahnsinnig anstrengend.

Aber gibts denn Leute, für die du gerne in die Stadt zurückkehrst?

Sicher. Wenn ich nach New York komme, sehe ich immer meinen besten Freund Zac Posen. Aber auch Freunde wie Julian Schnabel und David Cronenberg leben dort.

Apropos Städte: Wie findest du eigentlich Zürich?

Super! So ruhig und gemütlich ...ausserdem ist hier mein allerliebstes Restaurant, die Kronenhalle. Die haben die allerbeste Flädlisuppe der Welt – die hält Herz und Seele zusammen.

Du bist bekannt dafür, dass du dich immer perfekt kleidest. Hättest du vielleicht einen Stylingtipp für Frauen, die nicht so viel Geld haben?

Man kauft sich am besten ein schlichtes Kleidchen mit einem einfachen 50er-Jahre–Schnitt und verziert es mit Accessoires oder färbt es ein.

Wo findest du solche Sachen?

Sicher nicht nur in Boutiquen. Ich bummle zum Beispiel liebend gerne gemütlich über Flohmärkte. Dort fallen mir auch die besten Dinge ein: Nur wenn einem langweilig ist, kommen die Ideen!

La Famiglia

Margherita Maccapani Missoni, 1983 während der Mailänder Modewoche geboren, ist die älteste Tochter von Angela Missoni (r.) und die Enkelin der Firmengründer Ottavio und Rosita Missoni (M.). Aufgewachsen ist Margherita am Lago di Varese nördlich von Mailand. Das Haus Missoni ist berühmt für seine bunte Strickmode.

Margheritas Duft

Ab 90 Franken, bei Globus und Manor und in gut sortierten Parfümerien.

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