Österreich: Karl Nehammer wird mit 100 Prozent der Stimmen zum Parteichef gewählt

Aktualisiert

ÖsterreichKarl Nehammer wird mit 100 Prozent der Stimmen zum Parteichef gewählt

Der amtierende österreichische Bundeskanzler Karl Nehammer (49) geniesst offenbar absoluten Rückhalt in seiner Partei: Sämtliche anwesenden 524 Delegierten der Österreichischen Volkspartei wählten ihn am Samstag in Graz zum Parteivorsitzenden.

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100 Prozent: Karl Nehammer wurde ohne ein einzige Gegenstimme offiziell zum ÖVP-Vorsitzenden erkoren.

100 Prozent: Karl Nehammer wurde ohne ein einzige Gegenstimme offiziell zum ÖVP-Vorsitzenden erkoren.

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Die Freude über das Resultat war ihm ins Gesicht geschrieben.

Die Freude über das Resultat war ihm ins Gesicht geschrieben.

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Alle in Graz anwesenden 524 Delegierten stimmten für den 49-Jährigen.

Alle in Graz anwesenden 524 Delegierten stimmten für den 49-Jährigen.

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Darum gehts

Der österreichische Bundeskanzler Karl Nehammer ist mit einem 100-Prozent-Ergebnis zum neuen Vorsitzenden seiner konservativen Österreichischen Volkspartei (ÖVP) gewählt worden. Bei einem Parteitag in Graz entfielen am Samstag alle 524 Delegierten-Stimmen auf den 49-jährigen, wie die Nachrichtenagentur APA berichtete. Nehammer nahm die Wahl «mit Stolz und Dankbarkeit» an.

Nehammer ist seit Dezember österreichischer Kanzler, nachdem sein Vorgänger Alexander Schallenberg nach nur zwei Monaten zurückgetreten war. Den Vorsitz der ÖVP übernahm Nehammer zunächst kommissarisch, nun ist er auch offiziell Parteichef. Für Nehammer war es nach den Ereignissen der letzten Woche mit Rücktritten und Regierungsumbau eine wichtige Wahl.  

Unter Schallenberg sowie dessen Vorgänger Sebastian Kurz war Nehammer Innenminister gewesen. Kurz trat im Oktober wegen einer Korruptionsaffäre zurück. Im Dezember kündigte er seinen kompletten Rückzug aus der Politik an, woraufhin auch Schallenberg zurücktrat.

Nehammer will «Wertefundament» nicht verlassen

Für neue ÖVP-Vorsitzende sind gute Ergebnisse bei ihrer ersten Wahl keine Seltenheit. Kurz wurde 2017 mit 98,7 Prozent zum Parteichef gewählt. Das bisher beste Ergebnis fuhr 2014 Kurz’ Vorgänger Reinhold Mitterlehner mit 99,1 Prozent ein.

Für Nehammer war es jedoch sichtlich eine wichtige Wahl. Nach den Ereignissen der letzten Woche mit Rücktritten und Regierungsumbau wollte sich der Kanzler auf kein Ergebnis festlegen. 

In der Volkspartei scheint man offenbar bemüht darum, interne Geschlossenheit zu zeigen. Tirols Parteiobmann Günther Platter liess sich sogar zu einem Liebesbekenntnis hinreissen und sagte vor vollem Haus in Richtung Bundeskanzler: «Ich lieb den Karl Nehammer.» Nehammer betonte laut «Heute», er werde sich nicht einschüchtern lassen, auch wenn man seine Familie mit hineinziehe, und man habe ein Wertefundament, das man auch dann nicht verlassen würde, wenn man eingeschüchtert würde. Die ÖVP stehe zudem dafür, dass man das Thema Korruption transparent angehen werde. 

«Freiheit ist unsere DNA. Freiheit heisst, dass man die Meinung des anderen nicht teilen muss. Aber dass man sie tolerieren soll», so Nehammer. Das lebe die ÖVP – «das ist der Unterschied zwischen uns und den Linken.»

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(AFP)

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