Kiffende Mütter : «Ich liege nicht betäubt in der Ecke»
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Kiffende Mütter «Ich liege nicht betäubt in der Ecke»

Viele Mütter greifen in der Schweiz zur Entspannung gern zum Joint. Einige der Pot Moms schildern 20 Minuten ihre Beweggründe, trotz Kindern zu kiffen.

von
num
Pot moms: Kiffende Mütter brauchen Gras zur Entspannung  oder gegen Depressionen.

Pot moms: Kiffende Mütter brauchen Gras zur Entspannung oder gegen Depressionen.

Jasmine* (57) ist vierfache Mutter und kifft seit 30 Jahren. Jeden Abend zündet sie sich einen oder zwei Joints an. Mittlerweile sind die Kinder aus dem Haus, doch sie griff auch zum Gras, als die Kinder aufwuchsen. «Ich begann damit, als ich 18 war, aber unregelmässig, so wie es viele tun», erzählt Steiner.

Dann wurde sie schwanger – und hörte auf. «Während der Schwangerschaft und der Stillzeit habe ich weder gekifft noch geraucht. Die Gesundheit der Kinder hatte höchste Priorität.» Jasmine griff danach aber oft zum Joint. «Die Kinder merkten davon zu Beginn nichts, später realisierten sie schon, was die Mutter so macht.»

Auch der Arzt unterstützt es

Einen negativen Einfluss auf die Kinder habe das aber nicht gehabt. Heute rauche nur der Jüngste ab und zu. Sie selbst leidet nach dem Unfalltod eines Sohnes an Depressionen und greift lieber zu Cannabis als zu Psychopharmaka. «Sogar mein Arzt hat gesagt, dass ich ruhig weitermachen solle, wenn es mir guttue», sagt Jasmine.

Alkohol sei für sie ein viel schlimmeres Suchtmittel. «Ich war froh, als ein Sohn mit seinem Kollegen bei uns zuhause kiffte und nicht irgendwo draussen soff und randalierte.» Kiffen tut sie zwar täglich, aber wenn sie ins Ausland gehe, sei der Verzicht während drei Wochen kein Problem. «Es beruhigt mich, es vertreibt meine schlechten Gedanken, ich bin danach ein aufgestellter und positiver Mensch und liege nicht betäubt in der Ecke.»

Bei 20 Minuten haben sich noch weitere Pot Moms gemeldet und berichten über ihre Erfahrungen, wie sie Muttersein und Kiffen unter einen Hut bringen.

Claudine* (30): «Ich habe zwei wundervolle Buben, die sind drei und fünf Jahre alt. Ich kiffe ab und zu mit meinem Mann, wenn sie im Bett sind. Einfach so, zum Entspannen. Auf Alkohol verzichte ich ganz, da merke ich, dass der meinem Körper nicht guttut.»

Janine* (21): «Ich habe bereits zwei Kinder im Alter von 10 Monaten und 2,5 Jahren. Ich habe bis Ende Januar jeden Abend einen Joint geraucht, weil es mir gutgetan hat. Dann habe ich aufgehört. Doch der einzige Unterschied ist, dass mich am Abend nichts anderes runterbringt. Ich werde wieder anfangen, denn ich finde es nicht schlimm, solange es in Massen und nicht vor den Kindern ist.»

Nadine*: «Ich bin eine vierfache Mutter, die gerne mal am Abend einen Joint raucht. Es ist nicht jeden Abend und erst wenn die Kinder schlafen. Ich liebe meine Rasselbande, wüsste aber nicht, wie all die Stressfaktoren sonst behoben werden könnten. Ich geniesse es, gemütlich auf dem Balkon zu rauchen und zu wissen, dass ich am Morgen wider fit bin für die Kinder – nicht so, wie wenn ich Alkohol trinke!»

Sophie* (48): Ich kiffe seit 25 Jahren. Früher täglich. Inzwischen habe ich drei tolle Kinder, 16, 18 und 20 Jahre alt. Während der Schwangerschaften und des Stillens habe ich natürlich gar nie gekifft und hatte damit auch kein Problem. Vor den Kindern haben wir uns nie versteckt, früher haben wir ihnen einfach gesagt, dass das Gras in der Zigarette wie der Zucker im Tee ist. Auch heute kiffen wir regelmässig, machen aber auch mal eine längere Pause. Übrigens: Keines unserer Kinder raucht oder kifft – Alkohol trinken sie selten bis nie.»

Monika*: «Ich bin Mutter eines vier Jahre alten Buben. Ich rauche am Abend einen Joint, um den Tag ausklingen zu lassen. Ich rauche nicht nur, um zu Entspannen, sondern benutze es als Mittel gegen Depressionen. Ich kann mit einem Joint am Morgen besser aufstehen, als wenn ich Antidepressiva nehme.»

*Namen geändert

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