Kundenservice: «Ich lass mich nicht abzocken!»
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Kundenservice«Ich lass mich nicht abzocken!»

Fabio C. fühlt sich von Samsung schlecht behandelt. Für das Entsperren eines Galaxy-Smartphones wurde er zur Kasse gebeten – obwohl ein Gerätebug für die Blockade verantwortlich war.

von
Manuel Bühlmann
«Ich sehe nicht ein, dass ich für die Fehlfunktion des Gerätes jetzt zur Kasse gebeten werde» ärgert sich Fabio C.(Bild: colourbox.de)

«Ich sehe nicht ein, dass ich für die Fehlfunktion des Gerätes jetzt zur Kasse gebeten werde» ärgert sich Fabio C.(Bild: colourbox.de)

Fabio C. (Name der Red. bekannt) versuchte vor zwei Wochen aus Jux das Entsperrmuster auf dem Galaxy i9000 seines Arbeitskollegen zu knacken. Nach mehreren missglückten Versuchen erhielt er die Warnung, dass ein weiterer Fehlversuch zu einer Sperre führen würde, die sich nur über den eingerichteten Gmail-Account beheben liesse. Mit der Einwilligung seines Kollegen probierte er also eine weitere Kombination aus und scheiterte erneut – der Startschuss für seinen persönlichen Spiessroutenlauf war gefallen.

Das Freischalten über den Gmail-Account wollte trotz korrektem Login partout nicht funktionieren. Auch ein Hardreset erzielte nicht den gewünschten Erfolg. Das Handy war nicht mehr zu gebrauchen.

Von Pontius nach Pilatus geschickt

In seiner Not wandte er sich an die Swisscom, wo das Handy vor wenigen Wochen gekauft worden war. Da fühlte man sich aber nicht für das Problem verantwortlich und verwies ihn direkt an den Gerätehersteller Samsung. Ein Anruf bei der Hotline ergab, dass das Problem bereits bekannt war. «Ich war offenbar nicht der erste, der angerufen hatte, Samsung hatte bereits Kenntnis von der Fehlfunktion. Offenbar ist es nicht nur hierzulande sondern auch in Deutschland und Österreich schon zu ähnlichen Fällen gekommen. Man sagte mir aber, dass der Fehler bei Google liege und sie deshalb keine Schuld treffen würde», schildert Fabio C. seinen Fall.

Samsung wies also auch die Schuld von sich und schickte ihn weiter an die Handyreperatur-Firma Mobiletouch AG. Dort ist man auch im Stande, die Blockade zu beheben. Der Service kostet allerdings 60 Franken. «Ich sehe nicht ein, dass ich für die Fehlfunktion des Gerätes jetzt zur Kasse gebeten werde» ärgert er sich.

Happy End

Nachdem 20 Minuten Online bei Samsung nachgehakt hatte, hat sich das Unternehmen mit Fabio C. in Verbindung gesetzt: «Ein freundlicher Mann erklärte mir, dass die Ursache für die Fehlfunktion noch nicht abschliessend geklärt werden konnte. Die Rechnung brauche ich nicht zu bezahlen und kann sie direkt an Samsung weiterleiten – und das ist für mich die Hauptsache.»

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